Prozess-Automatisierung Low-Code-Plattformen: Automatisierung ganzheitlich betrachten

Ein Gastbeitrag von Philipp Erdkönig 3 min Lesedauer

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IT-Lösungen und Automatisierungen sollten sich nicht nur auf Produktionshallen beschränken, sondern alle Geschäftsprozesse in Industrieunternehmen umfassen. Eine vielversprechende Lösung zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und Differenzierung am Markt sind Low-Code-Plattformen zur Prozess-Automatisierung.

Ein Vorteil für die Mitarbeiter ist die Bereitstellung einer einheitlichen Benutzeroberfläche.(Bild:  Webcon)
Ein Vorteil für die Mitarbeiter ist die Bereitstellung einer einheitlichen Benutzeroberfläche.
(Bild: Webcon)

Die Automatisierung in Fertigungsunternehmen sollte über die Unterstützung von Produktionslinien hinausgehen und auch die operativen Geschäftsprozesse einbeziehen. Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen zeigen, dass die Optimierung des Back-Office-Bereichs oft eine Herausforderung darstellt und häufig aufgeschoben wird.

Maßgeschneiderte Anwendungen schnell und kostengünstig erstellen

Ein grundlegender Schritt ist die Einführung eines Systems für den elektronischen Dokumentenumlauf, welches Rechnungen, Bestellungen, Verträge, Frachtbriefe und Lieferscheine verwaltet. Dies stellt jedoch nur das Minimum dar. Eine umfassende, plattformbasierte Betrachtung interner Prozesse eröffnet enorme Potenziale für Effizienzsteigerungen und Ressourceneinsparungen durch Automatisierung. Low-Code-Prozessmanagement-Plattformen ermöglichen es Fertigungsunternehmen, ein einziges System zu implementieren, das sowohl die nahtlose Dokumentenverarbeitung als auch branchenspezifische Geschäftsprozesse abdeckt.

Die Entwicklung maßgeschneiderter Anwendungen „from scratch“ bringt oft mehr Herausforderungen als Vorteile mit sich, zum Beispiel lange Entwicklungszeiten, aufwendige Voranalysen und hohe Kosten. Andererseits bieten Standardsysteme zwar bewährtes Know-how, passen aber häufig nicht zu den individuellen Prozessen eines Unternehmens. Low-Code-Plattformen bieten hier eine attraktive Alternative, denn sie ermöglichen es, maßgeschneiderte Anwendungen schnell und kostengünstig zu erstellen. Zudem erlauben ausgereifte Low-Code-Plattformen eine einfache Weiterentwicklung und Anpassung der Anwendungen an sich ändernde Markt- oder Geschäftsanforderungen.

Low-Code-Plattformen vereinfachen komplexe Unternehmensstrukturen

Besonders mittlere und große Unternehmen, die eine umfassende Digitalisierungsstrategie verfolgen, setzen auf Low-Code-Plattformen. Je nach verfügbaren Ressourcen und Strategie implementieren sie die Plattform und schulen ihre interne IT-Abteilung oder beauftragen externe Integratoren damit, benötigte Anwendungen zu entwickeln. Mit diesem Ansatz können Unternehmen jährlich zwischen einem und mehreren Dutzend Prozesse automatisieren.

Für große, international tätige Fertigungsunternehmen erweisen sich Low-Code-Plattformen als besonders vorteilhaft. Sie ermöglichen die Integration mehrerer Tochtergesellschaften und Niederlassungen sowie die Synergie verschiedener IT-Systeme. Low-Code-Plattformen ermöglichen es, Lösungen für Multicompany-Umgebungen maßzuschneidern. Dabei wird eine einzige Anwendung betrieben, die alle untergeordneten Einheiten, Prozesse und Mitarbeiter integriert – ein äußerst effektiver Ansatz zur Verwaltung komplexer Unternehmensstrukturen.

Einheitliche Benutzeroberfläche bietet Vorteile für Mitarbeiter und Unternehmen

Mit der Low-Code-Plattform Webcon BPS lassen sich anwenderfreundliche Apps ohne Programmcode erstellen. (Bild:  Webcon)
Mit der Low-Code-Plattform Webcon BPS lassen sich anwenderfreundliche Apps ohne Programmcode erstellen.
(Bild: Webcon)

Mit Low-Code-Plattformen können Unternehmen einen Großteil ihrer Prozesse innerhalb eines einzigen Tools automatisieren. Dies umfasst sowohl unterstützende Prozesse in den Bereichen Finanzen, Personal, Verwaltung und IT als auch produktionsspezifische Abläufe.

Ein wesentlicher Vorteil für die Mitarbeiter ist die Bereitstellung einer einheitlichen Benutzeroberfläche. Darüber können alle Aufgaben und Angelegenheiten erledigt werden, ohne zwischen verschiedenen Systemen wechseln zu müssen. Diese einheitliche Anwendungsstruktur unterstützt die Ziele der Produktionsbetriebe, senkt Kosten, verkürzt Implementierungszeiten und erleichtert das Management bei Personalfluktuation, nicht nur in der IT-Abteilung.

Maßgeschneiderte Lösungen für komplexe Produktionsprozesse

Low-Code-Technologie ermöglicht es Industrieunternehmen, ihre Arbeit zu optimieren und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Die auf diesen Plattformen erstellten Anwendungen unterstützen komplexe Produktionsprozesse, an denen verschiedene Abteilungen beteiligt sind. Dazu gehört etwa die Entwicklung neuer Produkte von der Ideenfindung über Herstellung und Tests bis hin zur Patentanmeldung und Vertrieb. Auch produktionsbegleitende Prozesse wie die Steuerung von Maschinenservices oder Bedarfsmeldungen lassen sich transparent abbilden.

Eine echte digitale Transformation wirkt sich auf das gesamte Unternehmen aus. Fertigungsunternehmen, die bereits skalierbare IT-Tools einsetzen, sind für die Zukunft gut gerüstet. Die Implementierung geeigneter Lösungen kann ihnen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen.

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Zukunftssicherheit durch ganzheitliche Automatisierung mit Low-Code-Plattformen

Sorgfältig ausgewählte und implementierte Geschäftsanwendungen können dazu beitragen, eine führende Branchenposition zu festigen oder aufbauen. IT-Abteilungen werden in die Lage versetzt, schnell Lösungen für das Unternehmen bereitzustellen, und werden dadurch zum wichtigen Partner für die Unternehmensführung bei der Umsetzung von Wachstumsstrategien. Angesichts der aktuellen Marktherausforderungen und der fortschreitenden industriellen Revolution können Fertigungsunternehmen erheblich profitieren, wenn sie Automatisierung ganzheitlich betrachten, anstatt sie nur auf die Produktion zu beschränken. 

Der Autor Philipp Erdkönig ist Senior Consultant bei Webcon.