PPS genügt in stabilen, einfachen Produktionen. Bei hoher Variantenvielfalt, mehreren Engpässen oder kurzfristigen Änderungen liefert APS belastbare, kapazitätsgeprüfte Feinplanung.
Das APS‑System Ganttplan ergänzt PPS‑Funktionen um kapazitätsgeprüfte Planungs-, Monitoring‑ und Transparenzfunktionen und visualisiert Auftragsplanung, Ressourcen‑Ampeln sowie Kennzahlen direkt in der Produktionsumgebung.
PPS-Systeme bilden seit Jahrzehnten die Grundlage der operativen Fertigungsplanung und -steuerung. Sie verarbeiten Stammdaten wie Stücklisten, Arbeitspläne, Kapazitäten und Bestände, ermitteln Materialbedarfe und unterstützen die Terminierung von Fertigungsaufträgen. „PPS ist keineswegs veraltet. In stabilen Produktionsumgebungen mit überschaubarer Variantenvielfalt, wenigen kurzfristigen Änderungen und einfachen Kapazitätssituationen kann dieser Ansatz nach wie vor ausreichend sein“, sagt Dr. Kirsten Hoffmann, Produktmanagerin bei Dualis. „An Grenzen stößt PPS jedoch, wenn komplexe Engpässe, wechselnde Restriktionen oder ressourcenabhängige Reihenfolgen realitätsnah berücksichtigt werden müssen. Es plant häufig mit vereinfachten Annahmen und funktioniert reaktiv.“
Viele Unternehmen sprechen zunächst von PPS, suchen tatsächlich aber eine Lösung für die kapazitätsgeprüfte Feinplanung.
PPS plant schrittweise – APS simultan und restriktionsbasiert
Klassische PPS-Systeme planen meist schrittweise: Das Ergebnis eines Planungsschritts bildet jeweils die Grundlage für den nächsten. Dieses Vorgehen funktioniert in stabilen Produktionsumgebungen, berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Materialverfügbarkeit, Kapazitäten, Reihenfolgen und Auslastung jedoch nur eingeschränkt. Die Folge können unrealistische Starttermine, unberücksichtigte Engpässe oder Terminabweichungen bei hoher Auslastung sein. APS-Systeme verfolgen einen anderen Ansatz. Advanced Planning & Scheduling plant simultan und restriktionsbasiert. Maschinen, Personal, Werkzeuge, Material, Reihenfolgen und Kapazitäten werden gemeinsam betrachtet. So entsteht ein Fertigungsplan, der die tatsächlichen Bedingungen in der Produktion deutlich besser abbildet. „Ein APS-System geht nicht von theoretisch unbegrenzten Ressourcen aus, sondern berücksichtigt verfügbare Kapazitäten, Engpässe, Rüstzeiten und dynamische Durchlaufzeiten. Dadurch entstehen belastbare Aussagen zu Lieferterminen, Auslastung und Termintreue“, erklärt Dr. Kirsten Hoffmann.
Mit Ganttplan ergänzt das Softwareunternehmen Dualis ERP- und MES-Lösungen um eine kapazitätsgeprüfte Feinplanung. Das System plant Fertigungsaufträge auf Basis tatsächlich verfügbarer Ressourcen und berücksichtigt Maschinen, Arbeitsplätze, Personal, Betriebsmittel, Material sowie Termin- und Kostenrestriktionen. Ganttplan unterstützt die simultane Planung mehrerer Ressourcen, integriert Materialverfügbarkeiten und ermöglicht die optimierungsbasierte Auswahl von Produktionsalternativen. Aufträge lassen sich automatisiert terminieren, im grafischen Fertigungsleitstand visualisieren und bei Bedarf restriktionsgeprüft anpassen. Mithilfe von What-if-Szenarien können Unternehmen die Auswirkungen neuer Aufträge, geänderter Prioritäten, Materialengpässe oder Kapazitätsverschiebungen auf Termine, Auslastung und Durchlaufzeiten bereits vor der Umsetzung bewerten. Damit unterstützt APS die Feinplanung nicht nur bei der Ressourcenzuordnung, sondern macht die Folgen alternativer Planungsentscheidungen transparent und schafft eine fundierte Grundlage für operative Entscheidungen.
Ein APS-System geht nicht von theoretisch unbegrenzten Ressourcen aus, sondern berücksichtigt verfügbare Kapazitäten, Engpässe, Rüstzeiten und dynamische Durchlaufzeiten.
PPS und APS ergänzen sich
In modernen Produktionsumgebungen stehen PPS und APS nicht im Wettbewerb, sondern ergänzen sich funktional. Die PPS-Funktionen – häufig bereits in ERP-Systemen integriert – unterstützen insbesondere Materialplanung, Auftragsmanagement und Grobplanung. APS ergänzt diese um eine kapazitätsgeprüfte Feinplanung, die Ressourcenrestriktionen, Reihenfolgen und Engpässe berücksichtigt. Gemeinsam mit ERP und MES entsteht so ein durchgängiger Planungs- und Steuerungsprozess. Entscheidend ist dabei, dass planungsrelevante Stamm- und Bewegungsdaten nicht isoliert in einzelnen Systemen verbleiben, sondern entlang des gesamten Prozesses genutzt werden. So lassen sich kaufmännische Vorgaben, operative Planung und Rückmeldungen aus der Fertigung auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenführen.
Die Multiressourcenplanung und Leitstand‑Ansicht als Ampelsystem im APS‑System Ganttplan ergänzt PPS‑Funktionen um eine kapazitätsgeprüfte Feinplanung und visualisiert Auftragsbelegung, Engpässe und Prioritäten in Ampelfarben.
(Bild: Dualis GmbH IT Solution)
Die Produktionsrealität bestimmt die Systemwahl
PPS eignet sich also für Fertigungen mit einfachen Strukturen, geringer Dynamik und wenigen Ressourcenengpässen. APS wird relevant, wenn mehrere Engpässe gleichzeitig auftreten, Auftragsnetze komplex werden, Variantenvielfalt zunimmt, Rüstfolgen optimiert werden müssen oder kurzfristige Änderungen die Planung regelmäßig beeinflussen. Vor der Auswahl eines Planungssystems sollten Unternehmen daher ihre Produktionsrealität analysieren: Wie häufig entstehen Engpässe? Wie kritisch sind Liefertermine? Wie stark schwanken Auftragslage, Kapazitäten und Materialverfügbarkeit? Und wie wichtig sind Simulationen sowie belastbare Aussagen zu Terminen, Auslastung und Ressourceneinsatz? „Viele Unternehmen sprechen zunächst von PPS, suchen tatsächlich aber eine Lösung für die kapazitätsgeprüfte Feinplanung“, sagt Dr. Kirsten Hoffmann. „Daher sollte die erste Frage nicht lauten, welche Bezeichnung auf dem System steht. Entscheidend ist, ob der Planungsansatz zur Komplexität der eigenen Fertigung passt.“
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.