Am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen wurden Prof. Dr.-Ing. Michael Riesener und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Boos, MBA, ins Direktorium berufen. Beide haben das Institut über Jahre geprägt.
Neues WZL-Direktorium (v.l.n.r.): Prof. Robert Schmitt, Prof. Michael Riesener, Prof. Wolfgang Boos und Prof. Christian Brecher.
(Bild: WZL)
Die Berufung der beiden Professoren Michael Riesener und Wolfgang Boos ins Direktorium am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen steht für Kontinuität und Aufbruch zugleich. Als langjährige Wegbegleiter und ehemalige geschäftsführende Oberingenieure treten sie gemeinsam die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt. Ing. Günther Schuh an, der Forschung, Lehre und Transfer am WZL über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat. Um den wachsenden und immer komplexer werdenden Anforderungen der Industrie gerecht zu werden, wird dieser Bereich nun strategisch erweitert: Während Prof. Michael Riesener den Lehrstuhl für Produktionssystematik übernimmt, leitet Prof. Wolfgang Boos den neuen Lehrstuhl für Produktionsmanagement.
Prof. Michael Riesener, gebürtiger Aachener und renommierter Forscher im Bereich Produktions- und Innovationsmanagement, kehrt zum WZL zurück und bringt vielfältige wissenschaftliche und praktische Erfahrungen in seine neue Rolle ein. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Maschinenbau an der RWTH Aachen sowie an der National University of Singapore studiert und am WZL mit Auszeichnung promoviert. Bis 2024 war er als geschäftsführender Oberingenieur am Lehrstuhl für Produktionssystematik aktiv. Seitdem leitet er das Forschungsgebiet Deep Tech Innovation der RWTH Aachen, ist Geschäftsführer der RWTH Innovation GmbH und Rektoratsbeauftragter für Translation an der RWTH Aachen, wo er die Brücke zwischen Wissenschaft und industrieller Anwendung stärkt. Neben diesen Rollen wird er zukünftig auch den Bereich Technologiemanagement am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT verantworten.
Seine wissenschaftliche Arbeit wurde unter anderem mit der Otto-Kienzle-Gedenkmünze der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) ausgezeichnet, ein sichtbares Zeichen für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Produktionsforschung. Riesener verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit einem klaren Blick für die industrielle Praxis. Er vertritt eine ganzheitliche Perspektive auf Produktionssysteme, die Technologie-, Innovations- und Produktionsmanagement sowie die Fabrikplanung integriert. Im Zentrum seiner Arbeit steht das Verständnis von Produktion als komplexes Zusammenspiel von Technologie, Mensch und Organisation – mit dem Anspruch, fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse in wirksame industrielle Anwendungen zu überführen. „Die Produktion in Europa steht vor einem tiefgreifenden Wandel, und genau darin liegt ihre Chance“, sagt Riesener. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der gesamten RWTH Aachen an interdisziplinären Lösungen zu forschen und Impulse für eine zukunftsfähige Industrie zu setzen.“
Organische Weiterentwicklung des Instituts
Mit Prof. Wolfgang Boos gewinnt die Technische Hochschule eine Persönlichkeit, die wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerische Praxis in besonderer Weise verbindet. Nach einer Ausbildung zum Werkzeugmechaniker studierte er Maschinenbau mit Schwerpunkt Produktionstechnik an der RWTH Aachen, promovierte am WZL mit Auszeichnung und übernahm dort früh Verantwortung als geschäftsführender Oberingenieur unter Prof. Günther Schuh. Parallel absolvierte er einen Executive MBA für Technologiemanager an der Universität St. Gallen und sitzt in diversen Beiräten von Unternehmen und Forschungsvereinigungen. Ähnlich wie bei seinem Kollegen Riesener steht seine Berufung damit für eine organische Weiterentwicklung des Instituts, die bewährte Tradition mit zukunftsweisenden Impulsen vereint.
Boos übernimmt den Lehrstuhl für Produktionsmanagement und bringt weitreichende Expertise aus Forschung, Technologietransfer und industrieller Praxis mit. In seinen prägenden Rollen – als Geschäftsführer des Vereins FIR an der RWTH Aachen, als Leiter des Clusters Smart Logistik auf dem Campus sowie als Gründer der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie – hat er eindrucksvoll bewiesen, wie sich innovative Konzepte erfolgreich in die industrielle Anwendung überführen lassen. Heute steht er damit beispielhaft für eine Generation von Ingenieuren, die Produktion ganzheitlich denken: digital, vernetzt und nachhaltig. „Wir erleben gerade eine fundamentale Transformation der Produktion – die Zukunft der Produktion muss nicht nur effizient, sondern auch resilient und kreislauforientiert sein“, so Boos. „Ich freue mich darauf, am WZL die datengestützten Konzepte dafür in die industrielle Praxis zu überführen.“
Mit der Neubesetzung der Lehrstühle wird das WZL seine Position als führende Forschungseinrichtung im Bereich Produktionstechnik weiter ausbauen. Gleichzeitig stärkt die Berufung die Ausbildung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, die künftig von der engen Verzahnung von Forschung, industrieller Praxis und unternehmerischem Denken profitieren werden. „Mit den Neuberufungen setzen wir auf Persönlichkeiten, die unsere Werte weitertragen und gleichzeitig neue Impulse setzen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher, geschäftsführender Direktor am WZL. Mit Riesener und Boos stellt sich das WZL für die kommenden Jahre neu auf mit klarer Haltung, fundierter Expertise und dem Anspruch, die Produktion der Zukunft aktiv mitzugestalten.
Stand: 16.12.2025
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