Elabo aus Crailsheim konnte dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf intelligente Lösungen zur Gestaltung individueller Arbeitsplätze sowie auf Montage- und Prüfsysteme für die industrielle Serienfertigung.
(Quelle: Elabo GmbH)
Welche Rolle die Digitalisierung in der Industrie spielt und wie die Erwartungen für das kommende Jahr aussehen, verrät uns Geschäftsführer Timo Henkelmann.
Innovation first: Digitalisierung in der Industrie
Elabo feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Wie laufen die Geschäfte im Jubiläumsjahr?
Timo Henkelmann: Das Jubiläumsjahr entpuppt sich als überaus erfolgreiches Jahr für Elabo. Wir stehen kurz vor der Kundenabnahme des größten Kundenprojekts unserer Geschichte: eine teilautomatisierte Montage-, Prüf- und Verpackungsanlage mit über 600 Metern Förderstrecke, mehr als 60 Montageplätzen, und rund 25 Inline- sowie End-of-Line-Prüfanlagen. Parallel dazu verzeichnen wir in allen Unternehmensbereichen starke Zuwächse im Auftragseingang.
Welche wichtigen Innovationen hat Elabo dieses Jahr auf den Markt gebracht?
Henkelmann: Die neue Software-Generation Elution Two ist seit wenigen Monaten verfügbar. In den Versionen „Lab“ und „Assembly“ unterstützt sie unsere Kunden bei der Planung, Durchführung und Dokumentation von Montagetätigkeiten, Prüfabläufen und Entwicklungsprozessen.
Parallel dazu konnten wir im November auf der Messe Electronica unser neues Arbeitsplatzkonzept Primus Two präsentieren. Dank des überarbeiteten Arbeitsplatz-Designs ermöglicht die Neuauflage der Primus-Serie eine noch flexiblere Arbeitsweise in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung oder im Service.
Neben den beiden großen Innovationen darf unser neues Ableitstrom-Prüfgerät nicht fehlen. Gerade in medizintechnischen Bereichen ist die Messung des Ableitstroms eine elementare Größe für die Zulassung. Je nach Anwendungsfall greift eine andere Norm, die man berücksichtigen muss. Das neue Ableitstromprüfgerät Elabo Smart Modular ermöglicht das Prüfen unterschiedlicher Normen an einem Gerät. Musste früher die Firmware des Geräts angepasst werden, erfolgt die Änderung inzwischen lediglich durch eine veränderte Parametrisierung der Software.
Herausforderungen und Strategien
Was sind die aktuellen Herausforderungen Ihrer Kunden?
Henkelmann: Die akuten Herausforderungen, die uns seit der Corona-Pandemie begleiten, betreffen weiterhin alle: Unterbrochene Lieferketten führen zu steigenden Materialkosten und einer Verknappung des Angebots bis hin zur kompletten Obsoleszenz einzelner Baugruppen.
Hinzu kommen Trends, die unsere Kunden schon seit vielen Jahren begleiten: Insbesondere sind hier die verkürzten Produktlebenszyklen, die höhere Varianz durch Individualisierung und die daraus resultierenden niedrigeren Stückzahlen in den produzierenden Unternehmen zu nennen. Das führt dazu, dass Investitionen schneller und zielgerichteter wirken müssen.
Wie kann Elabo seinen Kunden dabei helfen?
Henkelmann: Elabo berät seine Kunden, wie sie neue Montage- und Prüfanlagen konzipieren müssen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Insbesondere das Konzept hybrider Anlagen findet hier Anwendung. Dabei werden einzelne Bereiche automatisiert, um beispielweise kurze Durchlaufzeiten zu erzielen. Andere Bereiche werden manuell betrieben, damit man sie flexibel an Veränderungen anpassen kann.
Eine weitere Verschärfung der Situation ist beim Thema Fachkräftemangel festzustellen. 2021 gab über die Hälfte der Industrieunternehmen an, dass sie offene Stellen nicht besetzen konnten. Über kurz oder lang führt das zu Einschränkungen im Produktionsbetrieb. Elabo wirkt diesem Trend entgegen, indem es den Kunden mit Elution Two Assembly ein digitales Assistenzsystem zur Seite stellt. Es entlastet die Mitarbeiter in der Fertigung bei unnötigen Arbeiten wie Materialsuche, Werkzeugeinstellung oder Dokumentation. Die frei gewordenen Zeiten lassen sich nutzen, um fehlende Kapazitäten zu ersetzen oder Produktionsprozesse zu optimieren.
(Timo Henkelmann ist Geschäftsführer der Elabo GmbH. Bild: Elabo GmbH)
Kommen wir zu Industrie 4.0. Welche Rolle spielt für Elabo die Digitalisierung in der Industrie?
Henkelmann: Digitalisierung steht stets im Zentrum unserer Lösungen. Egal ob Prüfsysteme, Prüfgeräte, Montagearbeitsplätze oder Ausbildungsbereiche – alle Elabo-Systeme lassen sich über die Elution-Software betreiben. Im Sinne von Industrie 4.0 ist dabei die Vernetzung zu den umgebenden Unternehmens- und Produktionsprozessen unserer Kunden essenziell wichtig.
Stand: 16.12.2025
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Elabo setzt in diesem Bereich auf marktstandardisierte Schnittstellen, zum Beispiel MQTT oder OPC UA. Darüber werden beispielsweise in der Montage Daten aus einem ERP-System auftragsbezogen, just-in-time an die Arbeitsplätze übergeben und daraufhin Schrauber entsprechend den Vorgaben aus der Konstruktion eingestellt. Die beim Schrauben entstandenen Daten werden wiederum in einer Dokumentationsdatenbank für spätere Audits oder Zertifizierungen zusammen mit den Auftragsdaten gespeichert.
Die Industrie 4.0-Umsetzungen sind hier vielfältig und so individuell wie jedes Unternehmen selbst. Daher sehen wir unsere Rolle darin, unsere Kunden bei der Umsetzung ihrer individuellen Lösung in ihrer IT- und Prozessumgebung zu unterstützen.
Digitalisierung in der Industrie: Mit der richtigen Software fängt es an
Elabo bietet unter anderem die neue Softwarelösung Elution Two an. Wen adressiert diese Lösung?
Henkelmann: Mit Elution Two Assembly bietet Elabo eine neue Softwarelösung für die mittelständische Fertigung an. Die digital unterstützte Montage mit Elution Two ermöglicht es, neue Mitarbeiter schnell einzulernen. Bestehende Mitarbeiter des Kunden werden entlastet, indem ihnen die Software unproduktive Arbeiten abnimmt wie das Dokumentieren oder das Einstellen des Werkzeugs.
Das System wird auf einem zentralen, unternehmenseigenen Server gehostet und lässt sich über kostengünstige Clients lokal ausführen. Für die Softwarenutzung ist somit an den einzelnen Montagearbeitsplätzen kein vollausgestatteter Windows-PC erforderlich.
Was ist das Besondere an Elution Two?
Henkelmann: Der Clou an Elution Two ist die intuitive Benutzeroberfläche, optimiert für Touch-Bedienung. Prozessabläufe, sogenannte Flows, lassen sich einfach per Drag & Drop erstellen und jederzeit verändern. Die Software stellt somit insbesondere für kleine bis mittelständische Produktionsbetriebe eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu einer Fat-Client-Lösung dar. Ortsunabhängiges Arbeiten über mobile Endgeräte wie Tablet oder Smartphone ist mit Elution Two Assembly selbstverständlich möglich.
Wie sehen Ihre Erwartungen für das Jahr 2023 aus?
Henkelmann: Das kommende Jahr birgt eine Vielzahl bekannter Herausforderungen. Steigende Materialkosten bei kritischer Verfügbarkeit werden uns auch im kommenden Jahr begleiten. Das Risiko einer Rezession ist gegeben, wenngleich wir noch keine Anzeichen in unseren Auftragsbüchern erkennen können.
Gleichzeitig sehen wir uns gut gerüstet für die Digitalisierung in der Industrie. Unser Auftragsbestand gibt uns die notwendige Rückendeckung und Zuversicht. Beispielweise konnten wir in diesem Jahr eine Ausschreibung über mehr als 1.400 Laborarbeitsplätze gewinnen, die wir im Laufe der kommenden drei Jahre verteilt aufbauen und ausliefern werden.
Zudem gibt es für Digitalisierung immer Potenziale. Wir wollen das kommende Jahr nutzen, unsere eigenen Systeme weiter miteinander zu vernetzen. Unsere Kunden profitieren dadurch von noch flexibleren Lösungen zur Optimierung ihrer Fertigungs- und Entwicklungsabteilungen.
DEM: Herr Henkelmann, vielen Dank für das Gespräch.
Die Fragen stellte Rainer Trummer, Chefredakteur Digital Manufacturing.