Quantentechnologie: Chancen und Herausforderungen Mit Quantentechnologie zur Europas digitaler Zukunft 

Von GlobalConnect 4 min Lesedauer

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Quantentechnologie revolutioniert Wirtschaft und Forschung – gefährdet aber heutige Verschlüsselung. GlobalConnect-Experten erklären Post-Quantum-Kryptografie & Quantenkommunikation und zeigen, wie Unternehmen sich jetzt vorbereiten.

Quantentechnologie läutet die Post-Quantum-Ära ein: Neue Rechenleistung eröffnet Chancen, verlangt aber nach quantensicheren Verfahren wie Post-Quantum-Kryptografie (PQC) und Quantenkommunikation (QKD).(Bild:  GlobalConnect)
Quantentechnologie läutet die Post-Quantum-Ära ein: Neue Rechenleistung eröffnet Chancen, verlangt aber nach quantensicheren Verfahren wie Post-Quantum-Kryptografie (PQC) und Quantenkommunikation (QKD).
(Bild: GlobalConnect)

Die Quantentechnologie gehört zu den bahnbrechendsten Entwicklungen der digitalen Ära. Sie eröffnet Unternehmen völlig neue Möglichkeiten – gleichzeitig stellt sie etablierte Sicherheitsstandards auf die Probe. Martin Højriis Kristensen, Vice President Customer Technology & Transformation bei GlobalConnect, erläutert die Chancen und Risiken dieser Technologie. Welche Bedeutung sie speziell für den deutschen Markt hat und wie Unternehmen sich optimal darauf vorbereiten können, ordnet Andreas Gerhardt, CEO von GlobalConnect Deutschland, ein.

Quantenpower – neue Chancen, neue Risiken

Quantencomputer arbeiten anders als klassische Rechner: Während herkömmliche Maschinen Probleme Schritt für Schritt lösen, nutzen Quantencomputer sogenannte Qubits, die mehrere Zustände gleichzeitig annehmen können. Diese Fähigkeit erlaubt es, extrem komplexe Berechnungen in Bruchteilen der bisherigen Zeit durchzuführen.

„Die Quantentechnologie kann Prozesse in der Materialforschung, bei der Medikamentenentwicklung oder in der Optimierung logistischer Abläufe revolutionieren“, erklärt Martin Højriis Kristensen. „Probleme, die heute Tage oder Wochen beanspruchen, könnten künftig in Sekunden gelöst werden.“
 
Doch die Geschwindigkeit hat eine Kehrseite: Viele heutige Verschlüsselungsmethoden basieren auf mathematischen Problemen, die klassische Computer nicht effizient lösen können. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte diese Schutzmechanismen binnen Sekunden überwinden.

Quantentechnologie: Die Risiken heißen „Harvest Now & Decrypt Later!"

Ein besonderes Sicherheitsrisiko ist das Szenario „Harvest Now, Decrypt Later“. Dabei werden Daten heute verschlüsselt abgefangen und gespeichert, um sie in einigen Jahren – mit leistungsfähigen Quantencomputern – zu entschlüsseln. „Nicht jede E-Mail ist in zehn Jahren noch relevant“, erläutert Kristensen. „Aber sensible Informationen wie geistiges Eigentum, Gesundheitsdaten oder Forschungsergebnisse bleiben über Jahre hinweg wertvoll. Wer sie heute abfängt, könnte sie in Zukunft vollständig entschlüsseln.“ Für Unternehmen bedeutet das: Sensible Daten müssen bereits jetzt langfristig geschützt werden.

<p>Das Bild zeigt Martin Højriis Kristensen, Vice President Customer Technology & Transformation bei GlobalConnect.<p>
"Die Quantentechnologie kann Prozesse in der Materialforschung, bei der Medikamentenentwicklung oder in der Optimierung logistischer Abläufe revolutionieren.“ Martin Højriis Kristensen.
(Bild: GlobalConnect)

Neue Schutzkonzepte: Post-Quantum-Kryptografie und Quantenkommunikation

Um Daten langfristig zu sichern, setzen Unternehmen auf zwei Ansätze: Post-QuantumKryptografie (PQC) und Quantum Key Distribution (QKD). „PQC entwickelt neue Algorithmen, die auch durch Quantencomputer nicht geknackt werden können“, erklärt Kristensen. „Diese müssen schrittweise in Betriebssysteme, Cloud-Dienste und Netzwerke integriert werden.“
 
Parallel dazu sorgt QKD für physikalisch abhörsichere Schlüsselübertragung über Glasfaser. „In Dänemark betreiben wir QKD-Pilotverbindungen bereits produktiv. Diese Technologie ermöglicht einen Schlüsseltransfer, der auf den Gesetzen der Quantenphysik basiert – und damit praktisch abhörsicher ist.“

Nordische Vorreiter als Blaupause für Deutschland

In Skandinavien setzen die Länder die EU-Initiative EuroQCI (European Quantum Communication Infrastructure) um und bauen grenzüberschreitende Quantenverbindungen auf. „Die nordischen Länder zeigen, wie technologische Reife und politische Weitsicht Hand in Hand gehen“, so Kristensen. „Frühzeitige Kooperationen zwischen Forschung, Industrie und Netzbetreibern sind entscheidend, um die Quantentechnologie effektiv zu nutzen.“ Diese Erfahrungen liefern wichtige Impulse für Deutschland: Auch hier gewinnen strategische Fragen rund um quantensichere Kommunikation zunehmend an Bedeutung. So ist das Thema für den deutschen Mittelstand und große Unternehmen besonders relevant.

<p>Man sieht eine futuristisch wirkende Nahaufnahme von Computer-Hardware: Auf einer Leiterplatte sitzt ein würfelförmiges, transparent umhülltes Modul mit goldfarbenen, filigranen Strukturen und Drähten im Inneren. Die warm leuchtende Komponente wirkt wie ein stilisiertes „Quantenchip“- oder Prozessor-Modul; im Hintergrund sind weitere Bauteile unscharf zu erkennen.<p>
Quantencomputer und Post-Quantum-Ära: Qubits ermöglichen neue Anwendungen – zugleich steigt der Druck, Verschlüsselung durch Post-Quantum-Kryptografie und Quantenkommunikation abzusichern.
(Bild: GlobalConnect)

Andreas Gerhardt, CEO von GlobalConnect Deutschland, betont: „Die Quantentechnologie bringt einen doppelten Transformationsdruck: Unternehmen müssen ihre IT-Infrastruktur modernisieren und gleichzeitig die künftigen Sicherheitsrisiken durch Quantencomputer berücksichtigen. Wer jetzt in quantensichere Kommunikation investiert, verschafft sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil.“ Gerhardt unterstreicht die strategische Dimension: „Deutschland verfügt über eine starke Forschungslandschaft und kritische Infrastrukturen, die geschützt werden müssen. Wenn wir diese Stärken bündeln, können wir eine führende Rolle in der europäischen Quantensicherheitslandschaft einnehmen.“ Dabei gehe es nicht nur um Technik, sondern um Vertrauen: „In einer datengetriebenen Wirtschaft ist Vertrauen die zentrale Währung. Quantensichere Kommunikation ist ein entscheidender Baustein, um dieses Vertrauen langfristig zu sichern.“

<p>Zu sehen ist Andreas Gerhardt, CEO von GlobalConnect Deutschland.<p>
Andreas Gerhardt: „Die Quantentechnologie bringt einen doppelten Transformationsdruck: Unternehmen müssen ihre IT-Infrastruktur modernisieren und gleichzeitig die künftigen Sicherheitsrisiken durch Quantencomputer berücksichtigen."
(Bild: GlobalConnect)

Handlungsfelder für Unternehmen

Die zunehmende Bedrohung durch Quantencomputer erfordert, dass Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien frühzeitig anpassen. Kristensen und Gerhardt empfehlen daher einen strukturierten Ansatz, der es ermöglicht, Risiken systematisch zu erkennen und gezielt Maßnahmen zu ergreifen.

Quantencomputer: Risiken & Maßnahmen

1. Nehmen Sie zunächst eine Bestandsaufnahme vor: Welche Daten sind besonders sensibel und langfristig zu schützen?
 
2. Führen Sie eine Risikoanalyse durch: Wo liegen Schwachstellen in der bestehenden Infrastruktur?
 
3. Planen Sie die Migration: Einführung quantensicherer Algorithmen und Kooperation mit spezialisierten Netzbetreibern.
 
4. Bauen Sie Partnerschaften auf: Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Industrie und Dienstleistern, um von Innovationen zu profitieren.

„Es geht nicht um einen radikalen Umbruch über Nacht“, erklärt Kristensen. „Aber jedes Unternehmen sollte wissen, wo es steht und welche Schritte nötig sind, um quantensicher zu werden.“

Experten warnen: Nicht den Anschluss verpassen – jetzt handeln

Die Quantentechnologie markiert den Beginn einer neuen Ära der Digitalisierung. Sie eröffnet enorme Chancen, birgt aber auch Risiken für Daten und Infrastrukturen. Martin Højriis Kristensen fasst zusammen: „Unternehmen, die frühzeitig in quantensichere Kommunikation und Post-Quantum-Kryptografie investieren, sichern nicht nur ihre Daten, sondern gestalten aktiv die digitale Zukunft Europas.“ Andreas Gerhardt ergänzt: „Für Deutschland ist dies eine strategische Chance: Quantensichere Netzwerke und robuste IT-Infrastrukturen stärken die digitale Souveränität und wirtschaftliche Resilienz. Jetzt ist der Moment, um zu handeln.“

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