Digital Factory Campus in Berlin Humanoider Roboter Apollo heuert bei Mercedes-Benz an

Quelle: Mercedes-Benz 4 min Lesedauer

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Mercedes-Benz testet am Digital Factory Campus in Berlin derzeit den Einsatz von Apollo. Der humanoide Roboter transportiert Komponenten zur Produktionslinie.

Apollogehört zu den fortschrittlichsten kommerziellen humanoiden Roboter der Welt.(Bild:  Mercedes-Benz)
Apollogehört zu den fortschrittlichsten kommerziellen humanoiden Roboter der Welt.
(Bild: Mercedes-Benz)

Im Jahr 2022 etablierte sich Berlin-Marienfelde mit dem Mercedes-Benz Digital Factory Campus (MBDFC) als globales Kompetenzzentrum für die Digitalisierung der Produktion, das die Entwicklung zukünftiger Softwareapplikationen in einer realen Produktionsumgebung fördert. Zentrale Grundlage der Aktivitäten ist das digitale Produktions-Ökosystem Mercedes-Benz Cars Operations 360, kurz MO360, das alle wichtigen Softwareapplikationen und Daten des globalen Produktionsnetzwerks umfasst. Der MBDFC kombiniert die Entwicklung und Erprobung neuer Prozesse und Technologien mit der nahtlosen und schnellen globalen Implementierung fortschrittlicher MO360-Softwareapplikationen für die Automobilproduktion.

Humanoider Roboter von Apptronik

Apollo ist noch in der Probezeit: Aktuell testet das Unternehmen die Integration humanoider Roboter in die Produktion.
(Bild: Mercedes-Benz )

Mercedes-Benz hat sein digitales Produktions-Ökosystem MO360 nun mithilfe von KI-gestützten Funktionen wie dem Digital Factory Chatbot Ecosystem und der MO360LLM Suite sowie humanoiden Robotern des US-amerikanischen Unternehmens Apptronik erweitert. Dadurch wird der Status von Berlin-Marienfelde als Zentrum für globale Innovation weiter gestärkt. Aktuell werden neue Produktionsprozesse und -funktionen, die unter anderem durch das Mercedes-Benz Operating System (MB.OS) ermöglicht werden, getestet, bevor sie an Produktionslinien in anderen Montagewerken von Mercedes-Benz zum Einsatz kommen. So spielte Marienfelde etwa eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf den Anlauf des neuen Mercedes-Benz CLA im Werk Rastatt, dem ersten Fahrzeug mit MB.OS, das erst vor wenigen Tagen Weltpremiere feierte.

Mercedes-Benz investiert niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in Apptronik 

Der Autobauer bringt mit Apollo einen der fortschrittlichsten kommerziellen humanoiden Roboter der Welt in seine Produktionsstätten. Um sein Engagement für den Einsatz humanoider Roboter in der Automobilproduktion zu unterstreichen, wird das Unternehmen einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in Apptronik investieren. Das Unternehmen wurde 2016 im Human Centered Robotics Lab der University of Texas in Austin gegründet.

Mercedes-Benz setzt seit den 1970er-Jahren industrielle Robotertechnik für besonders monotone und körperlich anstrengende Aufgaben ein. Aktuell testet das Unternehmen die Integration humanoider Roboter in die Produktion, wobei der Schwerpunkt zunächst auf sich wiederholenden Aufgaben innerhalb der Intralogistik liegt. Apptroniks Apollo kann verwendet werden, um Komponenten oder Module zur Produktionslinie zu transportieren, wo sie von hochqualifizierten Produktionsmitarbeitenden von Mercedes-Benz zusammengebaut werden, und um erste Qualitätsprüfungen der Komponenten durchzuführen.

Die Apollo-Roboter haben in einer Produktionsumgebung Daten gesammelt, um für spezifische Anwendungsfälle innerhalb von MO360 zu trainieren. Mitarbeitende von Mercedes-Benz mit Praxiserfahrung in der Produktion haben ihr Wissen mithilfe von Teleoperations-Prozessen und Augmented Reality auf Apollo übertragen. Nun vollzieht Mercedes-Benz im MBDFC in Berlin den nächsten entscheidenden Entwicklungsschritt: Die Apollo-Roboter lernen hier, autonom zu agieren – ein technologischer Meilenstein auf dem Weg zu einem flexiblen, intelligenten Assistenzsystem für die Produktion.

Im Dezember gab das Unternehmen für KI-gestützte humanoide Robotik Apptronik eine strategische Partnerschaft mit dem Robotikteam von Google DeepMind bekannt. So will es branchenführende KI mit modernster Hardware kombinieren und humanoide Roboter weiterentwickeln, die Menschen in dynamischen Umgebungen besser helfen können.

Künstliche Intelligenz für alle: smarte Assistenten im Produktionsalltag

KI verändert die Welt und Mercedes-Benz gestaltet und entwickelt im MBDFC proaktiv neue smarte Technologien für den Einsatz im globalen Produktionsnetzwerk. Mit der MO360 AI Factory wird KI direkt in die Produktion eingebunden – intuitiv, zugänglich und für alle nutzbar. Das intern entwickelte Digital Factory Chatbot Ecosystem ermöglicht Mitarbeitenden den Zugriff auf Produktionsdatenbanken: Fragen zur Maschinenwartung oder zu Best-Practice-Methoden für Fertigungsprozesse können einfach per Chat gestellt werden und die KI liefert sofort präzise Antworten in mehreren Sprachen.

Ein weiteres Beispiel für den praktischen Einsatz von KI ist das virtuelle Multi-Agenten-System. KI-gestützte virtuelle Assistenten analysieren komplexe Daten in Echtzeit und können beispielsweise dabei helfen, die Ursachen plötzlicher Qualitätsabweichungen in der Produktion schnell zu identifizieren. Anstelle einer mühsamen, manuellen Ursachenanalyse verlassen sich die Ingenieurinnen und Ingenieure auf KI-Agenten eines virtuellen Data-Science-Teams. Diese KI-Agenten analysieren schnell und zuverlässig verfügbare Daten, identifizieren Muster und Anomalien und bieten auf Knopfdruck fundierte Analysen und Lösungsvorschläge für echte Effizienzsteigerungen in der Produktion.

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Axial-Fluss-Technologie: Transformation des Standorts Marienfelde

Mercedes-Benz Werk Berlin-Marienfelde Seit 2021 umfasst das Produktionsportfolio des Standorts Berlin u.a. Montageumfänge bei elektrischen Antriebseinheiten.
(Bild: Mercedes-Benz )

Neben der Entwicklung neuer Produktionsprozesse ist der Standort Marienfelde seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil des globalen Mercedes-Benz Powertrain-Produktionsverbunds. Hier werden verschiedene Komponenten des Antriebsstrangs hergestellt. Während sich die globale Automobilindustrie schrittweise von Verbrenner-Technologien hin zu einer rein elektrischen Zukunft wandelt, etabliert Mercedes-Benz seinen Berliner Standort als Kompetenzzentrum für die Herstellung von High-Performance-Elektromotoren. Ab 2026 wird in Marienfelde der innovative Axial-Fluss-Motor vom Band laufen, dessen Herstellung rund 100 Produktionsprozesse umfasst. Rund 65 dieser Prozesse sind für Mercedes-Benz neu, 35 davon stellen eine Weltneuheit dar. So wurden unter anderem neue Formen der Lasertechnologie mit innovativen Fügeprozessen und künstlicher Intelligenz kombiniert. Diese neuen Produktionsprozesse wurden bei Mercedes-Benz größtenteils intern entwickelt und die Innovationen führten zu mehr als 30 Patentanmeldungen. All dies unterstreicht die weltweit führende Rolle Marienfeldes bei Innovationen im Produktionsprozess.