AMS.Solution auf der AMB 2026 KI-gestützte Angebotserstellung trifft auf automatisierte Fertigungsaufträge 

Von Melanie Ehrhardt (verantwortlich) 4 min Lesedauer

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Nach fünf intensiven, programmreichen Messetagen schloss die AMB am 19. September ihre Tore. 1.195 Aussteller aus 34 Ländern präsentierten in Stuttgart ihre Innovationen, Produkte, Dienstleistungen und Konzepte. Dazu gehörte erneut der ERP-Spezialist AMS.Solution. Wir waren für ein Speed-Date am Messestand. 

Besucherandrang vor dem Eingang zur AMB 2026(Thomas Wagner / Messe Stuttgart)
Besucherandrang vor dem Eingang zur AMB 2026
(Thomas Wagner / Messe Stuttgart)

Auf der AMB 2026 standen in diesem Jahr drei Themen im Fokus: Digitalisierung der Fertigung mittels Künstlicher Intelligenz, Automatisierung durch kollaborative Prozesse zwischen Mensch und Maschine sowie Nachhaltigkeit im Kontext von Recycling und Kreislaufwirtschaft. 

Der ERP-Anbieter AMS.Solution griff unter anderem diese drei Schwerpunkte auf und zeigte, wie sich die jeweiligen Themen im Sinne einer effizienteren Projektabwicklung in die Geschäftsabläufe von Unternehmen der Losgröße 1+ integrieren lassen.

Messe-SPEED-DATE: 3 Fragen an Kai-Uwe Bellstedt

Melanie Ehrhardt und Kai-Uwe Bellstedt während des Messe-Speed-Dates auf der AMB 2026.
Melanie Ehrhardt und Kai-Uwe Bellstedt während des Messe-Speed-Dates auf der AMB 2026.
(Bild: WIN Verlag)

Digital Manufacturing: An Ihrem Messestand können Besucher einen individuellen Auftrag vom ersten Klick bis zur fertigen Lasergravur live verfolgen. Was zeigt dieses Beispiel über den aktuellen Stand der Automatisierung in der Fertigung – und wo liegen die größten Potenziale für mittelständische Unternehmen?

Kai-Uwe Bellstedt: Potenziale liegen vor allem darin, Mitarbeiter zu entlasten. So können Aufträge direkt vom Kunden erfasst werden. Der entsprechende Arbeitsprozess wird anschließend automatisch im Hintergrund angelegt. Dadurch entfallen viele kleine Arbeitsschritte, die sonst manuell vom Mitarbeiter erledigt werden müssten. Die notwendigen Informationen sind bereits im System erfasst und vorstrukturiert. So reduzieren wir den administrativen Aufwand deutlich und die Mitarbeiter können effektiver und schneller arbeiten.

Sie demonstrieren außerdem eine KI-gestützte Angebotserstellung. Welche Aufgaben übernimmt die KI heute bereits zuverlässig?

Ein konkretes Anwendungsfeld ist die Auswertung von Vertriebsberichten und anderen Dokumenten. Darin sind häufig Informationen wie Mengenangaben, Stückzahlen oder Angebotsumfänge textlich hinterlegt, die Vertriebsmitarbeiter später wieder zusammensuchen müssen.

Mit KI lassen sich diese Informationen gebündelt aufbereiten und gezielt bereitstellen. Dadurch müssen Mitarbeitende die relevanten Daten nicht mehr in aufwendiger Detailarbeit aus verschiedenen Quellen heraussuchen. Das beschleunigt den gesamten Prozess erheblich und nimmt ihnen einen großen Teil der Such- und Recherchearbeit ab.

Neben Automatisierung und KI spielt auch Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Warum wird die Erfassung von CO₂-Daten künftig ein fester Bestandteil von ERP- und Fertigungsprozessen sein?

Der CO₂-Fußabdruck eines Unternehmens wird zunehmend zu einer wichtigen Dokumentationsanforderung. Unternehmen müssen nachvollziehen und ausweisen können, wie ihr ökologischer Fußabdruck aussieht und wie viel CO₂ beispielsweise in einzelnen Fertigungsprozessen entsteht.

Genau diese Informationen können wir in unserem System detailliert erfassen und dokumentieren. Dadurch lässt sich am Ende eine Gesamtbetrachtung aller im Unternehmen abgewickelten Aufträge erstellen. Unternehmen können so nachvollziehen, wie viel CO₂ tatsächlich angefallen ist, und eine entsprechende Bilanz ziehen.

Interview: Melanie Ehrhardt

Service: Ein Video vom Messe-Speed-Date mit Kai-Uwe Bellstedt auf der AMB 2026 finden Sie auf unserem LinkedIn-Kanal.

Vernetzte Prozesse ab Losgröße 1+

Das Multiprojektmanagement-System AMS.ERP vernetzt die Prozesse von Unternehmen der Losgröße 1+ übergreifend und führt sämtliche kaufmännischen und technischen Daten in Echtzeit zusammen. Die automatisierte Prozesskette beginnt im Vertrieb und geht über die Konstruktion, den Einkauf und die Fertigung bis hin zur Montage, zum Service und zum After Sales. So besitzen alle Projektbeteiligten jederzeit den vollständigen Überblick über Budgets, Kapazitäten und Termine und können die Aufträge übergreifend planen und überwachen.

Wie diese Automatisierung in der Praxis aussieht, veranschaulichte AMS.Solution am Messestand anhand eines konkreten Beispiels. Mithilfe eines Lasergravur-Systems wurden live am Messestand individuelle Give-aways gefertigt. Dabei konnten Besucher und Interessenten die jeweils individuellen Aufträge vom ersten Klick bis zur fertigen Gravur komplett im System nachvollziehen. 

Über den integrierten Variantenkonfigurator legten sie die Gravur ihres Give-aways selbst fest. Mit der Bestellung erzeugte AMS.ERP automatisch einen eigenen, individuellen Auftrag inklusive aller Stamm- und Auftragsdaten, die für die Fertigung benötigt werden. Das System terminierte den Auftrag, übergab ihn an das Lasergravur-System und meldete die Fertigstellung zurück, ohne dass weitere manuelle Eingriffe erforderlich sind.

KI-gestützte Angebotserstellung 

In einem zweiten Szenario ging es um die KI-gestützte Angebotserstellung. Die im ERP-System integrierte künstliche Intelligenz (KI) kann vorhandene Vertriebsberichte und diverse weitere Berichtstypen auslesen und auf dieser Basis valide Angebotsstrukturen erstellen. Die enthaltenen Informationen werden den passenden Angebotspositionen automatisch zugeordnet, was die Zeit zwischen der Kundenanfrage und dem erstem Angebotsentwurf immens verkürzt, weil Ähnlichkeiten zu vorherigen Angeboten erkannt werden und der bislang manuelle Übertrag der Berichtsinhalte entfällt.

CO2-Erfassung direkt im ERP-Prozess

Auch das dritte Fokusthema der AMB 2026, Nachhaltigkeit, ist bei AMS.Solution bereits im Produkt verankert: Mit dem aktuellen Release können Anwender von AMS.ERP die zu erfassenden CO₂-Werte pauschal Artikeln, Kostenstellen oder Arbeitsplätzen zuordnen und ab dem Rechnungseingang durch den gesamten Auftrag führen, beispielsweise für Nachweise nach REACH oder CSRD. Liegen keine Herstellerangaben zu Verbräuchen vor, lassen sich generische Annahmen hinterlegen, sodass Anwender auf aufwendige Einzelrecherchen verzichten können. 

Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen an einem Forschungsprojekt mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau und der Universität Kassel, das eine Online-Plattform zur automatisierten Erfassung des CO₂-Fußabdrucks in Produktions- und Logistikprozessen entwickeln soll. Ziel ist es laut eigener Aussage, mittelständischen Fertigern der Losgröße 1+ belastbare CO₂-Werte zur Verfügung zu stellen, ohne den Aufwand für die Datenerfassung unverhältnismäßig zu erhöhen.

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