Automatisierung und Industrial AI 27. VDI-Kongress Automation diskutierte Zukunftsthemen

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz (KI), Datensouveränität und zahlreiche weitere prägende Themen diskutierten 320 Teilnehmende aus Wirtschaft und Wissenschaft beim 27. VDI-Kongress Automation in Baden-Baden.

Die aufrüttelnde Opening Keynote von Prof. Dr. Feiyu Xu begeisterte die Teilnehmenden auf der Automation 2026.(Bild:  VDI Wissensforum)
Die aufrüttelnde Opening Keynote von Prof. Dr. Feiyu Xu begeisterte die Teilnehmenden auf der Automation 2026.
(Bild: VDI Wissensforum)

Was werden die nächsten entscheidenden Schritte der KI-Revolution in der Industrie sein? In welchen Anwendungen stecken in den kommenden Jahren die größten Potenziale und wie können Unternehmen auf diesem Weg ihre Datensouveränität langfristig sichern? Hochaktuelle Fragestellungen diskutierte die Automatisierungs-Community am 17. und 18. Juni 2026 beim 27. VDI-Kongress Automation in Baden-Baden. Mit rund 320 Teilnehmenden aus Wirtschaft und Wissenschaft wurde der Leitkongress der Mess- und Automatisierungstechnik erneut seiner international führenden Rolle gerecht.

„Wir brauchen einen europäischen Vorreiter für KI“

Konkrete Anwendungen im Bereich Industrial AI und Fragen zum zukünftigen Umgang mit Daten zogen sich beim VDI-Kongress als roter Faden durch die beiden Veranstaltungstage. Den Ton setzte gleich zu Beginn Prof. Dr. Feiyu Xu, Univ.-Professor of Industry AI at German University of Digital Science, Board Member und Senior Advisor, mit ihrer Keynote. Wie kann aus technologischer Expertise in zentralen Industriebereichen Europas wieder strategische Stärke entstehen? Die Antwort der renommierten Expertin: „Wir benötigen in Europa so etwas wie einen Airbus für KI. Es muss massiv in digitale Infrastruktur, Energie und Talente investiert werden. Noch ist Zeit dafür, wenn jetzt gehandelt wird.“ Ihr Argument: Besonders in Industrial Al, Engineering Al, Physical Al und vertrauenswürdiger KI besitze Europa strukturelle Vorteile durch seine starke Industrie, regulatorische Kompetenz und hochwertige Unternehmensdaten.

Gemeinsame Dataspaces für Datensouveränität

In der anschließenden Podiumsdiskussion „Industrie im Datenraum: Wie Dataspaces die Souveränität sichern“ folgten auf den Appell konkrete Handlungsempfehlungen – bezogen insbesondere auf Datenräume zur Sicherung der Souveränität und des sicheren Datenaustausches. „Notwendig dafür ist in den Unternehmen eine stark datengetriebene Kultur. Erfreulich ist zu beobachten, dass bereits eine große Bereitschaft zu gemeinsamen Dataspaces in der Industrie vorhanden ist“, sagte Daniel Traub (Schwarz Digits). Martin May (Schunk), der die Diskussion moderierte, verwies auf erste Erfolgsbeispiele: „Es gibt Datenräume, die bereits sehr gut funktionieren, etwa im Automobilbereich.“

Standards schaffen Vertrauen

Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg benötigt eine belastbare Infrastruktur und durchsetzbare Regeln. Das machte Ulrich Ahle, CEO der Gaia-X European Association for Data and Cloud, in seiner Keynote auf dem VDI-Kongress deutlich: „Data does not flow on rainbows“, so sein plakatives Credo. Souveränität heißt für Ahle, dass der Erzeuger eines Datensatzes technisch erzwingen kann, was ein Empfänger damit tun kann. Dafür wiederum braucht es gemeinsame Standards und Trust Frameworks, wie sie etwa Gaia-X entwickelt hat.

Dass Europa hinsichtlich eigener KI-Infrastrukturen keineswegs bei „Null“ steht, machten zwei weitere Keynote-Speaker deutlich: Robin Hermann von Stackit mit Blick auf europäische Cloud-Infrastrukturen sowie Sven J. Körner von Aleph Alpha mit Fokus auf Cloud-Infrastrukturen und KI-Anwendungen.

Auf dem Weg zur Superintelligenz

Einen kompakten Überblick über den aktuellen Stand der KI-Modelle und zukünftige Entwicklungssprünge gab Prof. Dr. Hans Uszkoreit, wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Auf dem VDI-Kongress zeigte er Möglichkeiten und Grenzen der heutigen Sprachmodelle auf und beschrieb die Chancen der Agentic AI, die eine weitergehende Automatisierung vieler industrieller Prozesse ermöglicht. „Dabei können Agenten selbst die weiteren eingesetzten Agenten überwachen und als Troubleshooter bei Sonderfällen eingreifen.“ Zudem erwartet der KI-Pionier rasante weitere Fortschritte: „Eine KI-Superintelligenz könnte schon in zwei bis drei Jahren Realität werden.“

VDI-Kongress: Fachausstellung und Future Zone

Die Fachausstellung lieferte den perfekten Rahmen für das hochkarätige Vortragsprogramm. (Bild:  VDI Wissensforum)
Die Fachausstellung lieferte den perfekten Rahmen für das hochkarätige Vortragsprogramm.
(Bild: VDI Wissensforum)

Auch in diesem Jahr war der VDI-Kongress von einer großen thematischen Breite und der Mischung von akademischen Vorträgen sowie Erfolgsbeispielen und Anwendungsberichten aus der Industrie geprägt. Die Fachbeiträge spannten sich über Schwerpunktthemen wie AI, Data Science & Dataspaces, Prozessautomation, Robotics & Autonomous Systems, Safety & Security, Verwaltungsschale und Digital Twin bis zur diskreten Produktion. In der begleitenden Fachausstellung gaben die Aussteller Einblick in aktuelle Lösungen, während die Future Zone Start-ups und Hochschulen eine eigene Bühne bot. Den vielbeachteten Pitch-Wettbewerb auf der Startup-Stage konnte das junge Unternehmen Prokube mit seinem Ansatz einer souveränen KI-Infrastrukturplattform für sich entscheiden.

Drei Veranstaltungen unter einem Dach

Das Kongressticket öffnete zugleich die Türen zu zwei parallelen VDI-Fachkonferenzen. „Machine Vision – Von der Inspektion zur smarten Revolution“ widmete sich den neuesten Trends und Anwendungsfeldern der industriellen Bildverarbeitung, mit zahlreichen Praxisberichten und KI-basierten Lösungen.

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Die Konferenz „Gebäudeautomation – Intelligent und nachhaltig“ rückte die Automatisierung von Nichtwohngebäuden in den Mittelpunkt. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Keynote „KI für die Gebäudeautomation – Zwischen Hype und handfestem Nutzen“ sowie Beiträge zu intelligenter Ladeinfrastruktur und Batteriespeichern. Die Themen verdeutlichten, wie sich die Gebäudeautomation kontinuierlich weiterentwickelt und neue Anforderungen aus Energie-, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitskonzepten aufgreift.

So konnten die Teilnehmenden beim VDI-Kongress eigene Schwerpunkte setzen und drei Veranstaltungen unter einem Dach für sich nutzen. Wer den fachlichen Austausch ins Persönliche verlängern wollte, fand dafür in den Networking Areas und beim Abendevent viel Gelegenheit. Für die passende Note sorgte die Dinner Speech von Dr. Hendrik Susemihl (goodBytz), der unter dem Titel „Autonomie im Alltag: 2026 wird Essen zur digitalen Souveränität“ das Leitthema augenzwinkernd bis auf den Teller verlängerte.

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