In unserer aktuellen Expertenumfrage geben führende Vertreter aus Industrie, Logistik, IT und Verbänden Einblicke in die zentralen Intralogistik-Trends und benennen die wichtigsten Hebel, aber auch mögliche Hürden bei der Einführung digitaler Lösungen.
Was sind die aktuellen Trends im Bereich Simulation? Wir haben 13 Experten und Expertinnen befragt.
Wie verändern Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz die Intralogistik und wo stehen Unternehmen aktuell vor den größten Herausforderungen? Wir haben bei 13 Experten und Expertinnen nachgefragt.
Fragen an die Experten
1. Welche Themen und Trends treiben Unternehmen in der Intralogistik derzeit am stärksten um?
2. Wo sehen Sie die größten Hebel, um Logistikprozesse in der Produktion zu verbessern?
3. Was sind die größten Hürden bei der Einführung digitaler Lösungen in der Intralogistik?
Mark Grötzinger, Bosch Rexroth
Mark Grötzinger ist Head of Business Development Warehouse Automation & Intralogistics bei Bosch Rexroth.
(Bild: Bosch Rexroth AG)
1. Der Trend zur Digitalisierung in der Intralogistik setzt sich weiter fort. Mit zunehmender IoT-Anbindung verschmelzen die Betriebs- und Informationstechniken, OT und IT, stärker miteinander. Das eröffnet neue Potenziale zur Steigerung der Produktivität und Effizienz, gleichzeitig erhöht sich aber auch die Angriffsfläche für Cyberangriffe. Auch im Shopfloor ist die Digitalisierung ein echter Gamechanger: Die Datenerfassung in Echtzeit in Verbindung mit moderner Analytik ermöglicht datenbasierte Entscheidungen, mit denen auch hier Effizienz und Produktivität weiter verbessert werden können.Zunehmend striktere gesetzliche Vorgaben zur Nachhaltigkeit sowie steigende Energiepreise bedingen zudem eine steigende Nachfrage nach effizienteren, nachhaltigen Lösungen.
2. Mit digitalen Ökosystemen entstehen völlig neue Möglichkeiten der Vernetzung und Kollaboration. Über offene Schnittstellen und Standards wie der VDA 5050 lassen sich Neuentwicklungen einfach in bestehende Infrastrukturen einbinden. Ein weiterer entscheidender Hebel ist die Skalierbarkeit. Denn nur so ist auch eine flexible Anpassung an sich ändernde Bedarfe möglich. Moderne Simulationsmodelle und digitale Design-Tools erhöhen die Effizienz beim Engineering. Offene, skalierbare Lösungen wie unser Automatisierungssystem ctrlX Automation bieten maximale Flexibilität und Zukunftssicherheit. Das System ist offen für Open-Source-Technologien wie ROS, was eine erweiterbare Automatisierungslösung schafft.
3. Neue Prozesse und Lösungsansätze binden zunächst Kosten und Ressourcen. Gleiches gilt für neue regulatorische Vorgaben wie der Ende 2024 in Kraft getretene Cyber Resilience Act (CRA). Der CRA erfordert eine noch stärkere Fokussierung auf Sicherheit und Produktintegrität sowie ein Umdenken, das schon bei der Produktentwicklung ansetzt.
Mit digitalen Ökosystemen entstehen völlig neue Möglichkeiten der Vernetzung und Kollaboration.
Mark Grötzinger
Christiaan Carstens, Leogistics
Christiaan Carstens ist Managing Director bei Leogistics.
(Bild: Bild: Fotograf Till Kretner)
1. Die Intralogistik hat insbesondere in Lagerprozessen – vor allem in Hochvolumenlagern – sowie im Shopfloor bereits einen sehr hohen Automatisierungsgrad erreicht. Automatisierte Kommissionieranlagen und AGVs haben sich hier über die letzten Jahre als Standard etabliert. Verfügbare und in naher Zukunft kommende technologische Neuerungen können diese Stufe auf ein neues Level heben. Die Zusammenlegung von Assistenz-, Automatisierungs- und Robotik-Systemen mit KI-Funktionen (Stichwort: humanoide Robotik) wird dabei einen neuen Meilenstein setzen. Wie diese Symbiose erfolgreich gestaltet werden kann, welche Fallstricke noch zu bewältigen sind und welche administrativen sowie rechtlichen Aspekte rund um die Sicherheit zu klären sind, wird den Bereich Intralogistiksysteme erheblich beschäftigen.
2. Der größte Hebel liegt für mich in zwei Bereichen, die unter dem Begriff "Vernetzung" zusammengefasst werden können. Zum einen in vernetzten Prozessen: Produktionslogistik wurde lange isoliert optimiert, doch das abgestimmte Zusammenspiel mit Lager-, Versand- und Transportprozessen bietet großes Potenzial. Zum anderen liegt der Hebel in der weiteren Vernetzung von Anlagen, Prozessschritten und IoT-Themen in Echtzeit. Qualitative Echtzeitinformationen bilden die Basis dafür, dass Roboter und KI-Agenten zunehmend eigenständig Entscheidungen treffen können. Wichtig aus meiner Sicht ist, beide Dimensionen der Vernetzung zu verfolgen, denn wer nur eine Dimension bespielt, verschenkt wertvolle Potenziale.
3. Die Einführung neuer Lösungen in der Intralogistik ist oft eine Operation am offenen Herzen und zugleich eine Transformation historisch gewachsener Prozesse, Abläufe und Verantwortlichkeiten. Dafür braucht es Vor- und Weitsicht, Behutsamkeit sowie Erfahrung im Management des organisatorischen Wandels. Denn Technologie entfaltet ihren Nutzen nur, wenn die Akzeptanz bei den Nutzenden und Klarheit über neue Prozesse besteht. Im Kontext der digitalen Disruption durch KI wird dieser Punkt umso wichtiger. Nur durch das optimale Zusammenspiel von Daten, Automatisierungstechnologie, Künstlicher Intelligenz und menschlicher Expertise lassen sich Potenziale der Intralogistik realisieren. Gelingt dieser Vierklang, sind die Hürden bei der Einführung neuer Lösungen gut zu überwinden.
Stand: 16.12.2025
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Die Zusammenlegung von Assistenz-, Automatisierungs- und Robotik-Systemen mit KI-Funktionen wird einen neuen Meilenstein setzen.