Ein Jahr früher produktiv Pay-per-Use: 36 Prozent weniger Capex

Ein Gastbeitrag von Julian Baier 4 min Lesedauer

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Mit Pay-per-Use finanzierten Beumer Group und RHI Magnesita eine kritische Produktionslinie, sparten 36 Prozent Capex und nahmen sie ein Jahr früher in Betrieb.

Mit Pay-per-Use finanzierte RHI Magnesita die Modernisierung seiner Materialfluss- und Absacklinie an einem österreichischen Produktionsstandort.(Bild:  Linxfour)
Mit Pay-per-Use finanzierte RHI Magnesita die Modernisierung seiner Materialfluss- und Absacklinie an einem österreichischen Produktionsstandort.
(Bild: Linxfour)

Investitionen in neue Produktions- und Verpackungslinien sind kapitalintensiv und treffen heute auf ein schwieriges Umfeld: harte Capex-Limits, lange Amortisationszeiträume und eine kaum prognostizierbare Nachfrage. Wer eine Linie für die maximale Auslastung dimensioniert, bindet Kapital, das bei Unterauslastung als Fixkosten das Betriebsergebnis belastet. Wer zu klein plant, riskiert Engpässe möglicherweise an Stellen, die über die gesamte Standortleistung entscheiden.

Genau hier setzt Pay-per-Use an. Statt eine Maschine klassisch über Kredit oder Leasing mit fixen Raten zu finanzieren, zahlt der Betreiber nutzungsabhängig – pro produzierte Einheit, pro Maschinenstunde oder, wie im folgenden Projekt, pro beladene Palette. Die Finanzierungskosten folgen damit den Erlösen, die mit der Maschine erwirtschaftet werden – ein Hebel für Risikoteilung, Bilanzstruktur und Investitionsgeschwindigkeit zugleich.

Pay-per-Use: Statt eine Maschine klassisch über Kredit oder Leasing mit fixen Raten zu finanzieren, zahlt der Betreiber nutzungsabhängig.

Das Projekt: 1,5 Millionen Euro, fünf Maschinen, die kritische Produktionslinie

RHI Magnesita, ein global agierender Hersteller von Feuerfestprodukten, modernisierte an einem Produktionsstandort in Österreich seine Materialfluss- und Absacklinie. Den Maschinenpark lieferte die Beumer Group, das Finanzierungsvolumen lag bei rund 1,5 Millionen Euro, verteilt auf fünf modulare Maschinen.

Die Linie ist keine Nebenanlage: Rund 110.000 Tonnen Feuerfestprodukt werden hier pro Jahr in 20-Kilogramm-Papiersäcke und 250- bis 2000-Kilogramm Bigpacks abgefüllt, palettiert und per Stretchhood für Lagerung und Transport in Folie verpackt. Sie bildet das Nadelöhr, durch den 100 Prozent des Standortausstoßes laufen – wahrlich eine „mission-critical“ Anlage. Wird sie zum limitierenden Faktor, betrifft es die Wertschöpfung des gesamten Standorts.

Eine solche Investition in einem Jahr mit hartem Capex-Limit klassisch zu stemmen, hätte bedeutet: warten. Stattdessen entschied sich RHI Magnesita für Pay-per-Pallet – die palettenbasierte Variante von Pay-per-Use. Das Ergebnis:
1. Capex-Reduktion um 36 Prozent durch Pay-per-Pallet bei niedriger Flexibilität – wodurch sich das Projekt ein Jahr früher realisieren ließ und in das globale Investitionsbudget passte. Dieser Wert ist eine projektspezifische Schätzung, die RHI Magnesita Accounting im Detail ermittelt hat.
2. Umwandlung von 25 Prozent der fixen Finanzierungskosten in variable Kosten, die sich an den Erlösen aus dem Materialverkauf orientieren.
3. Eine außerbilanzielle Behandlung (off-balance-sheet financing) nach den einschlägigen Rechnungslegungsstandards, für den variablen Teil der Finanzierung.
Aus einer einmaligen Millioneninvestition wird so eine Kostenposition, die mitatmet: Läuft die Linie auf Hochtouren, zahlt sie sich aus eigener Kraft; läuft sie langsamer, sinken die Kosten entsprechend.

Warum das Modell für beide Seiten funktioniert

Nutzungsbasierte Finanzierung entlastet nicht nur den Betreiber, sie nützt auch dem Maschinenhersteller. Für RHI Magnesita als Leasingnehmer liegt der Kern im Risikotransfer: Ein erheblicher Teil des Nutzungsrisikos – bis zu 75 Prozent – überträgt der Betreiber an Linxfour, und zwar ohne Strafzahlungen oder automatische Vertragsverlängerung bei Unterauslastung. Bleibt die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück, schlägt das nicht voll auf die Investitionsrechnung durch. Hinzu kommen die außerbilanzielle Betrachtung nach IFRS 16, die Verlagerung von Capex zu Opex und – gerade bei Unterauslastung – eine optimierte Total Cost of Ownership. Zeitweise ungenutzte Kapazität wird nicht zur teuren Hypothek, weil dafür schlicht keine Kosten anfallen.

Rund 110.000 Tonnen Feuerfestprodukt werden hier pro Jahr in 20-Kilogramm-Papiersäcke und 250- bis 2000-Kilogramm Bigpacks abgefüllt.(Bild:  Linxfour)
Rund 110.000 Tonnen Feuerfestprodukt werden hier pro Jahr in 20-Kilogramm-Papiersäcke und 250- bis 2000-Kilogramm Bigpacks abgefüllt.
(Bild: Linxfour)

Für die Beumer Group als Maschinenhersteller zahlt sich das Modell anders, aber nicht weniger deutlich aus. Klare Vorteile auf Kundenseite senken die Abschlusshürde und erhöhen die Maschinenverkäufe. Der Hersteller erhält Maschinenpreis und Verkaufsprovision sofort ausgezahlt und vermeidet das Kreditrisiko. Und über den verpflichtenden Wartungsvertrag entsteht planbarer After-Sales-Umsatz über die gesamte Laufzeit.

Diese Symmetrie – beide Seiten gewinnen – ist der Grund, warum Pay-per-Use im Maschinen- und Anlagenbau vom Nischenmodell zum strategischen Instrument wird. Für RHI Magnesita ist das Vorhaben ausdrücklich ein Pilotprojekt: Die Erkenntnisse können jedoch auf Nachfolgeprojekte übertragen werden. Auch die Nachhaltigkeit spielt mit: energieeffiziente Anlagentechnik und optimierte Logistik sollen die CO₂-Emissionen senken.

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Pay-per-Use verschiebt die Frage von „Können wir uns diese Maschine leisten?“ hin zu „Wie viel produziert diese Maschine für uns?“. Das ist ein anderes Denken über Investitionen.
Die 20-Kilogramm-Papiersäcke und 250- bis 2000-Kilogramm Bigpacks werden palettiert und per Stretchhood für Lagerung und Transport in Folie verpackt.(Bild:  Linxfour)
Die 20-Kilogramm-Papiersäcke und 250- bis 2000-Kilogramm Bigpacks werden palettiert und per Stretchhood für Lagerung und Transport in Folie verpackt.
(Bild: Linxfour)

Pay-per-Use: Erst rechnen, dann anfragen

So überzeugend die Logik klingt, in der Praxis scheitert die Auseinandersetzung mit Pay-per-Use oft an einer simplen Hürde: Wie sehen die Zahlen konkret aus? Wer ernsthaft über nutzungsbasierte Finanzierung nachdenkt, möchte das Zahlenwerk verstehen, bevor er sich auf ein konkretes Angebot einlässt. Dieser niedrigschwellige erste Schritt zum Kennenlernen fehlte bislang im Markt.

Linxfour ist der erste Anbieter im Pay-per-Use-Bereich, der diese Zahlen transparent und bereits vor einer konkreten Anfrage zur Verfügung stellt. Jeder kann spielend einfach ein Gefühl für die Zahlen bekommen, ohne zuerst einen Vertriebsprozess durchlaufen zu müssen. Wer zuerst nachrechnen kann, trifft fundiertere Entscheidungen.

Investitionsblock zur atmenden Kostengröße

Das Projekt von Beumer Group und RHI Magnesita zeigt exemplarisch, was nutzungsbasierte Finanzierung im realen Produktionsumfeld leisten kann: eine kritische Investition ein Jahr früher realisieren, das Capex-Budget deutlich entlasten, das Nutzungsrisiko teilen und die Kosten an den tatsächlichen Output koppeln – während der Maschinenhersteller schneller verkauft und langfristige Servicebeziehungen aufbaut.Pay-per-Use verschiebt die Frage von „Können wir uns diese Maschine leisten?“ hin zu „Wie viel produziert diese Maschine für uns?“. Das ist ein anderes Denken über Investitionen – und mit transparenten Werkzeugen wie dem Finanzierungsrechner beginnt der Einstieg in zwei Minuten.

In zwei Minuten durchgerechnet

Pay-per-Use einfach testen – ohne Anfrage und direkt am Laptop oder Smartphone. Vier Angaben genügen:
 
- Finanzierungsbetrag: Investitionsvolumen der Maschine oder Linie
 
- Laufzeit: geplante Vertragsdauer in Jahren
 
- Abrechnungseinheit: zum Beispiel Maschinenstunden oder Paletten
 
- Auslastung: erwartete Nutzung pro Periode
 
Der Finanzierungsrechner von Linxfour zeigt beispielhaft, wie sich die nutzungsbasierte Rate zusammensetzt – und wie Finanzierungskosten und tatsächlicher Output zusammenhängen.

Julian Baier ist Sales & Marketing Manager bei Linxfour.