Intelligent vernetzte Intralogistik Wie Daten die Lagerlogik verändern

Ein Gastbeitrag von Brett Webster 4 min Lesedauer

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Daten sind der Treibstoff der Intralogistik. Das Dematic Command Center bündelt isolierte Informationen zu einem intelligenten Gesamtbild – für schnellere Entscheidungen und effiziente Prozesse.

Das Dematic Command Center bündelt Daten aus unterschiedlichen Systemen und schafft eine durchgängige Sicht auf Lagerprozesse.(Bild:  Dematic)
Das Dematic Command Center bündelt Daten aus unterschiedlichen Systemen und schafft eine durchgängige Sicht auf Lagerprozesse.
(Bild: Dematic)

In vielen Intralogistikprojekten wurde Digitalisierung lange Zeit vor allem als Einführung einzelner Systeme verstanden. Unternehmen investierten in Automatisierungstechnik, führten Warehouse Management Systeme ein und digitalisierten zunächst einzelne, isolierte Prozessbereiche. Diese Systeme bilden auch weiterhin das Rückgrat moderner Intralogistikprozesse.

Mit einer zunehmenden Systemvielfalt entsteht jedoch auch eine fragmentierte Datenlandschaft. Informationen aus Lagerverwaltung, Automatisierung und Materialflusssteuerung liegen häufig in getrennten Systemen vor. Dadurch fehlt der durchgängige Kontext für operative Entscheidungen. Entscheidend ist daher nichtmehr die reine Verfügbarkeit von Daten, sondern ihre Integration und kontextbezogene Nutzung. Daten entwickeln sich damit zu dem zentralen Steuerungsfaktor in der Intralogistik.

Früher hieß es: Fokus auf einzelne, isolierte Automatisierungs- und IT-Projekte. Da Daten in getrennten Systemen liegen, erfolgen Entscheidungen überwiegend reaktiv – und Probleme werden oft erst im laufenden Betrieb sichtbar.

Durchgängige Daten als Basis für sichere Entscheidungen

Isolierte Datenstrukturen erschweren Abstimmungen und verlangsamen und Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig werden Engpässe oder Leistungsabweichungen oft erst dann sichtbar, wenn sie bereits Auswirkungen auf den laufenden Betrieb haben.

Um Prozesse effizient steuern zu können, benötigen Unternehmen daher eine durchgängige Sicht auf alle relevanten Daten. Erst die Verknüpfung dieser Informationen ermöglicht ein vollständiges Bild des aktuellen Betriebsgeschehens. Verantwortliche können Entwicklungen dann früher erkennen, Zusammenhänge besser verstehen und Entscheidungen auf Basis einer belastbaren Datengrundlage treffen. Diese Transparenz wird zur zentralen Voraussetzung für eine reaktionsfähige und kontinuierliche optimierbare Lagersteuerung.

Digitale Plattformen verbinden Informationen

Moderne Softwareplattformen ermöglichen es mittlerweile, operative Daten aus unterschiedlichen Bereichen der Intralogistik zu bündeln und zentral bereitzustellen. So entsteht eine Informationsbasis, in der Daten aus Lagerverwaltungssystemen, Automatisierungslösungen und weiteren operativen Anwendungen zusammengeführt werden.

Auf dieser Grundlage entstehen integrierte Steuerungs- und Visualisierungssysteme, die den Gesamtüberblick über komplexe Logistikprozesse ermöglichen. Ein Beispiel für einen solchen Ansatz ist das Dematic Command Center. Die cloudbasierte Anwendung führt relevante Informationen in einer zentralen Benutzeroberfläche zusammen. Dadurch entsteht eine durchgängige Sicht auf Bestände, Aufträge, Materialflüsse und Anlagenzustände, unabhängig von der Systemlandschaft oder dem Automatisierungsgrad einer Anlage.

Schneller reagieren durch volle Datentransparenz

Im operativen Alltag ermöglicht dies eine genaue, kontextbezogene Bewertung des aktuellen Betriebsgeschehens. Abweichungen und potenzielle Störungen werden schneller erkennbar und können auf Basis aktueller Informationen adressiert werden. Ergänzend visualisiert die Plattform Materialflüsse zwischen unterschiedlichen Lager- und Prozessbereichen. Auf diese Weise lassen sich Zusammenhänge im Gesamtsystem nachvollziehen und die Auswirkungen von Engpässen oder Verzögerungen auf nachgelagerte Prozesse besser bewerten.

<p>Auf dem Bild: Drei Mitarbeitende im Dematic Monitoring and Response Center blicken auf eine große Monitorwand mit verschiedenen Daten-Dashboards und Echtzeit-Analysen.<p>
Bestände, Materialflüsse und Anlagenzustände werden in Echtzeit visualisiert und ermöglichen fundierte operative Entscheidungen.
(Bild: Dematic)

Zusätzlich ermöglicht das Dematic Command Center Echtzeit-Einblicke in den Zustand automatisierter Anlagen und technischer Systeme. Betriebs- und Wartungsinformationen werden zentral bereitgestellt, sodass operative Bereiche und Instandhaltung enger abgestimmt arbeiten können. Dies trägt dazu bei, potenzielle Ausfallzeiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu reduzieren. Durch die kontinuierliche Überwachung definierter Kennzahlen können Abweichungen im laufenden Betrieb zudem frühzeitig identifiziert werden. Werden die Schwellenwerte über- oder unterschritten, können Mitarbeitende schnell reagieren. Dadurch lassen sich Leistungsabweichungen frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten, bevor sie den laufenden Betrieb beeinträchtigen.

Der neue Standard: Vernetzte Systeme und durchgängiger Informationsfluss. Über eine zentrale Datenbasis für operative Prozesse entsteht volle Echtzeittransparenz über Prozesse und Anlagen – die Grundlage für eine vorausschauende Steuerung auf Basis von Echtzeitdaten.

KI-gestützte Analysen, Prognosen und Simulationen

Auch Künstliche Intelligenz spielt in modernen Intralogistiksystemen eine zunehmend wichtigere Rolle. Die im Dematic Command Center zusammengeführten und visualisierten Informationen bilden hierbei die Grundlage für weiterführende analytische und KI-gestützte Funktionen. Auf Basis dieser Daten lassen sich nicht nur aktuelle Zustände bewerten, sondern auch Entwicklungen und Zusammenhänge im Betrieb systematisch analysieren.

Ein nächster Entwicklungsschritt sind KI-basierte Anwendungen, die im Dematic Command Center ihre Anwendung finden und operative Prozesse nicht nur analysieren, sondern aktiv beeinflussen. Ziel ist es, Materialflüsse dynamisch zu steuern und Bestände so zu positionieren, dass Engpässe vermieden und vorhandene Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Ergänzend dazu ermöglichen digitale Zwillinge die Simulation komplexer logistischer Systeme auf Basis der vorhandenen Datenmodelle. So können beispielsweise Nachfrageschwankungen, Personalveränderungen oder Anlagenstillstände virtuell abgebildet und deren Auswirkungen auf den Gesamtprozess im Voraus bewertet werden.

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<p>Auf dem Bild: Ein Logistikmitarbeiter mit Schutzhelm betrachtet an einem Terminal direkt in der Lagerhalle ein Dashboard mit Leistungsdaten und Diagrammen zum Auftragsfortschritt.<p>
Vernetzte Daten bilden im Dematic Command Center die Grundlage für Analysen, Prognosen und die vorausschauende Steuerung logistischer Prozesse.
(Bild: Dematic)

Checkliste: Reifegrad der digitalen Intralogistik

Unternehmen können ihren digitalen Reifegrad entlang der folgenden Stufen bewerten. Je weiter Unternehmen diese Stufen umgesetzt haben, desto höher ist ihr digitaler Reifegrad in der Intralogistik.

1. Datentransparenz
- Sind relevante Betriebsdaten aus Lager, Automatisierung und Materialfluss zentral verfügbar?
- Werden Informationen aus unterschiedlichen Systemen konsolidiert?
 

2. Operative Sichtbarkeit
- Besteht ein durchgängiger Überblick über Bestände, Aufträge und Anlagenzustände?
- Werden Leistungskennzahlen kontinuierlich überwacht und analysiert?
 
 
3. Datenbasierte Entscheidungsunterstützung
- Werden Abweichungen und Trends im laufenden Betrieb frühzeitig erkannt?
- Unterstützen Daten aktiv operative Entscheidungen?

 
4. KI-gestützte Prozessoptimierung
- Werden Materialflüsse und Ressourcen auf Basis datenbasierter Analysen optimiert?
- Erfolgt eine dynamische Anpassung von Beständen und Prozessen?

 
5. Simulation und Szenarioplanung
- Können Auswirkungen von Störungen, Nachfrageschwankungen oder Kapazitätsänderungen vorab simuliert werden?
- Wird eine digitale Abbildung des Systems für Planungsentscheidungen genutzt?

Brett Webster
Leiter Produktmanagement bei Dematic

Bildquelle: Dematic