Auf der Hannover Messe 2026 zeigte Smart Systems Hub gemeinsam mit Industriepartnern, wie Datenräume Mehrwert für den Mittelstand schaffen. Manufacturing-X ermöglicht die breite Anwendung bei KMU.
Am Messestand zeigte das Smart Systems Hub den digitalen Produktpass, der gemeinsam mit GETT Germany entwickelt wurde.
(Bild: Smart Systems Hub)
Zu den Highlights der Hannover Messe 2026 zählten der digitale Produktpass (DPP) mit GETT Germany, datenbasierte After-Sales-Services mit ULT, Sitec Industrietechnologie und N+P Informationssysteme sowie ein Cross-Dataspace-Use-Case zwischen Chem-X, Semiconductor-X und Decide4ECO. Die Erfahrungen aus Catena-X zeigen: Industrielle Datenräume haben technologisch deutlich an Reife gewonnen, zugleich aber auch an Komplexität. Verschiedene Ports, Datenräume, Identitätsmodelle und Betreiberstrukturen prägen eine Landschaft, die bislang weiterhin stark OEM-getrieben ist. Mit Manufacturing-X rückt nun die breite industrielle Anwendung in den Fokus. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) brauchen dafür praxisnahe Einstiegswege, um Use Cases schnell zu testen, datenbasierte Geschäftsmodelle zu bewerten und den konkreten Business Value vor größeren Investitionen sichtbar zu machen.
Learn & Explore 3.0: Praxis-Sprungbrett für den Mittelstand
In diesem Kontext führt die Learn-&-Explore-Umgebung des Smart Systems Hub Bausteine wie Eclipse Dataspace Connector, Wallets, Verwaltungsschale und anschlussfähige Plattformen in einem praxisnahen Setup zusammen. Learn & Explore 3.0 macht die wachsende Komplexität industrieller Datenräume für KMU beherrschbar und führt zentrale Bausteine in einem praxisnahen Setup zusammen. Unternehmen können darin unterschiedliche Ports, Wallets, EDC-Varianten, Identitätsaussteller und Core Service Provider konkret erproben. Automatisiertes Onboarding, Knowledge Base, Popup Testbed und die Anschlussfähigkeit an operative Datenräume erleichtern den Einstieg, um Use Cases schnell zu testen und den Business Value datenbasierter Geschäftsmodelle belastbar zu bewerten.
„Gerade KMU brauchen einen schnellen und praxisnahen Einstieg in Manufacturing-X, ohne sofort große Ressourcen binden zu müssen. Mit unserer Learn-&-Explore-Umgebung können Unternehmen zentrale Bausteine testen, Orientierung gewinnen und konkrete Use Cases vorbereiten“, sagt Michael Kaiser, CEO des Smart Systems Hub. „Entscheidend ist jetzt, Datenräume nicht länger nur technologisch zu erklären, sondern ihren Nutzen in Industrieanwendungen sichtbar zu machen.“
Regulierung als Treiber für industrielle Datenanwendungen
Wie Regularien Innovation beflügeln, zeigte GETT Germany anhand des Digitalen Produktpasses (DPP) für Industriepanels. DPP und Cyber Resilience Act (CRA) schaffen den Anreiz und den Rahmen, Produktdaten strukturierter zu erfassen, und interoperabel für neue Services bereitzustellen. Die Verwaltungsschale dient dabei als standardisierte Struktur für den digitalen Zwilling eines Assets. „DPP und CRA zeigen, dass sich Unternehmen jetzt zukunftsfähig aufstellen müssen. Wer diese Anforderungen frühzeitig adressiert, schafft nicht nur Compliance, sondern auch internationale Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Pierre Beer, CEO von GETT Germany.
Im Manufacturing-X-Pilotsprint erprobte die ULT Gruppe datenbasierte Geschäftsmodelle im After Sales. Gerade bei begrenzten Ressourcen und komplexen Retrofit-Szenarien wird ein „Test before Invest“-Ansatz entscheidend. „Für KMU ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit Datenräumen und Manufacturing-X auseinanderzusetzen. Entscheidend sind schnelle Erprobung, klare Orientierung und starke Partner an der Seite“, sagt Alexander Jakschik, CEO der ULT Gruppe und Vizepräsident des VDMA. „Der Mittelstand braucht konkrete Möglichkeiten, neue digitale Zusammenarbeit unter realen Bedingungen zu testen.“
Manufacturing-X - vom Use Case in den produktiven Datenraum
Mit Cofinity-X zeigte sich, wie tragfähige Use Cases aus Lern- und Testumgebungen in produktive Datenräume überführt werden können. Die Zusammenarbeit mit dem Smart Systems Hub verknüpft einen niederschwelligen Einstieg, Use-Case-Sondierung und skalierbare Anwendung. „Der Mehrwert von Manufacturing-X muss für KMU erkennbar und erreichbar sein. Learn & Explore hilft beim Einstieg, Cofinity-X überführt tragfähige Use Cases in den produktiven Betrieb – branchenoffen und skalierbar“, sagt Marius Pohl, Head of Business Development & Sales bei Cofinity-X.
Die Industrial Digital Twin Association (IDTA) ergänzte die Perspektive der Standardisierung. Die Verwaltungsschale macht Daten über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg verständlich, auffindbar und nutzbar. „Durch die Verbindung der Verwaltungsschale mit Datenökosystemen und Diensten wie dem ADX-Hub entstehen konkrete Mehrwerte und neue Geschäftsmodelle“, betont Christian Mosch, Managing Director der IDTA.
Stand: 16.12.2025
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Manufacturing-X zum Anfassen auf der Hannover Messe
Am Stand der Plattform Industrie 4.0 wurde der souveräne Datenaustausch praktisch erlebbar: Das mobile Popup Testbed visualisierte Datenflüsse entlang industrieller Lieferketten physisch und demonstrierte verschiedene KMU-Business-Cases, die im Manufacturing-X-Datenraum entstanden sind.