"Saubere" Digitalisierung So ersetzt eine Low-Code-Plattform die Zettelwirtschaft

Von Christopher Bouveret 4 min Lesedauer

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Mithilfe einer in SAP integrierten Low-Code-Plattform konnte Hako ein zentrales Shopfloor-Management umsetzen, welches eine digitale Informations- und Arbeitsbasis für alle bereitstellt.

Was auch kommt – Knick- und allradgelenkte Geräteträger und Kehrmaschinen lösen jede (Reinigungs-) Aufgabe.(Bild:  Hako)
Was auch kommt – Knick- und allradgelenkte Geräteträger und Kehrmaschinen lösen jede (Reinigungs-) Aufgabe.
(Bild: Hako)

Wenn im Winter Straßen schneefrei und Fußböden in Gebäuden blitzblank sind, dann hat sicher Hako seine Finger im Spiel gehabt. Die Unternehmensgruppe mit Sitz und Hauptwerk in Bad Oldesloe bei Hamburg bedient als einer der führenden Hersteller einen weltweiten Markt – entsprechend komplex und variantenreich sind die Produktionsprozesse dahinter, von Losgröße 1 bis hin zu Lagerware in riesigen Stückzahlen. Um den Sprung von einer mehrheitlichen Zettelwirtschaft zu einem einheitlichen Informationsstand sowie durchgängig digitalisierten Shopfloor zu schaffen, nutzt Hako eine vollständig in SAP integrierte Low-Code-Plattform als digitales Grundgerüst. 

Low-Code-Plattform ersetzt Zettelwirtschaft 

Bis zu 300 Geräte laufen bei Hako pro Woche vom Band, das dazugehörige fachliche Know-how sowie Prozesswissen aber hatte den Sprung in die durchdigitalisierte Welt von heute noch nicht geschafft. Und genau an dieser Stelle kam die Low-Code-Plattform Simplifier ins Spiel: Mit ihrer Hilfe ließen sich bewährte Prozesse in digitale Lösungen überführen, Prozessthemen zügig umsetzen und auch die SAP Warenwirtschaft lückenlos anbinden.  „Während andere Software-Lösungen entweder nur einen Teil des Prozesses abbildeten oder schlicht zu komplex für unsere Anforderungen waren, konnten wir mit Simplifier verschiedene Anwendungen End-to-End unter einer Oberfläche bündeln, auf mobilen Endgeräten auch offline und in Echtzeit verfügbar machen und mit unserer SAP-basierten Warenwirtschaft synchronisieren“, erklärt Ulf Jochymski, Werksleiter bei Hako. „Weitere Erweiterungen sind nach Bedarf jederzeit umsetzbar, und das ist für Hako ein inzwischen unverzichtbarer und essenzieller Modernisierungs- und auch Umsatzbeschleuniger.“

Alle Mitarbeiter auf einem Informationsstand

Zum Einsatz kommt eine App, die drei Übersichts-Boards – Team-Boards für die Montage, iPads und ein Werk-Board – mitbringt. Damit werden die Bandmitarbeiter, die Team- und Montageleiter sowie Logistik, Qualität und Vorfertigung auf ein- und denselben Informationsstand gebracht. Zur Veranschaulichung: Dank der für jede Montagelinie eingeführten Team-Bords ist heute auf einen Blick ersichtlich, welche Ziele pro Tag und Woche erreicht werden sollen. Um Arbeitspläne, Stücklisten und Prüfunterlagen durchgängig und ohne großen Zeitaufwand dokumentieren zu können, wurden sie zusätzlich mit mobilen Endgeräten, in diesem Fall iPads, ausgestattet. Und genau dieser Ansatz hat auch die Arbeit vor Ort verändert, denn eine Störung der Linie wird direkt über das Tablet gemeldet, anstatt drei verschiedene Nummern anrufen zu müssen. Die dritte große Neuerung war und ist das Werks-Board, das als Dashboard fungiert und eine Übersicht über alle relevanten Kennzahlen liefert. Die Ergebnisse bzw. der Nutzen spricht also für sich: unter anderem eindeutige Prozessstati, eine klare Darstellung des Support-Bedarfs und auch Anpassungen lassen sich schnell und einfach programmieren.

Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit

Dank der vollständigen Integration der Low-Code-Plattform in SAP sind sämtliche Informationen aus SAP- und Produktionssystemen, Maschinendaten und sonstige relevante Dokumente in der App enthalten. Somit können Werksmitarbeitende via Tablet sämtliche Daten zu allen Fertigungsaufträgen jederzeit in Echtzeit abrufen. Des Weiteren lassen sich sämtliche Stellplätze checken und die dazugehörigen Montagedokumentationen öffnen. Weitere Vorteile: Innerhalb der App lassen sich KPIs wie Ausbringungsmenge und Produktivität schnell visualisieren, ein Ampelsystem weist zusätzlich rechtzeitig auf Abweichungen hin – essenziell wichtig für das mittelständische Unternehmen, das einen weltweiten Markt beliefert und dabei eine komplexe Supply Chain bedienen muss.

Wir konnten mit Simplifier verschiedene Anwendungen End-to-End unter einer Oberfläche bündeln, auf mobilen Endgeräten auch offline und in Echtzeit verfügbar machen und mit unserer SAP-basierten Warenwirtschaft synchronisieren.

Ulf Jochymski

Nutzen der Low-Code-Plattform überzeugt am Ende

Sinnvoll, nützlich, zeitsparend, fehlervermeidend – allesamt Eigenschaften, die die Hako-Mitarbeitenden überzeugt haben. Zeitgemäße App-Oberflächen auf Endgeräten, die jeder aus dem Alltag kennt und nutzt und die im Vergleich zu gängigen SAP-Oberflächen intuitiv bedienbar sind, sind dabei das A und O gewesen – insbesondere für die Mitarbeitenden, die nicht besonders SAP- oder technikaffin sind. Ein weiterer Vorteil: Die erfassten Daten werden nicht personenbezogen ausgewertet, was noch mehr Vertrauen in die neuen Applikationen geschaffen hat.

Transparenz im Fokus

Auf dem Weg in die „Fabrik der Zukunft“ liegt bei Hako der Fokus weiterhin auf dem Thema Transparenz: Denn nur wenn klar ist, was die wichtigsten Aufgaben sind, kann das Unternehmen schnell, zielgerichtet und zukunftssicher handeln – und das gilt auch für Veränderungen. Dank der Möglichkeiten der neuen Low-Code-basierten App(s) hat Hako bereits neue und relevante Themen identifiziert, an die vor zwei Jahren noch niemand gedacht hat: etwa die Integration der Qualitätssicherung in das Customer Relationship Management (CRM) oder die Entwicklung kleinerer Apps für die Anlageninventur. Die Crux vieler vor allem mittelständischer Unternehmen auf ihren Digitalisierungsreisen – „Wo anfangen, wie effizienter werden und wie die Fabrik der Zukunft in der Realität umsetzen?“ – hat das Traditionsunternehmen aus Hamburg somit für sich beantworten können und geht den Weg konsequent weiter. 

Christopher Bouveret ist CIO bei der Simplifier AG.

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