Materialstammdaten sind die Grundlage aller Unternehmensprozesse, die ans ERP-System angebunden sind. Für moderne, volldigitalisierte Unternehmen bedeutet das kurz gesagt: nahezu alle Prozesse. Beschaffung, Produktion, Controlling, Finanzbuchhaltung und mehr – alle sind unmittelbar mit den Stammdaten verbunden. Viele Unternehmen haben diese Relevanz erkannt und den Weg in Richtung Industrie 4.0 eingeleitet.
(Quelle: Easy Software)
Stammdatenmanagement: Der Begriff Industrie 4.0 beschreibt nicht weniger als die vierte industrielle Revolution. Erst kamen Wasser- und Dampfkraft, dann der Strom, später die ersten Computer; heute ist es die digitale Automatisierung, die Produktionsabläufe vereinfacht.
Stammdatenmanagement ist der größte Stolperstein
Durch datenbasierte Optimierungen werden Ressourcen und Kapazitäten vollends ausgelastet. Ausfallrisiken und Wartung sind auf ein Minimum reduziert. Die Abstimmung mit Lieferanten, Partnern und Kunden – aber vor allem intern – ist reibungslos. Alle arbeiten in einem flexiblen digitalen System zusammen. Das Ziel sind digitale Fertigungsprozesse, die dank intelligenter Algorithmen komplett autonom ablaufen. Unabdingbare Voraussetzung dafür sind Stammdaten.
Als Pilot- und Leitmarkt für industrielle Innovationen spielt Deutschland eine wesentliche Rolle im weltweiten Maschinen- und Anlagenbau. Der internationale Markt mit seinen vielen Geschäftspartnern, die deutsche Technologien importieren, zählt auf die Erfolge der deutschen Industrie. Entgegen ihres Rufes als digitale Nachzügler konnten deutsche Unternehmen sich bisher in der aufblühenden Industrie 4.0 beweisen. Skepsis verwandelte sich in Optimismus, als die enormen Vorteile der neuen Technologien deutlich wurden. Mittlerweile plant die deutsche Industrie, jährlich bis zu 40 Milliarden Euro in neue Technologien zu investieren. Das Wachstum durch diese Investitionen wird auf 150 Milliarden Euro geschätzt.
Diese Schätzung verdeutlicht: Richtig angepackt ist Digitalisierung ein sicheres Unterfangen. Der Return-on-Invest (ROI) ist schnell erreicht, da der enorme Effizienzgewinn die Kosten häufig schon innerhalb eines Jahres ausgleicht. Einer der größten Stolpersteine auf dem Weg zu wirtschaftlich nachhaltiger Digitalisierung sind jedoch unsaubere Stammdaten. Aus diesem Grund hat das Stammdatenmanagement bei vielen Unternehmen heute oberste Priorität im Digitalisierungsprozess.
„Sind wir schon da?“
Wenn die Vorteile vom digitalen Stammdatenmanagement sich nicht von der Hand weisen lassen, wieso gibt es dann immer noch so viele Unternehmen, die diese Innovationen unterschätzen? Einer der häufigsten Irrtümer ist der, dass alles bereits ausreichend digitalisiert wurde. Die meisten Unternehmen der produzierenden Industrie nutzen schon lange ERP-Systeme verschiedener Anbieter wie SAP. In diese Systeme haben sie in der Vergangenheit viel investiert und dachten, damit sei das Thema Automatisierung abgeschlossen. Doch SAP und andere ERP-Systeme werden niemals ihre volle Wirkung entfalten, solange die zugrundeliegende Datenbasis unzureichend bleibt. Nur eine entsprechende Speziallösung kann eine möglichst saubere Datenbasis gewährleisten.
Im Falle von SAP Material Management hat ein einziger Stammdatensatz hunderte Einzelfelder. Je nach Unternehmensgröße und -struktur braucht es bis zu einem Dutzend Abteilungen, um alle diese Felder auszufüllen. Bei so vielen Beteiligten sind „Stille-Post-Fehler“ nahezu unvermeidbar. Digitalisierung bietet die Lösung, doch reicht es nicht, nur ausgewählte Fachbereiche in sich selbst zu digitalisieren. Erst, wenn der gesamte Prozess unternehmensübergreifend digital verzahnt ist, bleiben sämtliche Entscheidungen transparent und nachvollziehbar.
Der üblicherweise schnelle Return-on-Investment bei solchen Projekten ist ein Indikator dafür, wie viel Luft nach oben es häufig noch gibt. Plötzlich ist die Arbeit spürbar schneller und Fehler sind praktisch verschwunden. Auch lästige Dubletten gehören der Vergangenheit an, wenn alle Beteiligten zu jeder Zeit am selben zentralen digitalen Datenbestand arbeiten.
(Passende Strategien, Workflows und Software helfen weiter. Bild: Easy Software)
Aus Tagen werden Stunden
Brauchte ein Dokument zuvor mehrere Tage, um durchs halbe Unternehmen von Schreibtisch zu Schreibtisch zu wandern, reichen für ein digitalisiertes Dokument wenige Stunden. Mit dieser Beschleunigung wird auch das kontinuierliche Überprüfen bestehender Daten realistisch zu bewältigen. Es kann einen festen Platz in der Data Governance einnehmen, um so eine höhere Datenqualität zu gewährleisten. Das ist ein entscheidender Schritt, der allerdings gerne ausgespart wird, wenn bereits das Anlegen der Stammdaten länger dauert, als die Verantwortlichen es gerne hätten.
Mit weiteren Innovationen wie dem Internet-of-Things, das zunehmend in die Fertigungsindustrie einzieht, nimmt die Komplexität im Stammdatenmanagement jedoch noch weiter zu. Vernetzte Sensoren bilden ein digital integriertes Ökosystem; künstliche Intelligenz und Machine Learning bahnen den Weg für die komplett autonome Steuerung der Beschaffungs- und Produktionsprozesse. Bei solch komplexen, datenbasierten Technologien ist lupenreine Datenqualität unabdingbar.
Stammdatenmanagement: Korrekte Daten sind kein Bonus
Mit wachsendem Vernetzungsgrad der Industrie 4.0 werden auch die Kettenreaktionen bei kleinsten Fehlern unkontrollierbar. Deshalb gibt es keinen Zeitpunkt in der Zukunft, der besser für die Digitalisierung geeignet ist als jetzt. Im Gegensatz zur sperrigen, unvollständig digitalisierten Stammdatenpflege ist die initiale Digitalisierung ein vergleichbar einfaches Unterfangen – vor allem mit professioneller, externer Unterstützung.
Stand: 16.12.2025
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Für Unternehmen, die bereits SAP oder andere ERP-Systeme nutzen, ist eine integrierte Lösung für Stammdatenmanagement der einfachste Schritt, um die bestehende Basis nahtlos zu erweitern. So bleibt der Prozess zu 100 Prozent im bestehenden ERP-System gekapselt. Die bekannte Oberfläche wird lediglich durch neue Funktionen erweitert und mit anderen Schnittstellen verknüpft. Eine solch homogene IT- und Prozesslandschaft gilt als optimale Strategie, um technische und organisatorische Probleme zu minimieren und Betriebskosten zu reduzieren.
Bei der Digitalisierung gilt mehr als sonst wo: je früher, desto besser. Doch letztendlich ist Digitalisierung auch eine Frage der Einstellung: Stammdatenmanagement ist eine erfolgskritische Aufgabe und sollte auch als solche in der Unternehmensstrategie verankert sein. Korrekte Daten sind kein Bonus, sondern essenziell für die Handlungsfähigkeit und Agilität des Unternehmens.
Der Autor Pascal Grasshoff ist Corporate Communication Specialist bei Easy Software.