Zehn Jahre nach seiner Gründung blickt das Fraunhofer IGCV auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück. Aus einer neuen Forschungseinrichtung ist ein etabliertes Institut für Produktionstechnik geworden.
Die Referenten und die Institutsleiter des Fraunhofer IGCV: v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Wolfram Volk (Fraunhofer IGCV), MDirig. Dr. Manfred Wolter (Bayer. Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie), Dr.-Ing. Ralf Fröchtenicht (Langjähriger Kuratoriumsvorsitzender des Fraunhofer IGCV), Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub (Fraunhofer IGCV), Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler (Fraunhofer IGCV), Dr.-Ing. Lars Fiedler (Airbus Operations GmbH) und Karl Bayerle (Stadt Augsburg).
„Vor zehn Jahren haben wir den Grundstein für das Fraunhofer IGCV gelegt. Heute sind wir ein etablierter Partner für Forschung und Technologietransfer. Das verdanken wir der engen Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Industrie sowie dem Engagement unserer Mitarbeitenden“, sagt Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub. „Mit unserem neuen Claim ‚Produktion neu denken – gemeinsam gestalten wir den Weg von der Vision zum Produkt‘ richten wir den Blick auf die nächsten zehn Jahre: Unser Anspruch ist es, Forschung konsequent in industrielle Anwendung zu überführen.“
Zehn Jahre Wachstum und Technologietransfer
Hervorgegangen aus zwei Fraunhofer-Projektgruppen in Augsburg und dem Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der Technischen Universität München hat sich das IGCV seit seiner Gründung am 1. Juli 2016 zu einem etablierten Forschungsinstitut für Produktionstechnologien entwickelt. Rund 150 Mitarbeitende forschen heute an den Standorten Augsburg und Garching an Lösungen für die Produktion der Zukunft – von Gießerei- und Composite-Technologien über Additive Fertigung und Batterietechnologien bis hin zu Robotik, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Der Freistaat Bayern unterstützte den Aufbau des Instituts mit 43,5 Millionen Euro. Als größter Meilenstein der vergangenen zehn Jahre ist die Anerkennung als eigenständiges Fraunhofer-Institut (2020) zu nennen – ein bedeutender Schritt, der die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und erfolgreiche Entwicklung der zuvor als Fraunhofer-Einrichtung aufgebauten Organisation bestätigte. Große Infrastrukturprojekte wie die „Green Factory“, das „Multimaterial-Zentrum“ oder die „Forschungs- und Entwicklungsplattform für Batterien“ haben das IGCV in den vergangenen zehn Jahren nachhaltig geprägt. Gleichzeitig zeigen Forschungsprojekte wie die „First-time-right“-Fertigung des Airbus-A350-Türspants und das Spin-Off „Fidentis“ beispielhaft, wie das Institut Innovationen erfolgreich in die industrielle Anwendung überführt.
Festakt mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Industrie
Der Tenor der heutigen Jubiläumsveranstaltung war eindeutig: Produktion bleibt der Schlüssel für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Fraunhofer-Präsident Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Dr. Tobias Wolter vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie Karl Bayerle in Vertretung der Stadt Augsburg würdigten das Fraunhofer IGCV als festen Bestandteil des bayerischen Innovationssystems. Besonders hervorgehoben wurden die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Industrie sowie der erfolgreiche Transfer neuer Technologien in die Praxis. Schlussendlich brachte Prof. Hanselka die wichtigste Botschaft auf den Punkt: „Die Menschen sind es, die dafür sorgen, dass echte Innovationen entstehen.“
Abschied eines Wegbereiters
Verleihung der Fraunhofer-Medaille an Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler (Institutsleiter Fraunhofer IGCV, rechts), verliehen im Auftrag des Präsidenten durch Dr. Marius Dichtl.
(Bild: Fraunhofer IGCV)
Mit dem Jubiläum geht zugleich eine Ära zu Ende: Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler verabschiedete sich nach jahrzehntelangem Engagement in Forschung und Lehre in den Ruhestand. Als international anerkannter Composite-Experte baute er zunächst den Fraunhofer-Institutsteil FIL in Augsburg auf und führte ihn gemeinsam mit zahlreichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern in das heutige IGCV. Mit seinem wissenschaftlichen Weitblick, seinem internationalen Netzwerk – insbesondere in der Luft- und Raumfahrt – und seinem Engagement für den Technologietransfer prägte er die Entwicklung des Instituts entscheidend. In seiner Abschiedsrede blickte Drechsler auf die Anfänge vor rund 20 Jahren zurück. Aus kleinen Schritten sei mit großem Engagement vieler Beteiligter ein Institut entstanden, das heute den Forschungs- und Technologiestandort Augsburg nachhaltig präge. Den Erfolg des Fraunhofer IGCV verstand er dabei ausdrücklich als Gemeinschaftsleistung.
Fraunhofer IGCV: Forschung für die Zukunft
Mit dem Jubiläum richtet das Institut den Blick auch ganz bewusst nach vorn. Die neue Hightech Agenda Bayern eröffne neue Möglichkeiten für die anwendungsorientierte Forschung, betonte Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Daub: „Vor zehn Jahren wurde mit der Gründung des Fraunhofer IGCV der Grundstein für vieles gelegt, was heute erfolgreich wirkt. Jetzt gilt es, diesen Weg mit Weitblick weiterzugehen und die neuen Rahmenbedingungen zu nutzen, um gemeinsam weitere Innovationen auf den Weg zu bringen. Prof. Klaus Drechsler hat das Fraunhofer IGCV entscheidend mit aufgebaut und geprägt. Umso mehr freut es uns, dass er dem Institut auch künftig als geschätzter Ratgeber und Netzwerker verbunden bleibt.“
Stand: 16.12.2025
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