Der Hochlauf im Defence-Sektor erfordert Tempo und Sicherheit. Facturee bündelt 2.000 Fertiger, um Skalierbarkeit, Compliance und Datensouveränität für Zeichnungsteile zu garantieren.
Facturee bündelt die Beschaffung von hochpräzisen CNC-Teilen und Hydraulikkomponenten für den Einsatz in modernen Defence-Landsystemen.
(Bild: Facturee)
Versorgungssicherheit gehört zu den zentralen Anforderungen im Defence-Umfeld. Lieferausfälle, Kapazitätsengpässe oder fehlende Zertifizierungen können ganze Wertschöpfungsketten beeinträchtigen. „Eine große Gefahr ist die Abhängigkeit von einzelnen Fertigern. Sie dürfen nicht zum Single Point of Failure werden. Unsere Anti-Single-Source-Strategie integriert alternative Fertigungsquellen deshalb früh in den Beschaffungsprozess“, erklärt Moritz König, CEO von Facturee. Facturee übernimmt die Beschaffung von Präzisions- und Zeichnungsteilen – auch für Projekte mit erhöhten Anforderungen an Lieferfähigkeit, Qualität und Dokumentation. Über das Netzwerk lassen sich Abhängigkeiten von einzelnen Bezugsquellen reduzieren. Fällt ein Fertigungspartner aus oder entsteht ein Engpass, greift Facturee auf alternative, vorab geprüfte Partner zurück. Darüber hinaus können zusätzliche Bedarfe über das Netzwerk kurzfristig skaliert werden, ohne neue Lieferanten qualifizieren oder bestehende Lieferketten neu aufbauen zu müssen.
Dokumentation ist im Defence-Umfeld Voraussetzung dafür, dass Beschaffung funktioniert. Kunden müssen nachvollziehen können, welcher Partner ein Bauteil gefertigt hat, welche Nachweise vorliegen und ob die Anforderungen auf Bauteilebene erfüllt sind.
Regulatorische Hürden im Defence-Umfeld sicher meistern
Neben der Versorgungssicherheit spielt im Defence-Umfeld die Einhaltung regulatorischer Anforderungen eine zentrale Rolle. Zertifikate, Materialnachweise und Prüfprotokolle entscheiden bereits bei der Lieferantenauswahl darüber, ob ein Auftrag belastbar vergeben werden kann. Je nach Projekt spielen zudem ITAR-freie Lieferketten und die BAFA-konforme Ausgestaltung von Export- und Lieferprozessen eine wichtige Rolle. Facturee prüft projektbezogen, welche Fertigungspartner die geforderten Nachweise erbringen. Dazu zählen je nach Anwendung beispielsweise ISO 9001, AS 9100 bzw. EN 9100 für Luft- und Raumfahrtanwendungen, Werkstoffzertifikate nach EN 10204, Erstmusterprüfungen nach AS 9102 beziehungsweise DE 9102 oder EMPB. Bei Sonderverfahren, Schweißarbeiten oder Oberflächenbehandlungen können zusätzliche Anforderungen wie NADCAP, DIN 2303 oder VG-Normen relevant sein.
„Dokumentation ist im Defence-Umfeld Voraussetzung dafür, dass Beschaffung funktioniert. Kunden müssen nachvollziehen können, welcher Partner ein Bauteil gefertigt hat, welche Nachweise vorliegen und ob die Anforderungen auf Bauteilebene erfüllt sind“, erklärt Moritz König.Full Compliance und Full Traceability werden daher bereits früh im Beschaffungsprozess berücksichtigt. Facturee entwickelt die Prozesse in diesem Bereich kontinuierlich weiter – unter anderem durch automatisierte Compliance-Filter bei der Lieferantenauswahl und eine lückenlose Dokumentation auf Bauteilebene.
Datensouveränität und europäische Lieferketten immer wichtiger
Konstruktionsdaten und Projektinformationen sind im Defence-Umfeld besonders schutzbedürftig. Facturee arbeitet mit systemseitiger Anonymisierung und strikter Datentrennung. Fertigungspartner erhalten ausschließlich die Informationen, die für die Umsetzung des jeweiligen Projekts erforderlich sind. Zudem betreibt Facturee ein nach ISO 27001 zertifiziertes Managementsystem für Informationssicherheit. Auch der Ursprung von Lieferanten spielt bei vielen Projekten eine wichtige Rolle. Facturee verfügt über ein weltweites Netzwerk und bindet projektbezogen Fertigungspartner aus Europa oder dem NATO-Gebiet ein, wenn Lieferketten-, Souveränitäts- oder Compliance-Anforderungen dies erfordern. Dadurch lassen sich Anforderungen an Lieferketten, Datensouveränität und industrielle Souveränität individuell abbilden.
Moritz König: "Eine große Gefahr ist die Abhängigkeit von einzelnen Fertigern. Sie dürfen nicht zum Single Point of Failure werden."
(Bild: Facturee)
Wie Dual-Use-Strukturen die Defence-Beschaffung beschleunigen
Gefragt sind im Defence-Umfeld unter anderem CNC-Dreh- und Frästeile, Blechbiegeteile, Strukturbauteile, Präzisionsgehäuse sowie Leichtbaukomponenten aus Aluminium, Titan oder Inconel. Darüber hinaus gewinnt die Additive Fertigung an Bedeutung – insbesondere für Prototypen, Kleinserien und die Nachfertigung von Ersatzteilen, wenn ursprüngliche Lieferanten oder Komponenten nicht mehr verfügbar sind. Zudem stellen im Defence-Umfeld viele Auftraggeber auch eigene Materialien bereit und vergeben ausschließlich die Fertigung. Ein Beispiel für den Einsatz im sicherheitsrelevanten Umfeld ist die Zusammenarbeit mit Becker Avionics. Das Unternehmen entwickelt Kommunikations-, Navigations- und Überwachungssysteme für Luftfahrt und Bodeneinsatz. Facturee liefert dafür komplexe CNC-Dreh- und Frästeile sowie anspruchsvolle Blechbiegeteile und steuert Fertigung, Oberflächenbehandlung, Nachweise und Logistik über einen zentralen Beschaffungsprozess.
„Für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie wird immer entscheidender, wie schnell Beschaffung auf neue Bedarfe reagieren kann und wie belastbar Nachweise entlang der Lieferkette abgebildet werden“, sagt Moritz König. „Viele der Fertigungsverfahren und Werkstoffe, die wir heute für sicherheitsrelevante Anwendungen beschaffen, kommen bereits in zivilen Industrien zum Einsatz. Diese Dual-Use-Strukturen ermöglichen es uns, auf bestehende Fertigungsnetzwerke zurückzugreifen, anstatt neue Lieferketten erst aufbauen zu müssen. Das schafft Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Versorgungssicherheit.“
Stand: 16.12.2025
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