Expertenumfrage Produktions- und Intralogistik

„Für jedes Szenario einen Plan in der Schublade“

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Anbieter zum Thema

Malorg, MHP und Remira

Fragen an den Experten

1. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wesentlichen Trends in der Intralogistik im Jahr 2025?

2. Und was sind die größten Herausforderungen?

3. Wie können Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen? 

Lars Pozimski, Malorg

Lars Pozimski
Lars Pozimski ist Senior Consultant bei Malorg.
(Bild: Malorg GmbH)

1. Die effiziente Nutzung von KI wird die nächsten Jahre alle Bereiche der Intralogistik bestimmen. Die wichtigen Einsatzgebiete sehe ich im Bereich der administrativen Prozesse des gesamten WMS-Umfeldes, als auch für den gesamten Einsatz von Robotik und Kollaboration von verschiedenen Automationen in einem gesamthaften logistischen System. Ergänzend, und damit auch der zweite wesentliche Trend, wird die Transformation zu ressourcenschonenden Prozessen (Green Logistic) sein. Vermeidung von CO2, umweltfreundliche Verpackungen und energieeffiziente Prozesse werden nicht nur vom Gesetzgeber, sondern immer mehr auch vom Endkunden gefordert. 

2. Die politischen Randbedingungen sind maßgeblich für die weiteren Entwicklungen in Unternehmen. Investitionen werden aus meiner Sicht bewusst aus Unsicherheit zurückgehalten, da die politische Richtung erst nach den Bundestagswahlen feststehen wird. Insbesondere diese Leitplanken beeinflussen die Entscheidungen für Investitionen stark. 

3. Es sollte sich jetzt schon auf verschiedene Szenarien vorbereitet werden. Subventionen, Auflagen und weitere Randbedingungen sind aktuell so volatil wie nie. Umso wichtiger ist es für jedes Szenario einen Plan in der Schublade zu haben, um schnellstmöglich handlungsfähig zu sein. Unternehmen müssen schlanke Prozesse etablieren, um auf solche Änderungen schnellstmöglich reagieren zu können.

Randbedingungen sind aktuell so volatil wie nie. Umso wichtiger ist es für jedes Szenario einen Plan in der Schublade zu haben.

Lars Pozimski

Fragen an den Experten

1. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wesentlichen Trends in der Intralogistik im Jahr 2025?

2. Und was sind die größten Herausforderungen?

3. Wie können Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen? 

Dr. Julian Popp, MHP

Dr. Julian Popp ist Associated Partner bei MHP.(Bild:  MHP Management- und IT-Beratung GmbH)
Dr. Julian Popp ist Associated Partner bei MHP.
(Bild: MHP Management- und IT-Beratung GmbH)

1. Die digitale Inbetriebnahme bzw. der virtuelle Gesamtanlagentest ist ein großer Trend auf Basis der heute verfügbaren Graphik- und Rechenleistung (z. B. Omniverse). Hiermit können Anlagen im Verbund zu wesentlich größeren Umfängen als heute digital konzeptioniert, verprobt und stabilisiert werden. Ein weiteres Trendthema in der Intralogistik ist die KI-basierte Erkennung von Gegenständen für nachfolgende logistische Aktivitäten. Nach wie vor sehen wir auch die Optimierung von manuellen Transporten (Stapler, Routenzug) über zentrale und herstellerübergreifende Leitsteuerungssysteme als einen Trend.  Dabei kann zwischen Use Cases mit und ohne Ortung unterschieden werden. 

2. Eine zentrale Herausforderung, die alle Bereiche eines Unternehmens betrifft, sind die wechselhaften Rahmenparameter (politisch als auch geostrategisch). Sie führen an vielen Stellen in der Wirtschaft zu einer starken Zurückhaltung bei Investitionen in die Digitalisierung.  In der Intralogistik sehen wir aktuell die größte Herausforderung in der automatisierten Erkennung von Logistikumgebungen, um Transporte automatisch zu steuern und ggf. umzuleiten. Die automatisierte Erkennung (z. B. kamerabasiert) von Störfaktoren wird zwar von ersten Unternehmen aktuell verprobt, hat allerdings noch nicht die notwendige Reife. 

 3. Eine Möglichkeit, den Herausforderungen zu begegnen, ist die Digitalisierung bis zu den Lieferanten weiter voranzutreiben. Bereits beim Erwerb von Anlagen sollten sich Unternehmen daher einen digitalen Zwilling vom Anlagenhersteller mitliefern lassen. Mithilfe dieser Bausteine können dann ganze Fabriken oder Logistikanlagen in wesentlich kürzerer Zeit nachgebildet werden.

Wir sehen die Optimierung von manuellen Transporten über zentrale und herstellerübergreifende Leitsteuerungssysteme als einen Trend.

Dr. Julian Popp

Fragen an den Experten

1. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wesentlichen Trends in der Intralogistik im Jahr 2025?

2. Und was sind die größten Herausforderungen?

3. Wie können Unternehmen diesen Herausforderungen begegnen? 

Christopher Lindner, Remira

Christopher Lindner ist Head of Presales Supply Chain bei Remira. (Bild:  Remira Group GmbH)
Christopher Lindner ist Head of Presales Supply Chain bei Remira.
(Bild: Remira Group GmbH)

1. Die Intralogistik wird maßgeblich durch die Automatisierung von Prozessen geprägt – etwa durch Sortier- und Lagerroboter oder KI-basierte Software. Zudem sind Virtual- und Augmented-Reality-Technologien auf dem Vormarsch und werden von der Lagerplanung mit 3D-Modellen bis hin zur Fernwartung eingesetzt. Auch die Themen Nachhaltigkeit und CO2-Reduktion bleiben wichtig. Essenziell ist auch das Risikomanagement, um Engpässe zu vermeiden und die Verfügbarkeit kritischer Teile zu sichern. 

2. Zu den Herausforderungen zählt der anhaltende Fachkräftemangel. Zudem steigt mit der Digitalisierung das Risiko von Cyberangriffen, weshalb die Datensicherheit besonders wichtig sind. Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit: Die Einführung moderner Technologien und Systeme erfordert Investitionen, die es sorgfältig gegen die erwarteten Einsparungen abzuwägen gilt. 

3. Proaktive Maßnahmen sind entscheidend: Beispielsweise können Roboter die Effizienz steigern und den Fachkräftemangel abfedern. Schulungen bereiten die Mitarbeitenden auf den Umgang mit neuen Technologien vor. Zur Stärkung der Datensicherheit sind außerdem gezielte Cybersecurity-Maßnahmen unerlässlich.  

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Virtual- und Augmented-Reality-Technologien sind auf dem Vormarsch.

Christopher Lindner