Große Expertenumfrage

Das sind die aktuellen Trends in der Intralogistik

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Statements von Linde Material Handling und MHP

Fragen an die Experten

1. Welche Themen und Trends treiben Unternehmen in der Intralogistik derzeit am stärksten um?

2. Wo sehen Sie die größten Hebel, um Logistikprozesse in der Produktion zu verbessern?


3. Was sind die größten Hürden bei der Einführung digitaler Lösungen in der Intralogistik?
 

Torsten Rochelmeyer, Linde Material Handling

Torsten Rochelmeyer ist Senior Director Strategy & Solution Portfolio bei Linde Material Handling.(Bild:  Linde Material Handling)
Torsten Rochelmeyer ist Senior Director Strategy & Solution Portfolio bei Linde Material Handling.
(Bild: Linde Material Handling)

1. Zu den großen Trends zählen erstens Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz, um dem wachsenden Fachkräftemangel zu begegnen, Effizienzpotentiale zu heben und die Intralogistik zukunftssicher aufzustellen. Das zweite Thema ist die Elektrifizierung der Flurförderzeugflotte, um sich als Unternehmen nachhaltiger und kosteneffizienter aufzustellen. Drittens hat die betriebliche Sicherheit ein starkes Gewicht bekommen, um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen und Kosten durch Schäden an Infrastruktur und Waren zu vermeiden.

2. Automatisierung spielt eine zunehmende Rolle. Insbesondere für leicht standardisierbare Materialbewegungen zwischen zwei Punkten gibt es schnell zu implementierende Lösungen, die kostenmäßig überschaubar sind. Des Weiteren spielt das richtige Materialflusskonzept eine Rolle. Routenzüge beispielsweise können durch die Bündelung von Transporten größere Materialmengen auf einmal befördern, was die Anzahl der Fahrten reduziert. Einen großen Hebel bilden außerdem daten- und zunehmend KI-gestützte Analysen. Ein Beispiel ist das webbasierte Kundenportal „myLinde“. Es bündelt wichtige Flottenmanagement- sowie Sicherheits- und Energielösungen und greift auf sämtliche Daten der erfassten Fahrzeuge zu. Mit einer integrierten KI-Chat-Funktion können Anwender zukünftig Flottendaten per natürlicher Sprache abrufen.

3. Bei der Einführung digitaler Lösungen ist erst einmal eine gewisse Vorarbeit zu leisten. Hardware und Software sind zu installieren, Schnittstellen zu definieren und die Systeme mit den initialen Daten zu füttern. Gleichzeitig ändert sich die Arbeitsweise der Mitarbeitenden, d.h. ein Großteil des Erfolgs hängt davon ab, ob sie geschult und „mitgenommen“ werden. Die Kosten sind zwar auch immer noch ein Thema, aber dieser Punkt wird zunehmend kleiner, denn modulare und skalierbare Lösungen senken die Einstiegshürden. Zudem führen die erzielbaren Effizienzverbesserungen zu einem schnelleren Return-on-Investment.

Die Kosten sind zwar auch immer noch ein Thema, aber es wird zunehmend kleiner, denn modulare und skalierbare Lösungen senken die Einstiegshürden.

Torsten Rochelmeyer

Dr. Julian Popp, MHP

Dr. Julian Popp ist Associated Partner MHP.(Bild:  MHP)
Dr. Julian Popp ist Associated Partner MHP.
(Bild: MHP)

1. Intralogistiker beschäftigen sich derzeit intensiv mit Themen rund um Automatisierung und die zunehmenden Einsatzmöglichkeiten von Robotik, da diese die Effizienz steigern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenwirken können. Bei Robotern wird insbesondere die „Perception“ immer besser, also die Fähigkeit, die Umgebung über Sensoren und passende Algorithmen wahrzunehmen. Dadurch können Aufgaben selbst erkannt und anschließend direkt bearbeitet werden.

2. Das Potential für Logistikprozesse in der Produktion liegt vor allem in einer konsequenten Digitalisierung und Einführung vernetzter Systeme. Noch heute wird an vielen Stellen in der Logistik nur auf Basis von manuellen Events (z. B. Barcodescan) ein digitales Abbild des physischen Prozesses erzeugt. Hier liegt durch den Einsatz von Kamerasystemen und AutoID-Technologien ein hohes Anwendungspotential zur Erreichung von Transparenz. Dies schafft wiederum Daten für die Analyse und Verbesserung von Prozessen. Es gibt erste Beispiele, wie Unternehmen auf Basis dieser Daten erfolgreich die Nutzung von KI-basierten Steuerungs- und Analysesystemen aufsetzen und täglich weiter verbessern.

3. Zu den größten Hürden gehört definitiv die unternehmensweite Standardisierung. Noch heute erleben wir in Unternehmen viele spezialisierte Logistikprozesse (z. B. Behältergrößen/Verpackungseinheiten), die eine Skalierung der Automatisierung über Standorte hinweg stark erschweren. Zusätzlich gibt es in Europa viele Brownfield-Werke, die für eine Automatisierung nicht die idealen Rahmenparameter bieten. Teilweise lohnt der große Wurf in eine neue Halle, um hier eine höhere Automatisierung und Prozessstandardisierung erreichen zu können.

Noch heute erleben wir in Unternehmen viele spezialisierte Logistikprozesse, die eine Skalierung der Automatisierung über Standorte hinweg stark erschweren.

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