Expertenumfrage Was müssen moderne MES leisten?

Von Karin Faulstroh 24 min Lesedauer

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Unsere Expertenumfrage zeigt: Die Anforderungen an moderne MES steigen rasant. Treiber sind Trends wie künstliche Intelligenz, Cloud-Technologien, digitale Zwillinge und ein zunehmend komplexer Shopfloor. Doch neben technologischen Aspekten rücken auch organisatorische Fragen in den Fokus. Die Umfrage erschien am 6. Juni 2025 im Digital Manufacturing Magazin.

(Bild:  Sumon/stock.adobe.com (Generiert mit KI))
(Bild: Sumon/stock.adobe.com (Generiert mit KI))

Die Antworten zeigen deutlich: Wer heute in der Fertigung bestehen will, muss mehr können als Software implementieren.

Fragen an die Experten

1. Welche Anforderungen stellen heutige Produktionsprozesse an das Manufacturing-Execution-System und welche Trends bestimmen die Entwicklung dieser Systeme aktuell? 

2. Welche typischen Risiken und Stolpersteine gibt es bei der Einführung eines MES und wie lassen sich diese umgehen?
 

3. Wie lässt sich der Nutzen (ROI) eines MES-Projekts konkret messen und welche Einsparungen oder Verbesserungen sind realistisch?
 

Danny Rybakowski, Head of Partnerships bei Cybus 

Danny Rybakowski ist Head of Partnerships bei Cybus (Bild:  Cybus)
Danny Rybakowski ist Head of Partnerships bei Cybus
(Bild: Cybus)

1. Der Trend zu Cloud, Modularisierung und Flexibilisierung von Prozessen ist weiterhin zu sehen. Interessant ist, dass sich im Zuge von Künstlicher Intelligenz und digitalen Zwillingen die Anforderungen an das MES ebenfalls geändert haben: Heute sind MES auf qualitativ hochwertige und möglichst in Echtzeit gelieferte Daten angewiesen. Auch das Volumen und der Datendurchsatz hat signifikant zugenommen. Es braucht stärkere Performance und Resilienz der Dateninfrastruktur, sowie die Fähigkeit, auch im produktionskritischen Setup sicher zu agieren.

2. Oft scheitern MES-Projekte nicht am System selbst, sondern an der Integration in den Shopfloor. Durch die Heterogenität und das Fehlen einer einheitlichen OT-Strategie in den Werken erfordert die MES-Einführung viel Customizing und Ressourcen. Das Ergebnis? Geringe Margen für die MES-Anbieter und langsame Rollouts für die Kunden. Dies lässt sich vermeiden, wenn frühzeitig in eine durchgängige OT/IT-Datenintegration investiert wird. Eine vorgelagerte Datenebene reduziert Komplexität und sorgt für saubere, einheitliche Schnittstellen.

3. Der wirtschaftliche Nutzen hängt maßgeblich davon ab, wie weitreichend ein MES in die Produktionslandschaft eingebettet ist und wie schnell die Integration erfolgt. Nur dann lassen sich OEE gesamtheitlich steigern, Stillstände reduzieren oder manuelle Aufwände eliminieren. Eine langfristige Datenstrategie ist daher unverzichtbar und macht einen ROI eines MES-Projekts überhaupt erst möglich. 

Oft scheitern  MES-Projekte nicht am System selbst, sondern an der Integration in  den Shopfloor.

Danny Rybakowski

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