Effizienz trifft Sicherheit: Managed Services revolutionieren das IT-Management in der Fertigung – mit smarter Infrastruktur und proaktivem Schutz.
Das Industrial Data Center von Siemens beinhaltet alle Komponenten für einen sicheren und effizienten Betrieb von IT-Anwendungen im OT-Umfeld.
(Bild: Siemens)
Die IT/OT-Konvergenz spielt eine wichtige Rolle bei der Verbindung der Automatisierung mit IT-Technologien wie Edge und Cloud Computing. Allerdings bringt das Zusammenwachsen von Operational Technology (OT) und Information Technology (IT) nicht nur Chancen für mehr Effizienz und Qualität in der Produktion, sondern stellt Unternehmen auch vor neue Herausforderungen. Denn die Anforderungen sind im IT- und OT-Bereich sehr unterschiedlich. Im Gegensatz zum Unternehmensnetzwerk oder der IT sind die Anlagen und Systeme im OT-Bereich sehr heterogen. Die Verfügbarkeit der Systeme und Anlagen hat oberste Priorität, weswegen Updates gut koordiniert sein müssen, um Ausfälle zu vermeiden.
Ein Data-Center für die Produktion
Idealerweise werden die Produktionsapplikationen in einem speziellen, industriegerechten Data-Center implementiert. Einige Hersteller bieten solche Lösungen in Form von konfigurierbaren und vorinstallierten Paketen aus Hardware und der notwendigen Software an. Die Zentralisierung der Produktionsapplikationen in einem industriellen Data-Center bringt für den Betreiber erhebliche Vorteile: Sie benötigt bis zu 80 % weniger Platz als Client-Server-Lösungen, da alle Anwendungen virtuell in einem Serverschrank gebündelt werden. Außerdem lassen sich die verfügbaren Ressourcen optimal auf die Anwendungen verteilen, was erhebliche Einsparungen beim Energieverbrauch mit sich bringt – je nach Anwendungsfall bis zu 75 %. Mit der einmaligen Installation eines industriellen Data-Centers ist es jedoch nicht getan. Wie alle IT-Infrastrukturen brauchen Anwendungen und Komponenten eine kontinuierliche Pflege: Updates müssen eingespielt, Komponenten bei Bedarf getauscht oder erweitert und Firewalls überwacht werden. Genau an diesem Punkt zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den in der IT üblichen Routinen für die Systempflege und den Anforderungen im Produktionsumfeld. Während in der IT vor allem Aspekte wie Usability, Aktualität und Leistung der Systeme im Fokus stehen, sind in der Produktion Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit entscheidende Kriterien. Werden bei der Wartung der IT/OT-Infrastruktur die Anforderungen der OT nicht ausreichend berücksichtigt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. So führte die fehlende Abstimmung zwischen IT und Fertigung bei Toyota in Japan dazu, dass nach einem Update des Bestellsystems für Ersatzteile die Produktion in 14 Werken stillstand.
Make or buy?
Dieses prominente Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, die Anforderungen des OT-Umfelds zu berücksichtigen. Dazu gehört nicht nur, dass man Zeitpläne für Updates an Wartungsfenster in der Produktion anpasst, sondern auch, dass Updates und Patches im Vorfeld auf Auswirkungen auf die OT geprüft werden. Die zunehmende Konnektivität erhöht auch das Risiko für Angriffe, weswegen insbesondere ein kontinuierliches Monitoring derCybersecurity zwingend erforderlich ist. Dafür benötigen Unternehmen Domänenwissen sowohl aus der IT als auch der OT und ausreichend Ressourcen, um die Verfügbarkeit und Sicherheit der IT/OT-Systeme rund um die Uhr sicherstellen zu können. Hier zeigt sich eine weitere Herausforderung der IT/OT-Integration: Fachkräfte mit kombinierten IT/OT-Wissen sind rar. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Unternehmen für die Zusammenarbeit mit einem Partner für die IT/OT-Infrastruktur.
Die Idee hinter solchen Managed IT/OT-Infrastrukturen ist simpel: Der Auftraggeber kümmert sich um seine Produktion, der Serviceanbieter kümmert sich um die Infrastruktur der Produktionsumgebung. Anbieter wie Siemens unterstützen Anwender nicht nur mit Infrastruktur für die IT/OT-Integration: Speziell ausgebildeten Expertenteams mit OT- und IT-Kenntnissen übernehmen auch Management und Wartung der IT/OT-Infrastruktur inklusive Services für die zentrale und remote Überwachung. Die Services reichen dabei von der Beratung und Planung der IT/OT-Infrastruktur über die Auswahl abgestimmter Hard- und Software sowie der Vorab-Installation und Konfiguration, bis hin zu umfassenden Dienstleistungen für die Betriebsphase. Siemens-Expertenteams überwachen Netzwerk, Hypervisor und Server als Managed Service remote aus dem Operations Center und unterstützen bei Fragen oder Problemen aus der Ferne sowie bei Bedarf durch Partner und Teams vor Ort. Ein Security Operations Center (SOC) überwacht die IT/OT-Infrastruktur auf Anomalien und Bedrohungen, untersucht mögliche Ereignisse und unterstützt die Auftraggeber bei der Reaktion auf und Meldung von Sicherheitsvorfällen. Siemens überwacht und schützt seine Anlagen weltweit mit einem eigenen SOC und stellt diesen Service auch seinen Kunden und Anwendern zur Verfügung, um Anlagen vor Bedrohungen zu schützen.
Stand: 16.12.2025
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Remote Industrial Operations Services unterstützen Unternehmen mit einer betriebsbereiten IT-Infrastruktur für die Automatisierungsumgebung, die von Experten gehostet und gemanagt wird.
(Bild: Siemens)
Managed Services ebnen Weg zur IT/OT-Integration
Ein Unternehmen, das von diesem Angebot profitiert, ist der italienische Anlagenbauer Ocrim. Vor allem in Asien setzen die Kunden des Unternehmens zunehmend auf virtualisierte Lösungen für die Datenverarbeitung. Dafür nutzt Ocrim ein Industrial Automation DataCenter von Siemens, dass das Unternehmen mit den Expertenteams von Siemens spezifizierte. Durch die optimale Auswahl der Komponenten und die Standardisierung der IT/OT-Infrastruktur ist diese Lösung rund 50 % kompakter als alternative Konzepte und verbraucht dank Virtualisierung rund 50 % weniger Energie.Abgestimmte, leistungsfähige Hardware, Lösungen für Cybersecurity und Virtualisierung, Fernwartung und Cybersecurity-Monitoring: Mit einer Managed IT/OT-Infrastruktur können Unternehmen von den Vorteilen der IT/OT-Integration profitieren, ohne dafür eigene Ressourcen aufbauen zu müssen. Modulare und individuelle Servicepakete für die jeweiligen Prioritäten und Anforderungen machen auch komplexe Themen handhabbar und beugen Ausfällen und Störungen der IT/OT-Infrastruktur vor. Im Ergebnis profitieren Unternehmen so von mehr Verfügbarkeit und Sicherheit für ihre IT/OT-Infrastruktur – und können die Vorteile der IT/OT-Konvergenz einfach und effizient für ihre Prozesse nutzen.
Daniel Hertweck ist IT/OT Convergence Specialist bei Siemens.