Hannover Messe 2026 Micro-I bringt embodied Intelligence von der Theorie zur Praxis

Von Micro-I 3 min Lesedauer

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Auf der Hannover Messe 2026 hat ein chinesisches Unternehmen für verkörperte Intelligenz in der Industrierobotik (EIIR) gezeigt, dass das nächste Kapitel der Fertigungsautomatisierung bereits begonnen hat. Changzhou Micro-Intelligence (Micro-I) präsentiert eine Produktionsvision, in der Maschinen nicht nur ausführen, sondern autonom wahrnehmen, lernen, entscheiden und handeln.

Micro-I x Agilebot Messestand auf der Hannover Messe 2026.(Bild:  Micro-I)
Micro-I x Agilebot Messestand auf der Hannover Messe 2026.
(Bild: Micro-I)

Die Fertigungsindustrie steht seit Jahren vor einer anhaltenden Herausforderung: Traditionelle Automatisierung bietet zwar Geschwindigkeit und Präzision, stößt aber an ihre Grenzen, was die Flexibilität angeht. Produktionslinien sind oft unflexibel, Umrüstungen zeitaufwendig, und die Anpassung an Aufträge mit hoher Produktvielfalt und geringen Stückzahlen bleibt ein kostspieliger Engpass. Konventionelle Inspektionsverfahren basieren auf fest installierten Kameras und vorprogrammierten Abläufen, die sich nur schwer an Produktvarianten anpassen oder unvorhergesehene Fehler erkennen lassen. Insbesondere europäische Hersteller spüren diesen Druck deutlich, da die Lohnkosten steigen und die Nachfrage nach kundenspezifischen Produkten weiter zunimmt.

TRON: Intelligente Inspektion, die blitzschnell reagiert 

Zu den wichtigsten Vorführungen von Micro-I gehörte der TRON Intelligent Inspection Robot, ein System, das entwickelt wurde, um eines der hartnäckigsten Probleme der Fertigungsindustrie zu lösen: die Qualitätskontrolle in komplexen, variablen Produktionsumgebungen.

Die Leistungsfähigkeit von TRON lässt sich am besten anhand der integrierten Druckgussinspektionsdemonstration veranschaulichen. Der Roboter nutzt die Hochgeschwindigkeits-„Fly-Shot“-Technologie mit 1.000 mm/s und erfasst drei bis vier hochauflösende Bilder pro Sekunde. Dank autonomer Entscheidungsalgorithmen erkennt er Defekte in Echtzeit und führt vor Ort eine Mehrwinkel-Nachprüfung vermuteter Fehler durch. Wird ein kritischer Defekt erkannt, kann das System die Inspektion vorzeitig beenden und so die Produktionszyklen effektiv verkürzen, ohne die Qualitätssicherung zu beeinträchtigen.

Für Hersteller, die in Umgebungen mit hoher Produktvielfalt und geringen Stückzahlen tätig sind – wo häufige Produktwechsel die Regel und nicht die Ausnahme sind – unterstützt TRON die ultraschnelle Einführung neuer Produkte (NPI). Diese Flexibilität ist besonders wertvoll in Branchen mit kurzen Produktlebenszyklen, in denen sich die Prüfparameter kontinuierlich anpassen müssen.

Micro-I: Produktionslinienflexibilität neu definiert mit Agilebot MTS

Ein Roboterarm führt hinter einer Schutzverglasung eine automatisierte Sichtprüfung an einem Metallbauteil durch, gesteuert über einen sichtbaren Prüfbildschirm.(Bild:  Micro-I)
Ein Roboterarm führt hinter einer Schutzverglasung eine automatisierte Sichtprüfung an einem Metallbauteil durch, gesteuert über einen sichtbaren Prüfbildschirm.
(Bild: Micro-I)

Parallel zu TRON präsentierte Micro-I eine intelligente, flexible Produktionslinie, die eine weitere grundlegende Herausforderung angeht: die Starrheit herkömmlicher Materialflusssysteme. Kernstück dieses Systems ist das Agilebot (eine Tochtergesellschaft von Micro-I) MTS (Magnetic Transport System), ein intelligenter Magnetförderer, der den Werkstücktransport zwischen den Produktionsstationen revolutioniert.

Das MTS arbeitet mit kontaktloser Magnetschwebetechnik und erreicht Transportgeschwindigkeiten von bis zu 3 Metern pro Sekunde bei einer Positioniergenauigkeit im Mikrometerbereich von 0,001 mm. Jeder einzelne Förderer des Systems ist unabhängig programmierbar und ermöglicht so einen asynchronen Materialfluss und eine dynamische Routenführung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Band- oder Kettenförderern benötigt das MTS keine mechanischen Anschläge oder Hebemechanismen – die Förderer arretieren beim Erreichen der Position elektromagnetisch, wodurch Verschleiß vermieden und Energie- und Wartungskosten deutlich reduziert werden.

In der Live-Demonstration fertigt die flexible Produktionslinie gleichzeitig Leiterplatten und Smartphone-Mittelgehäuse in gemischten Ausführungen. Im Zusammenspiel mit Multikonfigurationsrobotern übernimmt die Linie Be- und Entladen, Schweißen, Dosieren und Prüfen in einem kontinuierlichen Arbeitsablauf. Dank der „Ein-Tasten-Umschaltung“ und der Kompatibilität mit verschiedenen Produkten demonstriert das System eindrucksvoll, was softwaregesteuerte Fertigung leisten kann, wenn die Hardware von Grund auf auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt ist.

Micro-I: Von chinesischer Innovation zur globalen Fertigung

Der Auftritt von Micro-I auf der Hannover Messe war mehr als nur eine Produktpräsentation – er signalisiert einen umfassenderen Wandel in der globalen Fertigungstechnologielandschaft. Da industrielle Intelligenz weltweit immer mehr an Bedeutung gewinnt, gehen chinesische Technologieunternehmen zunehmend über die reine Kostenwettbewerbsfähigkeit in der Fertigung hinaus und konkurrieren stattdessen mit Innovationen und Systemintegration.

Micro-I
eschlossene Demonstrationszelle zeigt mehrere Industrieroboter auf einer transportablen Basis, entlang einer Förderbahn mit zentralem Monitor.
(Bild: Micro-I)

Die Botschaft des Unternehmens auf der Hannover Messe ist eindeutig: Verkörperte Intelligenz ist keine Zukunftsmusik. Sie ist bereits in der Produktion im Einsatz, verkürzt Durchlaufzeiten, ermöglicht flexible Fertigung und hilft Fabriken, sich an die Anforderungen moderner Märkte anzupassen. Für europäische Hersteller, die die Grenzen traditioneller Automatisierung überwinden wollen, bietet Micro-I einen Ausblick auf die Zukunft.

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