Interview „Strategische Ziele zur Digitalisierung werden zu Maßnahmen“

Das Gespräch führte Christiane Manow-Le Ruyet, Marketing Manager/Presseverantwortliche bei MPDV Mikrolab 4 min Lesedauer

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Dr. Andreas Neumann vom Executive Manufacturing Center von MPDV erklärt, warum strategische Ziele zur Digitalisierung in operative Maßnahmen übersetzt werden müssen, um Krisen zu bewältigen.

Andreas Neumann, Executive Manager bei Executive Manufacturing Center (EMC) von MPDV.(Bild:  MPDV)
Andreas Neumann, Executive Manager bei Executive Manufacturing Center (EMC) von MPDV.
(Bild: MPDV)

Die Auswirkungen wirtschaftlicher und politischer Schwankungen bekommt die Industrie stark zu spüren. Doch anstatt operativer Hektik sind Fertigungsunternehmen gut beraten, ihre Produktionsprozesse auf dem Prüfstand zu stellen und zu optimieren. Dr. Andreas Neumann, Executive Manager beim Executive Manufacturing Center von MPDV, erläutert, wie Unternehmen den Schritt zu einer strategischen Digitalisierung schaffen können.

Das Executive Manufacturing Center ist die Beratungssparte von MPDV. Was kann man sich darunter vorstellen?
Wir helfen Produktionsunternehmen dabei, ihre Digitalisierung sinnvoll auszurichten, Prozesse zu verbessern und Systeme so zu nutzen, dass sie echten Mehrwert bringen. Wir beraten die Geschäftsführung strategisch und leiten daraus umsetzbare Maßnahmen für die Produktion ab. Kurz: EMC sorgt dafür, dass Digitalisierung und Prozessverbesserungen nicht in der Theorie hängen bleiben, sondern tatsächlich in der Produktion wirken.

Welche drängenden Probleme löst EMC für Produktionsunternehmen?
Durch diese Maßnahmen reduzieren sich beispielsweise lange Durchlaufzeiten, werden Kosteneinsparpotenziale identifiziert, Ressourcen von Mitarbeitenden und Maschinen besser verteilt, Mitarbeitende aktiv in Veränderungsprozesse eingebunden und die Produktivität gesteigert. Vor allem übersetzen wir strategische Digitalisierungsziele in konkrete operative Maßnahmen auf dem Shopfloor.

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?
Unternehmen ohne MES begleiten wir zunächst durch eine Prozessanalyse. Auf dieser Basis optimieren wir gemeinsam die Abläufe und schaffen so die Grundlage für eine fundierte Systementscheidung. Neutral und unabhängig – auch wenn wir mit Hydra ein eigenes MES anbieten. Hydra-Nutzern zeigen wir, wie man auf Basis der vorhandenen Daten die Prozesse weiter optimieren kann.

Ein echter Transfer in die Produktion

Warum sollten sich Unternehmen für EMC entscheiden und nicht für ein anderes Beratungsunternehmen?
EMC verbindet etwas, das andere Beratungen kaum leisten können: Wir vereinen das Wissen über Prozesse und Betriebsausgaben, das heißt Opex, mit einem tiefen technischen Verständnis für MES-Lösungen. Wir können also nicht nur theoretisch Konzepte entwickeln, sondern bilden diese auch praktisch im System ab. Dadurch entsteht ein echter Transfer in die Produktion und ein deutlich höherer Return-on-Investment, während andere Dienstleister oft theoretisch bleiben.

Was gewinnt ein Unternehmen nach einer Zusammenarbeit mit Ihnen?
Unternehmen ohne MES erhalten ein sauberes, optimiertes Bild ihrer Prozesse, das ihnen hilft, die richtige Systementscheidung zu treffen. Hydra-Anwender haben danach einen strukturierten, systemgestützten Verbesserungsprozess und wissen genau, wie welche Maßnahmen ihre Kennzahlen beeinflussen. In beiden Fällen entstehen Transparenz und Klarheit bei den Prozessen und damit ein klarer Weg zu mehr Effizienz.

Konkrete Umsetzung der Digitalisierung bereinigt den Wildwuchs

Wie sieht ein typisches Projekt aus – und wie lange dauert es?
Die initiale Prozessanalyse dauert etwa zwei Wochen. Dazu sprechen wir mit allen relevanten Abteilungen, analysieren Schnittstellen, Datenflüsse, Systemnutzung und setzen die Prozesslandschaft wie ein Puzzle zusammen. So entsteht erstmals ein vollständiges Bild der Organisation. Dadurch erkennen wir Wildwuchs und Doppelstrukturen und können benennen, welche Systeme bleiben, ersetzt oder verknüpft werden sollten.

Wie machen Sie diese komplexen Abläufe sichtbar?
Dafür nutzen wir Wertstromdiagramme. Sie zeigen die Abläufe in den Abteilungen, die Informationsflüsse, Datenquellen und den Systemeinsatz, wodurch Optimierungspotenziale deutlich sichtbar werden. Für viele Unternehmen ist das ein echter Aha-Moment, da sie zum ersten Mal eine Gesamtsicht ihrer Produktionsabläufe sehen.

Wie sieht der typische Ist-Zustand aus, wenn Sie in Unternehmen kommen?
Häufig begegnen wir historisch gewachsenen Systemlandschaften, parallelen Excel-Lösungen und Abteilungen, die nur in ihrer eigenen Sphäre arbeiten. Technisch kommunizieren viele Systeme zwar miteinander – aber nicht in idealen Prozessen. Unsere Aufgabe ist es, Transparenz zu schaffen und ein gemeinsames Verständnis aufzubauen.

Unternehmen fehlt oft die Klarheit

Welche Herausforderungen beschäftigen Ihre Kunden derzeit am meisten?
Die geopolitische Lage, volatile Lieferketten, kleinere Losgrößen, steigende Energiekosten und hoher Flexibilitätsdruck. Viele Unternehmen müssen schnell reagieren können – und dafür fehlt oft die Klarheit und der Überblick bei Prozessen und Daten.

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Wie unterstützen Sie Firmen dabei, resilienter zu werden?
Indem wir Transparenz schaffen, Entscheidungswege verkürzen und Prozesse systemgestützt stabilisieren. Flexibilität entsteht dann, wenn Entscheidungen schnell getroffen und auf dem Shopfloor zügig umgesetzt werden können. Erst das ermöglicht eine saubere Prozess- und Datenbasis. Genau daran arbeiten wir.

Fehlen Unternehmen intern die Ressourcen, um das voranzutreiben?
Große Unternehmen haben häufig Lean-Abteilungen, der Mittelstand dagegen eher selten. Lean-Konzepte sind bekannt – aber deren Umsetzung in der eigenen Organisation ist eine andere Herausforderung. Genau hier setzen wir an, indem wir Know-how, Methoden und Systemkompetenz kombinieren. Hinzu kommt die enorme Marktdynamik. Ohne externe Unterstützung ist es schwer, langfristige Entwicklungsprojekte durchzuziehen.

Executive Insights

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25. Juni 2026: Produktion 2030 – von operativer Exzellenz zu neuer Wertschöpfung

Online-Workshop: 18.00 – 18.45 Uhr

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6. Oktober 2026: Produktion 2030 – Templates, Standardisierung und Benchmarking mit Hydra

Online-Workshop: 18.00 – 18.45 Uhr

Hier geht es zur kostenfreien Anmeldung: www.mpdv.com/veranstaltungsdetails/executive-insights-produktion-2030-hydra-templates