Produktionsunternehmen sind von verfügbaren, sicheren und performanten Daten abhängig. Echtzeitprozesse, Compliance-Vorgaben, hohe Verfügbarkeitsanforderungen und wachsende Cyberrisiken stellen die Storage-Infrastruktur dabei vor Herausforderungen. Darauf sollten Anwender achten.
Produktionsprozesse stellen hohe Anforderungen an die Speicherinfrastruktur.
(Bild: iStock)
Ohne Daten läuft in Produktionsunternehmen so gut wie gar nichts. Aus der Kombination von datenintensiven Prozessen, Echtzeit-Anforderungen, strengen Compliance-Vorgaben und der Notwendigkeit, Produktionsausfälle auf ein Minimum zu reduzieren, ergeben sich besondere Herausforderungen an Gestaltung und Betrieb der Storage-Infrastruktur, die die Daten bereithalten und sichern muss.
Zugriff auf Daten in Echtzeit
Viele Prozesse, wie beispielsweise die Steuerung von Robotern oder die Überwachung von Produktionslinien, erfordern einen Zugriff auf Daten in Echtzeit. Latenzzeiten bei der Datenübertragung können zu Produktionsverzögerungen, Qualitätsproblemen oder sogar zu gefährlichen Situationen führen. Daher ist eine Storage-Infrastruktur mit extrem niedrigen Latenzzeiten und hoher Bandbreite unerlässlich. Unternehmen sollten nicht allein auf das Speichermedium achten, also beispielsweise Solid State Disks (SSD). Vielmehr ist das Gesamtpaket entscheidend, und die eingesetzte Software spielt eine große Rolle. So können Deep-Learning-Algorithmen die Datenverteilung zwischen RAM, SSD und HDD optimieren und häufig genutzte Daten im ultraschnellen RAM-Cache halten.
Strenge Compliance-Vorgaben in regulierten Branchen
Überdies unterliegen Produktionsunternehmen oft strengen Compliance-Vorgaben, insbesondere in regulierten Branchen wie der Pharma- oder Lebensmittelindustrie. Diese Vorschriften erfordern die lückenlose Dokumentation aller Produktionsschritte und die sichere Aufbewahrung der Daten über lange Zeiträume. Die Storage-Infrastruktur muss daher in der Lage sein, Datenintegrität, Datenverschlüsselung und revisionssichere Archivierung zu gewährleisten.
Flexibilität & Skalierbarkeit durch Hybrid-Cloud-Architekturen
Die zunehmende Vernetzung von Produktionsanlagen im Rahmen von Industrie 4.0 führt zu erhöhter Komplexität. Die Integration von IoT-Geräten und die Nutzung von Cloud-basierten Diensten erfordern eine flexible und skalierbare Storage-Infrastruktur, die sowohl Systeme vor Ort als auch Cloud-basierte Ressourcen integrieren kann. Hybrid-Cloud-Architekturen ermöglichen es Produktionsunternehmen, von den Vorteilen beider Welten zu profitieren: der Kontrolle und Sicherheit von On-Premise-Systemen und der Skalierbarkeit und Flexibilität der Cloud. Idealerweise lassen sich auch die On-Premise-Systeme bei Bedarf sowohl aufwärts als auch abwärts skalieren, wobei das Unternehmen nur für die jeweils genutzte Kapazität zahlen muss. Darum sollten Produktionsunternehmen einen Anbieter wählen, der ein entsprechend flexibles Preismodell anbietet.
100%ige Datenverfügbarkeit - nicht weniger
Die Minimierung von Produktionsausfällen ist ein weiteres zentrales Anliegen. Ein Ausfall der Storage-Infrastruktur kann die gesamte Produktion zum Stillstand bringen und zu erheblichen finanziellen Verlusten führen. Darum sollten sich Produktionsunternehmen die Verfügbarkeit ihrer Speicher-Infrastruktur garantieren lassen. In der Praxis verlangen die meisten Verfügbarkeitsgarantien von Storage-Anbietern den Kunden schwierige Berechnungen ab, weil sie eine Verfügbarkeit von 99 % plus x beinhalten. Dabei steht x für eine Nichtverfügbarkeit zwischen 0 und 1 %. Unternehmen müssen in diesen Fällen die Frage beantworten, mit welchem Maß an Nichtverfügbarkeit sie sich abzufinden bereit sind. In der heutigen Geschäftswelt, in der fünf Minuten Ausfallzeit ein Vermögen kosten können, ganz zu schweigen vom Schaden für den Ruf des Unternehmens, fühlen sich viele Entscheidungsträger in Unternehmen sehr unwohl bei der Beantwortung dieser Frage. Sie sollten sich dieses schlechte Gefühl ersparen und einen Anbieter finden, der ihnen eine 100%ige Datenverfügbarkeit bietet.
Verfügbarkeit auch nach einer Cyberattacke
Die Verfügbarkeit der Speichersysteme sollte auch für den Fall gewährleistet sein, dass ein Unternehmen Opfer einer erfolgreichen Cyberattacke wird. Eine Storage-Infrastruktur, die Resilienz gegen Cyberangriffe bietet, muss auf klar definierten und relativ einfachen Prinzipien basieren: unveränderlichen Snapshots, logischem/remote Air-Gapping, Cyber-Erkennung, einer isolierten forensischen Umgebung und einer nahezu sofortigen Wiederherstellung:
Unveränderliche Snapshots: Einfaches Sichern von Daten ist nicht genug. Unternehmen benötigen sichere, unveränderliche Kopien ihrer Daten, die zu bestimmten Zeitpunkten erstellt werden. Diese unveränderlichen Snapshots sind die Eckpfeiler der Ausfallsicherheit, weil sie sicherstellen, dass Daten nach der Speicherung nicht mehr verändert werden können.
Logisches/Remote Air-Gapping: Eine einfache Methode zur logischen Isolierung dieser unveränderlichen Snapshots vor dem Netzwerkzugriff ist von entscheidender Bedeutung. Dieses Air-Gapping kann lokal im eigenen Rechenzentrum, remote an einem zweiten Ort oder einer Kombination aus beidem umgesetzt werden und bietet eine zusätzliche Schutzebene.
Automatisierte Cyber-Erkennung und -Reaktion: Schnelle Erkennung und Echtzeit-Reaktion auf potenzielle Angriffe sind von größter Bedeutung. Eine manuelle Überwachung ist zu langsam. Automatisierte Cybersicherheitsfunktionen sind unerlässlich, die nahtlos in Sicherheitssysteme wie Security Operations Centers (SOC), Security Information and Event Management (SIEM), Security Orchestration, Automation and Response (SOAR) oder einfache Syslog-Funktionen integriert sind. Diese Systeme sollten bei Erkennung eines Sicherheitsvorfalls sofort unveränderliche Snapshots auslösen, um Daten zu schützen und die Wiederherstellung von Daten zu ermöglichen.
Isolierte forensische Umgebung: Das ideale Szenario beinhaltet ein vollständig privates und isoliertes Netzwerk für die forensische Analyse. Diese „umzäunte“ Umgebung ermöglicht das Testen, die Validierung und die Überprüfung der Datenintegrität, bevor die Daten auf die Produktivsysteme gespielt werden, und gewährleistet so eine erfolgreiche Wiederherstellung.
Fast sofortige Wiederherstellung: Nach einem Cyberangriff ist es von entscheidender Bedeutung, dass eine verifizierte, saubere Kopie der Daten innerhalb von Minuten wiederhergestellt werden kann, unabhängig von ihrer Größe. Im Idealfall sollte der Speicheranbieter dieses Recovery Time Objective (RTO) schriftlich garantieren.
Leistungsfähig, flexibel, sicher
Produktionsunternehmen benötigen eine leistungsfähige, flexible und sichere Storage-Infrastruktur, die Echtzeitverfügbarkeit, strenge Compliance-Anforderungen sowie Cyberresilienz gewährleistet. Die IT-Verantwortlichen sollten sich nicht vorschnell mit den Versprechen der Anbieter zufriedengeben, ausführliche Tests in realistischen Umgebungen ausführen und sich Garantien für wichtige Parameter wie Datenverfügbarkeit und Wiederherstellungszeiten geben lassen.
Der Autor James Lewis ist Regional Sales Director für die DACH-Region und Frankreich sowie Regional Channel Director für EMEA und APJ bei Infinidat.
Stand: 16.12.2025
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