Datenintegration KI in der Fertigung nimmt trotz Sicherheitsbedenken zu

Von Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Wie eine neue Studie von SAP Engagement Cloud zeigt, lassen Hersteller die Experimentierphase beim Einsatz von KI in der Fertigung hinter sich und integrieren künstliche Intelligenz zunehmend in wichtige Prozesse für Kundeninteraktion und Lieferketten.

(Bild:  © Benjamin/stock.adobe.com – generiert mit KI)
(Bild: © Benjamin/stock.adobe.com – generiert mit KI)

Laut des SAP Engagement Index 2026 sind 73 Prozent der Entscheidungsträger in der Fertigungsindustrie überzeugt, dass KI im kommenden Jahr entscheidend dazu beitragen wird, Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden. Die entsprechenden Investitionen sind bereits erfolgt. 73 Prozent geben aktuell an, dass KI in der Fertigung inzwischen fest in Geschäftsprozesse integriert ist. Zudem kommt sie nicht mehr nur als Standalone-Lösung zum Einsatz. 76 Prozent der Befragten geben an, dass KI die Produktivität der Mitarbeitenden steigert, ohne die menschliche Kontrolle einzuschränken. Dies deutet darauf hin, dass Fertigungsunternehmen den Schritt von einzelnen KI-Initiativen hin zu einem unternehmensweiten Einsatz beschleunigen.

KI in der Fertigung ist auf Echtzeitkontext angewiesen

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Unternehmen, die Kunden- und operative Daten unternehmensweit miteinander verknüpfen können, zunehmend einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Da KI in der Fertigung immer stärker auf Echtzeitkontext angewiesen ist, nutzen Fertigungsunternehmen vernetzte Daten, um Erkenntnisse direkt in Maßnahmen umzusetzen und so sowohl die Kundeninteraktion als auch betriebliche Abläufe zu verbessern.

Sara Richter ist CMO bei SAP Engagement Cloud.(Bild:  SAP Engagement Cloud)
Sara Richter ist CMO bei SAP Engagement Cloud.
(Bild: SAP Engagement Cloud)

Sara Richter, Chief Marketing Officer bei SAP Engagement Cloud, kommentiert die Ergebnisse der Studie: „Hersteller verarbeiten jeden Tag Tausende kleiner Signale – von Bestandsinformationen über die Auftragsabwicklung bis hin zu Servicekontakten. Sind vertrauenswürdige Daten im gesamten Unternehmen miteinander verknüpft, wird Customer Engagement zu einem festen Bestandteil der Geschäftsprozesse und findet nicht länger losgelöst davon statt. Wenn KI den Kontext kennt und versteht, was im Unternehmen gerade passiert, lassen sich Erkenntnisse unmittelbar in konkrete Maßnahmen überführen. So kann jede Interaktion persönlicher und relevanter gestaltet werden und sich zugleich daran orientieren, was das Unternehmen tatsächlich leisten kann.“

Cybersicherheit als Herausforderung für KI in der Fertigung

Während 32 Prozent der Hersteller Cybersicherheit und Datenschutz als größte Hürde bei der Skalierung von KI nennen, zeigt die Studie zugleich, dass Unternehmen zunehmend die notwendigen Governance-Strukturen schaffen, um den Einsatz von KI verlässlich weiter auszubauen. 72 Prozent der befragten Verantwortlichen geben an, dass ihre Unternehmen klare Leitlinien für KI definiert haben. Dazu gehören Vorgaben zur Herkunft und Nachvollziehbarkeit von Daten, zum Umgang mit personenbezogenen Daten (PII) sowie zu Entscheidungen, die weiterhin eine menschliche Freigabe benötigen.

Trotz anhaltender Bedenken rund um Sicherheit und Compliance bauen Hersteller KI weiter aus. Das spricht für ein wachsendes Vertrauen darin, KI in der Fertigung verantwortungsvoll einsetzen und gleichzeitig ihren geschäftlichen Nutzen ausschöpfen zu können. Dieses Zusammensiel von Innovation und klaren Governance-Regeln ermöglicht es Unternehmen, über einzelne KI-Pilotprojekte hinauszugehen und KI in den Arbeitsalltag zu integrieren. Dadurch können wiederkehrende Aufgaben zunehmend automatisiert werden, während die Verantwortung für geschäftskritische Entscheidungen in menschlicher Hand bleibt.

Für Hersteller ist das besonders relevant. Eine personalisierte Kundenerfahrung beginnt lange vor der eigentlichen Bestellung. Sie setzt verlässliche Produktionspläne, verfügbare Bestände, eine koordinierte Zusammenarbeit mit Lieferanten und eine funktionierende Auftragsabwicklung voraus. Je stärker KI in der Fertigung eingesetzt wird, desto wichtiger wird es, diese Informationen aus dem operativen Geschäft mit Kundendaten zu verbinden.

Nahtlose Datenintegration als Wettbewerbsvorteil

Unternehmen wie DAW, Europas größter Hersteller von Baufarben und Wärmedämmstoffen in Privatbesitz, erkennen zunehmend, dass die Verknüpfung von operativen Daten und Kundendaten zu einem Wettbewerbsvorteil wird. Im Rahmen der Transformation seiner Kundeninteraktion, verfolgt DAW das Ziel, bislang fragmentierte Datenquellen zusammenzuführen, eine 360-Grad-Sicht auf die Kunden zu schaffen und damit die Grundlage für künftige KI-gestützte Produkte, Services und Entscheidungsprozesse zu legen.

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„Wir wollten unser Angebot stärker auf die Bedürfnisse unterschiedlicher professioneller Zielgruppen ausrichten und das digitale Kundenerlebnis für Maler so gestalten, dass es sie in ihrem Arbeitsalltag unterstützt. Um unser Produkt- und Serviceangebot gezielt weiterentwickeln zu können, mussten wir unsere Datenbestände besser nutzen“, sagt Alexander Kuhl, Head of Data bei DAW.

Sara Richter ergänzt: „Für die Fertigungsindustrie gilt dabei dasselbe wie für andere Branchen: Unternehmen denken häufig zuerst über KI-nach. Ein echter Wettbewerbsvorteil beginnt jedoch bei vernetzten Daten. Wenn KI in der Fertigung Zugriff auf vertrauenswürdige Echtzeitinformationen aus dem gesamten Unternehmen hat, können Unternehmen über isolierte Marketingaktivitäten hinausgehen und ein relevantes, koordiniertes Customer Engagement über sämtliche Touchpoints hinweg ermöglichen.“

Zur Methodik der Studie: Für den "SAP Engagement Index 2026" wurden in Deutschland von Opinium 2.000 Mitarbeiter und 750 leitende Entscheidungsträger aus IT-, Technologie-, Marketing-, Finanz- und Service-Abteilungen befragt. Die Befragten sind in den Branchen Einzelhandel, Konsumgüter und FMCG, Automobil, Fertigung, Versorgungsunternehmen oder Großhandel tätig. Die Umfrage wurde deutschlandweit ausschließlich mit Unternehmen auf Enterprise-Niveau durchgeführt, die über 500 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von über 250 Millionen US-Dollar verfügen. Die Daten beider Zielgruppen wurden zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 16. Januar 2026 erhoben.

SAP Engagement Cloud unterstützt Unternehmen dabei, einzigartige Kundeninteraktionen zu gestalten, indem Echtzeit-Kundendaten mit operativen Geschäftsprozessen verknüpft werden. Als Teil des SAP Customer Experience-Portfolios ermöglicht die Lösung personalisierte und KI-gestützte Interaktionen über alle Kanäle hinweg und verwandelt Bestellungen, Servicekontakte oder Loyalitäts-Meilensteine in relevante Erlebnisse, die Vertrauen aufbauen und Wachstum fördern.