Wer sich mit der digitalen Fabrik auseinandersetzt, kommt um ein Manufacturing Execution System, kurz MES, nicht umhin. Die Fertigungssoftware ist Grundpfeiler einer effizienten, transparenten und integrativen Smart Factory. Im folgenden Beitrag werden fünf wichtige Fakten zum Einsatz von MES-Lösungen vorgestellt.
Neue technologische Ansätze sollten keinesfalls als Ersatz für Personal gesehen werden, sondern die Effizienz bei der Fertigung erhöhen.
(Bild: Industrie Informatik)
Neben dem Einsatz von MES-Lösungen in der Smart Factory sind auch die Bereiche Fertigungsfeinplanung, Betriebs- und Maschinendatenerfassung, Traceability sowie Prozessvisualisierung bekannt, die zahlreiche Mehrwerte liefern. Ein etwas genauerer Blick offenbart weitere Fakten zu MES, die bisher vielleicht noch nicht bekannt waren.
MES leistet Beitrag zur Energieeffizienz
Energieeffizienz hat sich zu einem sozialen Verantwortungsthema in unserer Gesellschaft entwickelt und nimmt auch in der Fertigungsindustrie einen völlig neuen Stellenwert ein. Energiemanagement-Lösungen und ihre Funktionen rund um Planung, Erfassung, Steuerung und Analyse von Verbräuchen sind weitgehend bekannt. Ein MES kann allerdings auch abseits davon einen wesentlichen Beitrag zu einem optimierten Energieeinsatz leisten. Der Grundgedanke dahinter ist recht einfach: jegliche Art von Prozessverbesserung und Effizienzsteigerung wirkt sich (indirekt) auch positiv auf die Energiekonsumation aus.
Egal, ob es dabei um eine verbesserte Maschinenauslastung, die Reduktion von Durchlauf- und Rüstzeiten oder eine optimale Nutzung verfügbarer Kapazitäten auf Basis einer Feinplanung geht. Der Einsatz fertigungsbegleitender Qualitätssicherung beispielsweise reduziert Ausschüsse und wirkt sich somit ebenfalls positiv auf die Energiebilanz aus. Zudem kann bereits bei der Produktionsplanung die Energieeffizienz einzelner Maschinen und Anlagen berücksichtigt und als Planungskriterium hinzugezogen werden.
MES-Lösungen bieten Anwendungsfelder für künstliche Intelligenz
Apropos Produktionsplanung: MES-Lösungen bieten ein breites Anwendungsfeld für künstliche Intelligenz. Vor allem in der Fertigungsfeinplanung kann sich KI zur Schlüsseltechnologie aufschwingen. Der MES-Anbieter Industrie Informatik beispielsweise verfügt über marktreife Lösungen, deren Ziel es ist, wie ein intelligenter Planer selbstlernend zu agieren und laufend nach den bestmöglichen Planungsszenarien zu suchen. Zudem erhalten mit einer Out-of-the-box Predictive-Analytics-Lösung auch kleinere und mittelständische Unternehmen einen erschwinglichen Weg zu KI-Lösungen und damit den Blick in die Glaskugel ihrer Fertigung. Zuverlässige Prognosen zu Ausschüssen, Arbeitsplatzstörungen oder auch dem Qualitätsstatus sind nur einige der neuen Möglichkeiten. Diese technologischen Ansätze sollten allerdings keinesfalls als Ersatz für Personal gesehen werden, sondern den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielmehr die Arbeit erleichtern und dabei die Effizienz signifikant erhöhen.
MES erhöht Mitarbeiterzufriedenheit
Hartnäckig halten sich die Gerüchte um das Ersetzen von Mitarbeitern durch Softwaresysteme. Dabei zeigt sich ein klares Bild, wenn man auf realisierte MES-Projekte im deutschsprachigen Mittelstand blickt. Ein durchdacht umgesetztes Projekt unter Miteinbindung der betroffenen Belegschaft schafft zum einen hohe Akzeptanz für die neuen Systeme und stiftet auf der anderen Seite Mehrwerte, die sich in einer erhöhten Zufriedenheit beim Personal niederschlagen.
Es gilt, ein MES als das zu positionieren, was es im Kern ist: Ein System, das Funktionen zur Visualisierung, Steuerung und Optimierung der Fertigung bereitstellt. Genau diese Funktionen können die Arbeit erleichtern und dort unterstützen, wo es nötig ist. Unternehmen, denen es gelingt, ihre Belegschaft aktiv in den Prozess der Realisierung und Nutzung einzubinden, profitieren zudem von den kreativen Umsetzungsideen und -konzepten, die direkt von der Basis kommen und einen Kreislauf der stetigen Verbesserung nach sich ziehen können.
MES-Lösungen können einfach mehr
Exakt übersetzt bedeutet Manufacturing Execution System „Fertigungsausführungssystem“. Klingt nicht unbedingt aussagekräftig, beschreibt aber im Kern die Aufgaben eines MES – könnte man glauben. Mit den sich verändernden Anforderungen an die digitale Fertigungswelt und dem Druck hochdynamischer Märkte ändern sich auch die Einsatzgebiete der Produktionssoftware. Die umfassende Integration der gesamten Unternehmenswelt verlangt nach neuen Konzepten und Lösungsansätzen, die meist in einem Plattformgedanken münden.
Bei Industrie Informatik heißt diese zum Beispiel Cronetworld und wird als 360-Grad-Fertigungsplattform beschrieben. Anwender erhalten mit derartigen Technologien die Möglichkeit, den Schritt aus der reinen Produktionswelt zu machen und ihr digitales Ökosystem um externe Systeme zu erweitern und die integrative Kommunikation untereinander zu forcieren. Als Beispiel seien hier PLM- und CRM-Systeme, Webshops, BI-Tools oder Dokumentenmanagement genannt. Die individuelle Anpassbarkeit an die internen Anforderungen und Prozesse ist nahezu grenzenlos.
MES fördert das Verständnis für die Wertschöpfungskette
Wenn man schon beim Thema Prozesse ist, muss auch eine regelmäßig getätigte Aussage auf den Prüfstand gestellt werden: „Wir sind da recht speziell und machen das schon immer so.“ Ein Softwareprojekt sollte unbedingt als Chance gesehen werden, die eigenen Wertschöpfungsprozesse kritisch zu hinterfragen. Denn die Optimierung der eigenen Fertigung beginnt nicht erst mit dem Produktivstart der MES-Lösung. Vielmehr sollte ein Digitalisierungsprojekt schon in der Planungsphase intensiv genutzt werden, um in Anbetracht der ausgesprochenen Ziele erste Optimierungspotenziale aufzudecken, sich von Altlasten zu trennen und das Unternehmen für die künftigen Herausforderungen zu rüsten.
Dabei kann man auch vom tiefen fachlichen Know-how eines MES-Anbieters profitieren, der die Unternehmen idealerweise in einer partnerschaftlichen Beziehung von der ersten Minute an betreut und gemeinsam mit diesen den Grundstein für ein erfolgreiches Digitalisierungsprojekt legt. Dazu zählt vorab auch das uneingeschränkte Verständnis für die eigenen, oftmals langjährig etablierten und festgefahrenen Prozesse. Denn nur so werden Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von einem MES nachhaltig profitieren.
Der Autor Tino M. Böhler ist Fachjournalist in Dresden.
Stand: 16.12.2025
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