Holger Friedrich im Interview „Digitalisierung ist für den Mittelstand kein Selbstzweck“

Von Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

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Der Druck auf den Mittelstand wächst. Digitalisierung und Automatisierung werden dabei als Überlebensstrategien verstanden. Das weiß auch Holger Friedrich von Delta Electronics. Er nahm sich am Rande der Hannover Messe 2026 kurz Zeit für ein Gespräch. 

Holger Friedrich, Senior Group Key Account Manager Industrial Automation bei der Delta Electronics GmbH(Bild:  Delta)
Holger Friedrich, Senior Group Key Account Manager Industrial Automation bei der Delta Electronics GmbH
(Bild: Delta)

Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, umso produktiver ist es. Dieser Zusammenhang ist umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung des Unternehmens bereits fortgeschritten ist. 

Das gilt auch für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Und doch tut sich gerade der Mittelstand mitunter schwer beim Thema Digitalisierung. Wie eine aktuelle Studie zeigt, dass die Digitalisierungsaktivitäten des deutschen Mittelstands über alle Wirtschaftszweige hinweg zuletzt eingebrochen sind.

Studien sagen das eine, Menschen mitunter etwas anderes. Die Redaktion traf auf der Hannover Messe unter anderem Holger Friedrich, Senior Group Key Account Manager Industrial Automation bei der Delta Electronics GmbH. Im Interview macht er deutlich: Die digitale Stagnation ist nicht das Ergebnis falscher Prioritäten. 

Digital Manufacturing: Hier in Hannover sehen wir viele große Unternehmen. Aber traditionell bildet ja der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wie geht es dem?

Holger Friedrich: Der Mittelstand steht aktuell unter immensem Druck – steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und ein immer stärkerer internationaler Wettbewerb. Gleichzeitig sehen wir aber auch: Der Mittelstand ist extrem anpassungsfähig und innovationsstark. Viele Unternehmen nutzen die aktuellen Herausforderungen als Chance, ihre Prozesse effizienter und nachhaltiger aufzustellen. 

Digitalisierung ist auf der Hannover Messe seit Jahren das Schlagwort. Automatisierung, Robotik und KI können – so die Hoffnung – den Industriestandort neu definieren. Wie genau profitiert der Mittelstand von der digitalen Transformation?

Digitalisierung ist für den Mittelstand kein Selbstzweck, sondern ein ganz konkreter Hebel für Effizienz. Mit Automatisierung und KI können Unternehmen beispielsweise ihre Produktionsprozesse besser steuern, Ausfälle vermeiden und Ressourcen gezielter einsetzen. 

Digitale Zwillinge helfen dabei, Prozesse im Voraus zu simulieren und zu optimieren. Das bedeutet am Ende: weniger Stillstand, geringere Kosten und mehr Flexibilität – also genau das, was der Mittelstand aktuell benötigt.

Wo finden diese Wandlungen bereits statt?

Wir sehen diese Transformation schon ganz konkret in der Produktion – zum Beispiel in der Elektronikfertigung oder in der Intralogistik. Dort werden kollaborative Roboter eingesetzt, die flexibel mit Menschen zusammenarbeiten, oder vernetzte Systeme, die ganze Produktionslinien miteinander verbinden. 

Auch im Energiemanagement passiert viel: Unternehmen optimieren ihren Energieverbrauch aktiv und integrieren Speicherlösungen, um unabhängiger und effizienter zu werden.

Zum Schluss: Welche Lösungen – nicht nur für den Mittelstand – haben Sie in diesem Jahr mitgebracht?

Wir zeigen hier auf der Hannover Messe, wie die Industrie der Zukunft konkret aussehen kann – und verstehen uns als Partner für eine nachhaltige Transformation. Ein Highlight ist unsere KI-gestützte Smart Factory, in der wir Automatisierung, Robotik und digitale Zwillinge intelligent verbinden. Dazu gehören auch unsere D-Bots, die Materialflüsse flexibel und effizient organisieren. 

Ein weiterer Fokus ist unsere neue Stromversorgungsserie ‚Chameleon‘ – besonders effizient, robust und ideal für anspruchsvolle industrielle Umgebungen. Und im Energiebereich zeigen wir integrierte Lösungen aus Ladeinfrastruktur, Energiespeicherung und Energiemanagement – für mehr Effizienz und weniger Lastspitzen. 

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