Expertenumfrage

Was müssen moderne MES leisten?

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Tilmann Sack, Geschäftsführender Gesellschafter bei Sack EDV-Systeme

Fragen an die Experten

1. Welche Anforderungen stellen heutige Produktionsprozesse an das Manufacturing-Execution-System und welche Trends bestimmen die Entwicklung dieser Systeme aktuell? 

2. Welche typischen Risiken und Stolpersteine gibt es bei der Einführung eines MES und wie lassen sich diese umgehen?
 

3. Wie lässt sich der Nutzen (ROI) eines MES-Projekts konkret messen und welche Einsparungen oder Verbesserungen sind realistisch?
 

Tilmann Sack, Geschäftsführender Gesellschafter bei Sack EDV-Systeme

Tilmann Sack ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Sack EDV-Systeme.(Bild:  Sack EDV-Systeme)
Tilmann Sack ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Sack EDV-Systeme.
(Bild: Sack EDV-Systeme)

1. Ein MES muss heute deutlich mehr leisten als früher. Die Anforderungen in der Fertigung haben sich verschoben – es geht weniger um Daten sammeln, mehr um nutzbare Informationen in Echtzeit. Wichtig ist, dass sich das System in vorhandene Strukturen einfügt, ohne alles umbauen zu müssen. Offenheit für Schnittstellen ist daher ein Muss. Viele Betriebe wollen heute nicht das komplette System auf einmal, sondern schrittweise einsteigen – modulare MES, die mitwachsen. Die zunehmende Automatisierung stellt auch deutlich höhere Anforderungen an ein MES/APS, z.B. hinsichtlich Planung von CNC-Maschinen mit Palettenwechselsystemen, Vorrichtungen und Spannmitteln. Zu Themen wie KI: Interesse ist da, aber der Fokus liegt aktuell klar darauf, was sich schnell und konkret in der Praxis umsetzen lässt.  

2. Oft wird das Projekt zu einseitig gesehen – meist als IT-Thema. Dabei betrifft es die ganze Produktion. Wenn das operative Team nicht mit einbezogen wird, läuft man schnell in Akzeptanzprobleme. Auch Ziele sollten klar sein: Was soll verbessert werden? Wo liegt der größte Hebel? Ohne eine gemeinsame Vorstellung wird’s später schwierig, Erfolge greifbar zu machen. Dazu kommt: Wenn Prozesse an verschiedenen Standorten unterschiedlich gelebt werden, wird die Einführung schnell komplex. Einheitliche Abläufe helfen enorm. Und ein Punkt, der oft zu spät kommt: Stammdatenqualität. Ohne saubere Daten ist das beste System halb so viel wert.

3. Typische Größen, die wir betrachten, sind Maschinenverfügbarkeit, Durchlaufzeiten, Ausschuss. Auch der Aufwand für Nacharbeiten oder Audits sinkt oft spürbar. Realistisch sind Verbesserungen im Bereich von 10 bis 20 Prozent, je nach Ausgangslage. Wenn ein Betrieb von Hand dokumentiert oder mit Excel plant, sieht man die Effekte schnell. Wenn das System wirklich genutzt wird, ist der ROI oft schon nach einem Jahr erreicht. 

Wenn das System wirklich genutzt  wird, ist der ROI oft schon nach einem Jahr erreicht.

Tilmann Sack

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