Automatisiertes Schweißen als Schlüsseltechnologie Fraunhofer-Technologien stärken Produktion bei ATA

Von Fraunhofer IFF 3 min Lesedauer

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Anwendungsorientierte Forschung für die Produktion: ATA, Polarith und Fraunhofer IFF präsentieren innovative Schweißlösungen für den Stahlbau als Wettbewerbsvorteil für Sachsen-Anhalt. 

Fraunhofer-Technologien der »Automatisierten Manufaktur« stärken Produktion bei ATA Aschersleben: Ziel des Projekts ist es, das automatisierte Schweißen großer und komplexer Bauteile sicherer, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten. (Bild:  © sittinan/stock.adobe.com)
Fraunhofer-Technologien der »Automatisierten Manufaktur« stärken Produktion bei ATA Aschersleben: Ziel des Projekts ist es, das automatisierte Schweißen großer und komplexer Bauteile sicherer, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten.
(Bild: © sittinan/stock.adobe.com)

Wie anwendungsorientierte Forschung erfolgreich den Weg in die industrielle Praxis findet, zeigt die Zusammenarbeit zwischen der ATA Anlagentechnik Aschersleben GmbH, der Polarith GmbH und dem Fraunhofer IFF. Im Rahmen eines Besuchs verschafft sich die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, Stefanie Pötzsch, einen Einblick in die gemeinsam entwickelten Technologien und deren konkrete Anwendung in der Produktion. Im Fokus stehen innovative Lösungen für das automatisierte Schweißen großer Stahlbauteile sowie deren Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Sachsen-Anhalt.

Projekt INTAS

Das Projekt INTAS wurde durch das Land Sachsen-Anhalt und die Europäische Kommission gefördert. Projektträger ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Das Projekt SIMMI wurde von der Europäischen Union und dem Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Forschung wird industrielle Praxis

Ausgangspunkt der Zusammenarbeit ist das Forschungsprojekt INTAS, in dem die Projektpartner gemeinsam einen intuitiv bedienbaren Assistenzroboter für das automatisierte Mehrlagenschweißen entwickelt haben. Ziel war es, körperlich belastende Tätigkeiten zu reduzieren, die Qualität der Schweißprozesse zu steigern und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die entwickelte Technologie ermöglicht eine deutlich vereinfachte Programmierung von Robotern und unterstützt die präzise Bearbeitung komplexer Stahlbauteile. Für die ATA bedeutet dies eine spürbare Entlastung der Beschäftigten, eine höhere Effizienz in der Fertigung und eine langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurde das Folgeprojekt SIMMI initiiert, das aktuell gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Forschung umgesetzt wird. Ziel des Projekts ist es, das automatisierte Schweißen großer und komplexer Bauteile sicherer, flexibler und wirtschaftlicher zu gestalten. Dazu werden innovative Sensor- und Regelungssysteme entwickelt, die Schweißprozesse in Echtzeit überwachen und automatisch anpassen. Gleichzeitig entstehen neue Konzepte für eine flexible und sichere Zusammenarbeit von Mensch und Roboter direkt am Bauteil. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, auch anspruchsvolle Fertigungsprozesse effizient zu automatisieren. Für die Industrie in Sachsen-Anhalt werden dabei wichtige Impulse für moderne, sichere und nachhaltige Produktionsverfahren gesetzt.

Die Projekte stehen beispielhaft für die Forschungsarbeiten des Fraunhofer IFF zur Realisierung der „Automatisierten Manufaktur“ in der industriellen Produktion. Vor dem Hintergrund zunehmender Komplexität, steigender Flexibilitätsanforderungen und wachsender Fachkräfteengpässe unterstützt das Forschungsinstitut Unternehmen dabei, ihre Produktion grundlegend neu zu denken und zukunftsfähig auszurichten.
Die Automatisierte Manufaktur steht für ein Produktionsparadigma, in dem teil- und hochautomatisierte Systeme auch individuelle Fertigungsprozesse mit kleinen Losgrößen ermöglichen und selbst in Bereichen, die bislang aufgrund hoher kognitiver oder manueller Anforderungen nicht automatisierbar waren. Für Unternehmen wie die ATA entsteht so die Möglichkeit, Flexibilität und Effizienz miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten nachhaltig zu verbessern.
Der Besuch von Staatssekretärin Pötzsch unterstreicht die strategische Bedeutung solcher Projekte für den Innovationsstandort Sachsen-Anhalt. „Es ist großartig zu sehen, wie Forschung und Industrie hier Hand in Hand arbeiten. Die Technologien, die in den Projekten INTAS und SIMMI entwickelt wurden, zeigen eindrucksvoll, dass Innovationen direkt in die industrielle Praxis überführt werden können – zum Nutzen der Beschäftigten und der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.“

Mobile Robotik für die Produktion von morgen

Die Projektpartner wollen aber noch einen Schritt weitergehen und die Transformation der Fertigung bei der ATA konsequent fortführen. Geplant ist die Einführung kollaborativer Robotersysteme, sogenannter Cobots, für automatisierte Schweißprozesse an Großbauteilen. Ziel ist es, flexible und mobile Robotiklösungen zu entwickeln, die sich an wechselnde Bauteilgeometrien anpassen und direkt in bestehende Produktionsabläufe integriert werden können. Anders als klassische, stationäre Schweißroboter sollen diese Systeme auf mobilen Plattformen oder Schienensystemen eingesetzt werden und so erstmals auch die wirtschaftliche Automatisierung von Einzelstücken und Kleinserien im Großbauteilbereich ermöglichen.

Staatssekretärin Stefanie Pötzsch: "Die Technologien, die in den Projekten INTAS und SIMMI entwickelt wurden, zeigen eindrucksvoll, dass Innovationen direkt in die industrielle Praxis überführt werden können – zum Nutzen der Beschäftigten und der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.“ (Bild:  © Rayk Weber)
Staatssekretärin Stefanie Pötzsch: "Die Technologien, die in den Projekten INTAS und SIMMI entwickelt wurden, zeigen eindrucksvoll, dass Innovationen direkt in die industrielle Praxis überführt werden können – zum Nutzen der Beschäftigten und der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.“
(Bild: © Rayk Weber)

Mit den Forschungsprojekten ist die ATA Aschersleben GmbH bereits entscheidende Schritte hin zu einer zukunftsfähigen, digitalisierten Produktion gegangen. Dabei sind neue Lösungsansätze für zentrale Herausforderungen der Industrie entstanden, etwa die flexible Automatisierung komplexer Fertigungsprozesse, die Verbesserung von Arbeitsbedingungen sowie die Sicherstellung von Qualität und Effizienz bei steigenden Anforderungen. Der Besuch macht deutlich, wie wichtig langfristige Partnerschaften zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik sind, um technologische Innovationen erfolgreich in die Anwendung zu bringen und die industrielle Transformation aktiv zu gestalten.

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