Magnet-Schultz hat mit der Einführung von SAP Digital Manufacturing (SAP DM) einen entscheidenden Schritt in Richtung intelligente Produktion vollzogen. Die Ablösung papierbasierter und manueller Prozesse durch eine vollintegrierte, cloud-basierte MES-Plattform schafft Transparenz über Maschinenzustände und Aufträge.
Next Level MES für die Fertigung von Spitzentechnologie.
(Bild: IGZ)
Magnet-Schultz mit Hauptsitz in Memmingen ist Marktführer für elektromagnetische Aktoren, Sensoren und Ventile. Mit rund 2.400 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und einem Jahresumsatz von 400 Millionen Euro beliefert das Unternehmen die Investitionsgüter- und Automobilindustrie weltweit. Die Produkte stehen für höchste Präzision, Zuverlässigkeit und Innovationskraft und kommen in Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Aerospace, Wasserstofftechnik und Industrieautomation zum Einsatz. Magnet-Schultz verfolgt die klare Strategie, die Fertigung kontinuierlich zu optimieren und durch digitale Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Herausforderungen vor der digitalen Transformation
Vor der Einführung von SAP Digital Manufacturing (SAP DM) war die Fertigung bei den Memmingern überwiegend papierbasiert organisiert: Produktionsaufträge und die zugehörigen Dokumente wurden manuell erfasst, verteilt und anschließend in diversen BDE-Systemen händisch zurückgemeldet. Dadurch erfolgte die Datenerfassung mehrfach, was zu unnötiger Komplexität und unterschiedlichen Datenständen führte. Zudem war die Transparenz in der Auftragsüberwachung begrenzt, da man die Rückverfolgbarkeit durch mehrere Systeme und Papierdokumente manuell sicherstellen musste. Dies hatte einen erhöhten Zeitaufwand zur Folge. Informationen zu Produktionsstatus, Maschinenzuständen oder Auftragsfortschritt standen auch nicht in Echtzeit zur Verfügung, sodass Potenziale für Prozessoptimierungen und eine proaktive Störungsprävention bis dato ungenutzt blieben.
Die vorhandene Systemlandschaft war durch eine Vielzahl unterschiedlicher Lösungen geprägt, und die im Einsatz befindliche BDE-Lösung stand vor dem „End of life“. Weitere Insellösungen ergänzten die IT-Landschaft, sodass kein „Single Point of Truth“ vorhanden war und zugleich die Komplexität der Systemlandschaft erheblich zunahm – insbesondere in Bezug auf Wartung, IT-Security und Integrationsaufwand. Mit Blick auf die zunehmenden Anforderungen aus verschiedenen Branchen an Echtzeit-Transparenz und die optimale Nutzung von Ressourcen wurde deutlich, dass man die Produktion stärker digital ausrichten muss. Die Einführung einer integrierten Lösung sollte eine skalierbare und zukunftsfähige Basis für weitere Optimierungen schaffen.
Systemgestützte Online-Werkerführung und Echtzeitdaten
Fertigungsbegleitende Qualitätskontrolle bei Magnet-Schultz.
(Bild: IGZ)
Ziel des Projekts war die Einführung einer vollständig digitalen und einheitlichen Produktionssteuerung bei Magnet-Schultz, um Fertigungsprozesse effizienter und durchgängig transparent zu gestalten. Im Fokus stand eine systemgestützte Werkerführung, die alle auftragsrelevanten Dokumente digital bereitstellt, den Einsatz von Papierunterlagen eliminiert und dadurch manuelle Rückmeldungen sowie mögliche Fehlerquellen minimiert. Durch die Online-Erfassung von Betriebs- und Maschinendaten erfolgen automatisierte End-to-End-Rückmeldungen an das ERP-System, Durchlaufzeiten werden verkürzt, Bestände optimiert und die Prozesssicherheit nachhaltig verbessert.
Zentraler Bestandteil ist auch die umfassende Echtzeit-Transparenz: Statusinformationen zu Anlagen, Arbeitsplätzen und Aufträgen sind jetzt jederzeit digital verfügbar, während Work-in-Progress-Daten und die Rückverfolgbarkeit sämtlicher Produktionsschritte unternehmensweit abrufbar sind. Die moderne, skalierbare SAP-MES-Plattform konsolidiert die bisher heterogene Systemlandschaft auf der Execution-Ebene, eliminiert Schnittstellen und senkt den Integrations- sowie Wartungsaufwand. Dank des in Zusammenarbeit mit IGZ entwickelten Template-Ansatzes lassen sich zusätzliche Fertigungslinien, Anlagen und Werke schnell und nahtlos integrieren. Dieses Template reduziert den Implementierungsaufwand deutlich, ermöglicht einen standardisierten Roll-out in Eigenleistung durch Magnet-Schultz und bildet die Grundlage für eine nachhaltige, skalierbare und zukunftssichere Digitalisierungsstrategie.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
SAP DM als zentrale Plattform für Produktion, Daten und Prozesse
Mehr Transparenz: Produktions- und Qualitätsdaten werden digital erfasst und gesteuert.
(Bild: IGZ)
Zur Projektvorbereitung wurde eine zielgerichtete MES-Evaluation durchgeführt, bei der sowohl eines der bestehenden Nicht-SAP-MES-Systeme als auch SAP Digital Manufacturing betrachtet wurden. Die Entscheidung fiel zugunsten von SAP DM, da es sich nahtlos in die bestehende SAP-Systemlandschaft integrieren ließ und sich ideal für die bevorstehende S/4HANA-Transformation bei Magnet-Schultz eignete. Zudem bietet SAP DM als offene MES-Plattform umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten, die von den Anwendern eigenständig und bedarfsorientiert umgesetzt werden können. Dies gewährleistet langfristige Unabhängigkeit und Flexibilität der Nutzer. Leistungsfähige Low-Code- und No-Code-Werkzeuge ermöglichen individuelle Anpassungen, während zahlreiche Standardfunktionen und flexible Erweiterungsoptionen eine zukunftssichere und skalierbare Fertigungssteuerung mit modernster Cloud-Technologie sicherstellen.
IGZ überzeugte die Allgäuer als Implementierungspartner mit ausgeprägtem Prozessverständnis in der diskreten Fertigung und der gemeinsamen Erarbeitung einer fundierten Entscheidungsgrundlage in Form einer Einsatzanalyse, wodurch das Lösungskonzept, der Rahmenterminplan und eine präzise Aufwandsschätzung erarbeitet wurden. Auch die Projektmethodik von IGZ, die bereits mit Beginn des Projektes einen intensiven Know-how-Transfer sicherstellt, war ein wichtiges Entscheidungskriterium. Dieser ermöglicht dem Kunden von Anfang an, den von ihm gewünschten hohen Anteil an Eigenleistung aktiv einzubringen. Darüber hinaus hat sich Magnet-Schultz durch Referenzbesuche bei IGZ-Kunden von der Leistungsfähigkeit der SAP-MES-Lösung und IGZ als Implementierungspartner überzeugt.
Vom Pilotprojekt zur skalierbaren MES-Lösung
Im Rahmen der Einsatzanalyse kam ein Template-Ansatz zur Anwendung, der eine strukturierte und effiziente Implementierung von SAP DM ermöglicht. Der Ansatz von IGZ folgt einem standardisierten Vorgehensmodell, das Wiederverwendbarkeit und Skalierbarkeit der MES-Funktionen sicherstellt und bereits im Zuge der Grobkonzeptentwicklung alle wesentlichen Kernanforderungen für das Template berücksichtigt.
Als Grundlage für die Piloteinführung hat man einen repräsentativen Wertstrom eines technisch anspruchsvollen Produkts in Maximalausprägung gewählt, dessen vielfältige Fertigungsverfahren die branchen- und fertigungsspezifische Heterogenität bei Magnet-Schultz realitätsnah widerspiegeln. Mit diesem bewusst komplex gewählten Projekt-Scope sollte sichergestellt werden, dass bei erfolgreicher Umsetzung des Piloten die notwendigen Funktionen der MES-Lösung auch für alle weiteren Bereiche gegeben sind. Nach dem erfolgreichen Go-live steht nun ein roll-out-fähiges Basis-Template zur Verfügung, das als verbindliche Grundlage für alle weiteren Rollouts dient und maßgeblich zur Harmonisierung der Systemlandschaft beiträgt. SAP DM wird auf dieser Basis schrittweise auf weitere Arbeitsplätze und Maschinen ausgerollt.
Digitale Werkerführung und Cloud-Architektur: Wegbereiter für die smarte Fabrik
Durch diese Grundlage wurden bereits im ersten Schritt die bisherigen papierbasierten Fertigungsprozesse vollständig umgestellt. Digitale Terminals übernehmen die standardisierten Abläufe des Templates, bieten eine integrierte, benutzerfreundliche Werkerführung und einen strukturierten Arbeitsvorrat. Die Auftragsabwicklung erfolgt jetzt digital, wobei Rückmeldungen in Echtzeit direkt an das SAP-ERP-System übertragen werden. Der Etikettendruck läuft vollautomatisiert ab, ohne manuelle Eingaben und damit potenziellen Fehlerquellen. Kritische Produktions- und Qualitätsdaten werden digital erfasst und gesteuert. Die Transparenz in der Fertigung ist seit der Einführung von SAP DM deutlich gestiegen, da eine Live-Überwachung von Aufträgen, Maschinenstatus und WIP-Beständen jederzeit möglich ist. Die skalierbare Cloud-Architektur der Lösung bildet darüber hinaus eine solide Basis für künftige Innovationen. Ob künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Predictive Maintenance – neue Technologien lassen sich so einfach integrieren und direkt nutzen.
Effizienzsteigerung und Zukunftssicherheit durch SAP DM
Magnet-Schultz setzt auf papierlose Produktion durch systemgestützte Werkerführung.
(Bild: IGZ)
„Mit SAP Digital Manufacturing haben wir nicht einfach nur unsere papierbasierten Prozesse digitalisiert, sondern unsere Produktion mit Fokus auf Digitalisierung und Harmonisierung neu ausgerichtet. Das Ergebnis ist eine durchgängige, effiziente Lösung, die uns für die Zukunft optimal aufstellt“, resümiert Frank Möller, Leiter IT bei Magnet-Schultz. Der IT-Betriebsaufwand ließ sich durch die Konsolidierung der Systeme und die Auslagerung administrativer IT-Aufgaben dank des „Software-as-a-Service“-Bereitstellungsmodell von SAP DM reduzieren. „SAP Digital Manufacturing bildet das Fundament, um unsere Produktion kontinuierlich zu verbessern und neue Technologien zu integrieren“, hält Frank Möller fest. Perspektivisch eröffnet dies Möglichkeiten, die Produktion weiter zu optimieren und die Effizienz kontinuierlich zu steigern. Die nächsten Schritte sehen vor, den bestehenden Funktionsumfang von SAP DM auf weitere Produktionslinien auszurollen. Parallel werden weitere Produktionsbereiche mittels Delta-Analysen untersucht, um Besonderheiten zu identifizieren und das Basistemplate entsprechend zu erweitern. Auf dieser Grundlage möchte das Unternehmen auch diese Bereiche in SAP DM integrieren. Ziel ist es, die Systemlandschaft weiter zu verschlanken und SAP DM als umfassende, strategische Manufacturing-Plattform in den beiden Stammwerken Memmingen und Memmingerberg zu etablieren.
Dario Petese ist Key Account Manager SAP Digital Manufacturing bei IGZ.