VDMA MII auf der SPS 2026: Interoperable Produktionssysteme  KI, OPC UA und Datenräume live erleben

Von VDMA 3 min Lesedauer

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Am VDMA MII-Stand in Halle 5, Stand 238 zeigen Live-Demonstratoren, wie OPC UA, KI und Datenräume Produktionssysteme vernetzen und sicheren Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen.

Auf der SPS 2026 zeigt VDMA MII, wie interoperable Maschinendaten die Grundlage für KI-Anwendungen und sichere Datenräume schaffen.(Bild:  Mesago & Arturo Rivas Gonzalez)
Auf der SPS 2026 zeigt VDMA MII, wie interoperable Maschinendaten die Grundlage für KI-Anwendungen und sichere Datenräume schaffen.
(Bild: Mesago & Arturo Rivas Gonzalez)

Wie wird aus standardisierten Maschinendaten ein echter Mehrwert für Produktion, Engineering und digitale Geschäftsmodelle? Antworten darauf liefert VDMA Machine Information Interoperability (MII) auf der SPS 2026 in Nürnberg. Am Stand 238 in Halle 5 zeigen Unternehmen und Partnerorganisationen anhand mehrerer Live-Demonstratoren, wie offene Standards auf Basis von OPC UA Companion Specifications die Grundlage für durchgängige Interoperabilität, KI-Anwendungen, Datenräume und die nächste Generation digitaler Produktionssysteme schaffen. Besucher können deren Zusammenspiel im industriellen Umfeld und damit die Mehrwerte unmittelbar erleben.
„Die Industrie diskutiert häufig über KI, Datenräume oder den Digitalen Produktpass. Die eigentliche Voraussetzung dafür wird jedoch oft vergessen: interoperable Maschinendaten. Genau diese Grundlage machen wir auf der SPS anhand konkreter Demonstratoren sichtbar und greifbar“, erklärt Andreas Faath, VDMA Abteilungsleiter Machine Information Interoperability. 

Standardisierte Wägetechnik als Baustein für Plug & Produce

Wie sich neue Geräte ohne aufwendige Individualintegration in kürzester Zeit in Produktionsumgebungen einbinden lassen, demonstrieren Systec, Siemens und Mettler Toledo anhand eines gemeinsamen Anwendungsfalls aus der Wägetechnik. Der Demonstrator zeigt die herstellerübergreifende Bereitstellung und Nutzung von Integrations- und Messdaten auf Basis standardisierter OPC UA Informationsmodelle. Anwender erhalten einen direkten Einblick, wie OPC UA Companion Specifications Integrationsaufwände reduzieren und gleichzeitig die Wiederverwendbarkeit von Softwarelösungen erhöhen.
Neue Geräte können deutlich schneller in Betrieb genommen werden, da dieselben semantischen Informationsmodelle unabhängig vom Hersteller genutzt werden. Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht durch die Datenübertragung allein, sondern durch eine einheitliche Bedeutung der Daten. Standardisierte Informationsmodelle schaffen die Grundlage dafür, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller sofort verstanden und genutzt werden können. 

Datenräume: Wenn Maschinendaten Unternehmensgrenzen überwinden

Wie Maschinen über standardisierte Schnittstellen an industrielle Datenräume angebunden werden und somit unternehmensübergreifend kommunizieren können, zeigt der internationale Datenraumdemonstrator. Aufbauend auf Entwicklungen aus Projekten wie Sm4rtenance und Factory-X wird demonstriert, wie Produktionsdaten sicher, souverän und interoperabel zwischen Unternehmen ausgetauscht werden können, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten zu verlieren. Besucher erleben, wie durch den Einsatz von OPC UA mit Companion Specifications in Verbindung mit dem Data Space Protocol (DSP) Maschinen auf einfachste Art und Weise über Datenräume kommunizieren können und bekommen einen Eindruck, wie eine Datenökonomie in der Praxis aussehen könnte. Konkrete Anwendungsszenarien umfassen unter anderem Echtzeit-Energiedatenmonitoring sowie die Berechnung eines Product Carbon Footprint (PCF), der anschließend in einer AAS hinterlegt wird. 

KI-Demonstrator: Edge AI in der Produktion

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zu einem produktiven Werkzeug in industriellen Anwendungen. Der KI-Demonstrator am VDMA-MII-Stand zeigt, wie generative KI lokal auf industrieller Hardware ausgeführt werden kann. Sensible Produktionsdaten verbleiben dabei vollständig im Unternehmen. Die Lösung demonstriert praxisnah, wie KI-Systeme über OPC UA direkt mit Maschinen kommunizieren, Maschinendaten interpretieren und diese für Analysen oder Softwareentwicklungsaufgaben nutzen können. Besucher erhalten damit einen Einblick in zukünftige Mensch-Maschine-Interaktionen, bei denen offene Standards und KI-Technologien Hand in Hand arbeiten.

UaGuide unterstützt die praktische Umsetzung

Ergänzt wird das Portfolio durch den UaGuide. Der UaGuide unterstützt Unternehmen bei der praktischen Umsetzung von OPC UA Companion Specifications. Durch die frühzeitige Validierung von Informationsmodellen und Knotenstrukturen können Fehler bereits während der Entwicklung identifiziert und behoben werden. Das verkürzt Entwicklungszeiten und trägt dazu bei, interoperable Lösungen schneller und effizienter bereitzustellen. „Mit dem UaGuide schaffen wir einen einfachen und praxisnahen Zugang zur Implementierung von OPC UA Companion Specifications. Entwickler können ihre Informationsmodelle frühzeitig validieren und so Fehler bereits während der Entwicklung erkennen. Das beschleunigt die Umsetzung interoperabler Lösungen und unterstützt Unternehmen dabei, digitale Wertschöpfungsnetzwerke effizienter zu gestalten“, sagt Marc Schmitt, VDMA-Projektleiter UaGuide.

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Cool Robot: Interoperabilität von MES bis zum Shopfloor

Direkt gegenüber dem VDMA-MII-Stand präsentiert die OPC Foundation die Demonstration „Cool Robot“. Besucher können selbst einen Produktionsauftrag auslösen und live verfolgen, wie Maschinen, Steuerungen und Softwaresysteme verschiedener Hersteller diesen Auftrag automatisiert und interoperabel verarbeiten. Die Demonstration kombiniert OPC UA Companion Specifications mit UAFX (OPC UA Field eXchange) und zeigt einen interoperablen, echtzeitfähigen Datenaustausch vom Shopfloor bis in die IT-Ebene. Auftrags-, Prozess- und Maschinendaten werden durchgängig und herstellerübergreifend ausgetauscht.