Die smarte Fabrik Agentic AI als Motor der industriellen Wertschöpfung

Ein Gastbeitrag von Ulrike Peter 5 min Lesedauer

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Industrial AI wird agentisch: Vernetzte KI-Agenten erkennen Zusammenhänge und unterstützen Fachkräfte. Erst Datenbasis, Plattform und souveräne Edge-to-Cloud-Infrastruktur skalieren KI industriell.

Vom isolierten Werkzeug zum intelligenten Partner: Agentic AI verknüpft Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und unterstützt Fachkräfte kontextbezogen bei komplexen Entscheidungen.(Bild:  German Edge Cloud)
Vom isolierten Werkzeug zum intelligenten Partner: Agentic AI verknüpft Informationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und unterstützt Fachkräfte kontextbezogen bei komplexen Entscheidungen.
(Bild: German Edge Cloud)

Viele Unternehmen haben bereits erste KI-Anwendungen in der Produktion eingeführt. Diese lösen jedoch meist nur einzelne Aufgaben und greifen häufig auf unterschiedliche Datenquellen zurück.

Mit wachsender Komplexität stoßen diese Insellösungen an ihre Grenzen. Produktionsprozesse sind eng miteinander verknüpft. Entscheidungen hängen selten von einer einzelnen Information ab, sondern vom Zusammenspiel zahlreicher Daten aus Entwicklung, Fertigung, Qualitätssicherung und Instandhaltung. Hinzu kommt wertvolles Erfahrungswissen, das häufig nur in den Köpfen einzelner Mitarbeiter gespeichert ist.

Die nächste Evolutionsstufe industrieller KI besteht daher darin, Informationen intelligent miteinander zu verknüpfen. Spezialisierte KI-Agenten greifen auf eine gemeinsame Datenbasis zu, stellen Zusammenhänge her und unterstützen Fachkräfte kontextbezogen bei ihrer täglichen Arbeit. Sie ersetzen den Menschen nicht, sondern liefern schneller genau die Informationen, die für fundierte Entscheidungen benötigt werden. Mit Oncite-X zeigt die German Edge Cloud bereits heute, wie ein solcher dialogfähiger KI-Agent funktioniert.

Damit agentenbasierte Anwendungen schließlich ihre Fähigkeiten auch in komplexen Produktionsnetzwerken ausspielen können, erfordert es eine nahtlose Integration in be-stehende Industrie- und Datenökosysteme.

Eine Plattform als gemeinsames Fundament

Kooperierende KI-Agenten können jedoch nur dann sinnvoll zusammenarbeiten, wenn sie auf dieselbe Datenbasis zugreifen. Dafür braucht es eine gemeinsame technologische Grundlage. Entscheidend ist eine Plattform, die Produktionsdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt, strukturiert und in einen einheitlichen Kontext bringt.

Diese Basis liefert die Industrial-AI-Plattform Oncite der German Edge Cloud. Sie verbindet Produktionsdaten, Anwendungen und industrielles Wissen in einer integrierten Edge-to-Cloud-Architektur. Maschinen-, Prozess- und Qualitätsdaten werden harmonisiert und für KI-Anwendungen nutzbar gemacht. Gleichzeitig lassen sich bestehende Systeme und neue Anwendungen schrittweise integrieren, ohne gewachsene Produktionslandschaften grundlegend verändern zu müssen.

Auf dieser gemeinsamen Daten- und Wissensbasis entstehen die Voraussetzungen für die nächste Generation industrieller KI: spezialisierte Agenten, die Informationen intelligent miteinander verknüpfen und Unternehmen entlang ihrer gesamten Wertschöpfung unterstützen.

Der Digital Industrial Engineer zeigt, wie Agentic AI entsteht

Wie sich dieser Ansatz in der Praxis umsetzen lässt, zeigt der Digital Industrial Engineer der German Edge Cloud. Die Anwendung unterstützt Unternehmen dabei, komplexe Produktänderungen schneller und transparenter umzusetzen. Sie analysiert die Auswirkungen auf Stücklisten, Prozesse, Rollen und Dokumentationen, stellt relevantes Wissen kontextbezogen bereit und unterstützt Fachkräfte bei fundierten Entscheidungen.

Gerade in produzierenden Unternehmen steckt ein erheblicher Teil des Wissens in unterschiedlichen IT-Systemen oder in den Köpfen erfahrener Mitarbeitender. Der Digital Industrial Engineer führt diese Informationen zusammen und macht sie dort verfügbar, wo sie benötigt werden. Das reduziert manuelle Abstimmungsaufwände, beschleunigt Änderungsprozesse und trägt dazu bei, wertvolles Erfahrungswissen langfristig im Unternehmen zu sichern.

Perspektivisch entwickelt sich dieser Ansatz weiter. Einzelne KI-Funktionen werden zu spezialisierten Agenten, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen und miteinander kooperieren. So entsteht Schritt für Schritt ein agentenbasiertes System, das Zusammenhänge erkennt und Prozesse entlang der Wertschöpfungskette unterstützt.

Warum Agentic AI die Edge und Cloud gleichermaßen benötigt

Kooperierende KI-Agenten stellen hohe Anforderungen an die zugrunde liegende Infrastruktur. Produktionsnahe Aufgaben erfordern kurze Reaktionszeiten und müssen direkt dort verarbeitet werden, wo die Daten entstehen. Gleichzeitig benötigen rechenintensive KI-Modelle die Skalierbarkeit der Cloud. Eine leistungsfähige Industrial-AI-Architektur muss deshalb beide Welten miteinander verbinden.

Dieter Meuser gibt einen Ausblick: „Die Entwicklung hin zu Agentic AI wird die industrielle Digitalisierung in den kommenden Jahren maßgeblich prägen."(Bild:  German Edge Cloud)
Dieter Meuser gibt einen Ausblick: „Die Entwicklung hin zu Agentic AI wird die industrielle Digitalisierung in den kommenden Jahren maßgeblich prägen."
(Bild: German Edge Cloud)

German Edge Cloud verfolgt dafür einen konsequenten Edge-to-Cloud-Ansatz. Unternehmen können Daten und Anwendungen flexibel am Edge, On-Premises oder in der Cloud betreiben – passend zu ihren technischen, regulatorischen oder wirtschaftlichen Anforderungen. Dadurch bleiben Produktionsdaten unter Kontrolle, während sich KI-Anwendungen standortübergreifend skalieren lassen.

Ein weiterer Baustein sind souveräne Cloud-Infrastrukturen. Sie schaffen die Grundlage, Industrial AI auch in sensiblen Produktionsumgebungen sicher und compliant zu betreiben. Gleichzeitig ermöglichen sie den Aufbau leistungsfähiger KI-Services, ohne die Datensouveränität der Unternehmen einzuschränken.

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Künftig werden nicht mehr isolierte KI-Funktionen im Mittelpunkt stehen, sondern spezialisierte Systeme, die Informationen austauschen, Zusammenhänge erkennen und Fachkräfte entlang industrieller Prozesse unterstützen.

Agentic AI entsteht im Ökosystem

Eine leistungsfähige Agentic-AI-Architektur lässt sich nicht durch einen einzelnen Baustein realisieren. Sie entsteht im Zusammenspiel spezialisierter Plattformen und Partner, die Aufgaben von der Orchestrierung der KI-Agenten über souveräne Cloud-Infrastrukturen bis hin zur Integration in industrielle IT-Landschaften übernehmen.
 
German Edge Cloud (GEC) verfolgt daher einen offenen Plattformansatz. Gemeinsam mit Phoeniqs arbeitet das Unternehmen an der nächsten Generation industrieller KI. Die Phoeniqs AI Platform liefert die Grundlage, um spezialisierte KI-Agenten zu entwickeln und zu betreiben. Darauf aufbauend entwickelt GEC den Digital Industrial Engineer konsequent zu einem agentenbasierten System weiter.

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(Bild: WIN-Verlag GmbH & Co. KG )

Für den produktiven Einsatz spielt die zugrunde liegende Cloud-Infrastruktur eine entscheidende Rolle. Gerade bei sensiblen Daten gewinnen Datensouveränität und regulatorische Anforderungen an Bedeutung. Gemeinsam mit Schwarz Digits setzt GEC auf eine souveräne europäische Cloud-Architektur. Sie schafft die Voraussetzung, Industrial AI sicher, skalierbar und unter voller Kontrolle über sensible Produktionsdaten zu betreiben.

Damit KI-Agenten ihre Fähigkeiten in komplexen Netzwerken ausspielen können, bedarf es zudem einer nahtlosen Integration in bestehende Datenökosysteme. Hier bündelt GEC ihre Kompetenzen mit T-Systems. Während GEC die Industrial-AI-Plattform und das Datenmanagement bereitstellt, bringt T-Systems ihre Integrations- und Konnektivitätsexpertise für industrielle Datenräume ein. So entstehen skalierbare Lösungen, die sich in bestehende Fertigungslandschaften integrieren und schrittweise erweitern lassen.

Dieter Meuser, CEO der German Edge Cloud gibt einen Ausblick: „Die Entwicklung hin zu Agentic AI wird die industrielle Digitalisierung in den kommenden Jahren maßgeblich prägen. Der Wettbewerb entscheidet sich dann nicht mehr allein über die Qualität einzelner KI-Modelle, sondern über die Fähigkeit, Daten, Wissen und KI-Agenten in einer souveränen, skalierbaren Architektur zusammenzuführen. Genau darin liegt die nächste Stufe der industriellen Wertschöpfung.“

Ulrike Peter ist Geschäftsführerin der punctum pr-agentur GmbH.