Prozessmonitoring ist im IIoT etabliert, Daten zu Reparaturen und Ausfallgründen werden jedoch in separaten Systemen dokumentiert. Nun lassen sich disparate Informationscluster zusammenzuführen.
Das Zusammenführen von IIoT- und Field-Service-Management-Daten schafft schlanke Prozesse und ermöglicht die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für Betreiber und Hersteller von IIoT-Anlagen.
(Bild: mfr/Cumulocity)
Das Ziel von IIoT ist es, dezentrale Prozesse zentral zu steuern und kosteneffizient zu optimieren. Neben der reinen Echtzeitanpassung von Parametern am Edge-Gerät gewinnen die Daten zunehmend Relevanz für die Wartungs- und Instandhaltungsplanung. Die Verknüpfung von Zustandsdaten, Schwellenwertalarmen und Informationen aus vergangenen Reparaturen ermöglicht es Wartungsteams, sowohl die First Time Fix Rate als auch die Mean Time Between Failures (MTBF) zu erhöhen. Während die First Time Fix Rate aussagt, wie häufig eine Störung bereits bei der ersten Sichtung der betroffenen Anlage behoben werden konnte, stellt die Mean Time Between Failures den durchschnittlichen Zeitraum dar, den eine Anlage tatsächlich produktiv einsetzbar ist. Beide Indikatoren sind entscheidend für eine hohe Verfügbarkeit einer Anlage und beeinflussen dadurch maßgeblich die Profitabilität eines industriellen Prozesses.
Schnellere Reparaturen durch Kontextwissen
Die Einbindung von Reparaturdaten in die IIoT-Steuerung schafft die Grundlage, um:
• Anlagenfehler und -verschleiß frühzeitig zu erkennen.
• die Fehlersuche (Root Cause Analysis) bei Störungen zu beschleunigen.
• ungeplante Stillstände zu vermeiden.
• Stillstandzeiten durch gezielte und schnelle Reparatur zu verringern.
Wartung und Instandhaltung können dadurch von einer reaktiven zu einer proaktiven Arbeitsweise wechseln, denn Zustandsdaten von Anlagen können im Kontext vergangener Vorfälle und Reparaturen interpretiert und entsprechende vorsorgliche Maßnahmen frühzeitig eingeleitet werden. Dies optimiert nicht nur die Einsatzplanung der Instandhaltungsteams, sondern auch die Ersatzteilbeschaffung – ein Bereich, der sonst oft hohe Lagerkosten und lange Wartezeiten verursacht.
In der AIoT-Plattform von Cumulocity werden die Anlagendaten in Echtzeit überwacht und bei Überschreiten von Schwellenwerten Alarme mit allen relevanten Daten erzeugt.
(Bild: Cumulocity)
Erreicht wird dies, wenn IIoT-Monitoring, Anlagenbetrieb und Field Service Management (Instandhaltung, Wartung) informationstechnisch näher zusammenrücken. Fehler- und Anomalieerkennung, Disposition, Planung, Reparatur und Rückmeldung greifen dann über standardisierte Schnittstellen ineinander und stellen Transparenz sowohl über den gesamten Ablauf als auch über die Anlagenhistorie her. Zwei deutsche Unternehmen führen seit 2025 beide Stränge zusammen. Dabei werden die AIoT-Plattform von Cumulocity und mfr, die Field Service Management (FSM) Plattform von Simplias, über eine Schnittstelle miteinander verbunden.
Nahtlose Datenübergabe zwischen Produktion und Instandhaltung
Die AIoT-Plattform von Cumulocity bildet die Basis für das Management und die Nutzung der IIoT-Daten. Das zentrale Cockpit verbindet je nach Bedarf:
• Geräteintegration und -management
• Fernüberwachung und -steuerung
• Digital Twin Manager
• Streaming Analytics
• Data-Lake-Integration mit Hyperscalern und Open-Source-Tools
In der AIoT-Plattform können die Anlagenverantwortlichen Schwellenwerte definieren, die bei Überschreitung einen Alarm auslösen. Dieser erzeugt automatisch einen Service Request, der neben den meldungsrelevanten Monitoringdaten auch Informationen bereitstellt, die für eine schnelle Lokalisierung und Fehlerbehebung entscheidend sind:
• Standort
• Seriennummer, Model und weitere Anlagenkennungen
• Fehlerbild und Anlagenhistorie
• Anlagenzustand während des Fehlers
• Firmware- und Softwareversionsstände
Der Service Request wird automatisiert mit allen Informationen an die FSM-Plattform mfr weitergeleitet und kann umgehend in die Instandhaltungsplanung eingetaktet werden. Das FSM-Tool verschlankt den gesamten Prozess des Field Service Managements sowohl im Office als auch am Einsatzort des Außenteams mit:
• intelligenter Einsatz- und Routenplanung
• mobiler Dokumentation
• dynamischen Checklisten
• auftragsbezogenen Materiallisten
• Mandantenfähigkeit
• vollständiger Anlagendokumentation und -historie
Reparatur bereits beim ersten „Besuch“
Durch die Anlagenhistorie kann das FSM-Team bereits ableiten, ob eine bekannte Störung vorliegt und mitunter direkt repariert werden kann (First Time Fix Rate) oder ob ein Vorabtermin notwendig ist, um den Grund zu evaluieren. Zudem kann direkt bestimmt werden, welche Qualifikationen, Reparaturzeit, Ersatzteile und Werkzeuge für die Reparatur notwendig sind.
Der Alarm erscheint automatisch als Service Request in der FSM-Plattform mfr und kann dort vom Wartungsteam weiterbearbeitet werden.
(Bild: mfr/Cumulocity)
Die Technikerinnen und Techniker des FSM-Teams fahren somit vollständig informiert und ausgerüstet zur Anlage. Leerfahrten und Mehrfachtermine werden reduziert. In der App werden die Arbeiten über anlagenspezifische Checklisten, Fotos und Notizen digital dokumentiert. Das funktioniert auch im Offline-Modus. Die Informationen werden dann bei nächster Gelegenheit mit der zentralen Instanz der FSM-Plattform synchronisiert. Sind die Arbeiten abgeschlossen, werden alle anlagenrelevanten Informationen des Vorgangs in die AIoT-Plattform zurückgespielt.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Zusammenhänge verstehen und Verfügbarkeit steigern
Die neuen Informationen werden Teil der Anlagenhistorie und ermöglichen die weitere Optimierung der Anlagensteuerung und des Instandhaltungsprozesses. Unternehmen mit IIoT-Flotten können so Anlagenüberwachung, Anlagenbetrieb und Field Service Management als durchgehenden Prozess ohne Reibungsverluste verknüpfen.
Zusätzlich können die Daten in einen Digitalen Zwilling eingespeist werden. Die Modellierung der industriellen Anlagen und Prozesse wird so um weiteres betriebsrelevantes Wissen erweitert, das Profitabilität und Cost of Ownership positiv beeinflussen, wie:
• Verschleißrate
• Belastungsgrenzen
• Reparaturbedarf und -kosten
• ursachenbezogene Verfügbarkeit und Stillstände
Dieses erweiterte Verständnis über die IIoT-Anlagen befähigt die Verantwortlichen nicht nur, Best Practices für Reparaturen abzuleiten und Serviceverträge bedarfsorientiert zu planen. Es erlaubt auch, zukünftige Investitionen in IIoT unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten und des Abgleichs von Anforderungen und dem realen Systemverhalten zu gestalten.