Wettbewerbsfähigkeit sichern Mit Energiemanagement Klimaziele erreichen

Von Erik Förster und Ferdinand Staudt 3 min Lesedauer

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Energiekosten belasten die Industrie in Deutschland. Angesichts volatiler Energiepreise und zunehmendem Wettbewerbsdruck wird effizientes Energiemanagement zur Schlüsselstrategie. Eine passende Software kann helfen.

Energiemanagement: Visualisierte Energiedaten machen Verbräuche, Lastspitzen und Auffälligkeiten auf einen Blick sichtbar. Ein Dashboard bündelt Messwerte aus Produktion und Gebäude, verknüpft sie mit Zeitreihen und zeigt Trends sowie Abweichungen transparent. (Bild:  © Quality Stock Arts/stock.adobe.com)
Energiemanagement: Visualisierte Energiedaten machen Verbräuche, Lastspitzen und Auffälligkeiten auf einen Blick sichtbar. Ein Dashboard bündelt Messwerte aus Produktion und Gebäude, verknüpft sie mit Zeitreihen und zeigt Trends sowie Abweichungen transparent.
(Bild: © Quality Stock Arts/stock.adobe.com)

Der Balanceakt zwischen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit prägt weiterhin die Energiepolitik maßgeblich. Für die weitere Dezentralisierung des Energienetzes, für mehr Energieeffizienz und zur notwendigen Stärkung der Resilienz der Industrie wird die Digitalisierung immer wichtiger für die Lösung komplexer Aufgaben. Die Einführung einer Energiemanagement-Software (EMS-Software) kann ein erster Schritt zur Digitalisierung eines Unternehmens sein.

Mit EMS-Software professionelles Energiemanagement aufbauen

Energie ist für produzierende Unternehmen – nach Rohstoffen und Personal – ein zentraler Kostenfaktor. Gleichzeitig ist sie einer der wenigen Faktoren, die sich durch Transparenz und gezieltes Management unmittelbar beeinflussen lassen. Doch wie lassen sich Einsparpotenziale identifizieren und heben?Eine EMS-Software schafft genau diese Transparenz: Sie sammelt automatisiert Daten aus unterschiedlichen Quellen, bereitet sie systematisch auf und macht sie für Management und Technik nutzbar. Eine EMS-Software ermöglicht es, auch die Energieflüsse gezielt zu steuern. So lassen sich Prozesse optimieren, Abweichungen frühzeitig erkennen und Lastspitzen vermeiden.Unternehmen schaffen damit die Grundlage für mehr Effizienz und Resilienz. Doch viele Betriebe erfassen ihre Energiedaten noch manuell oder nur partiell – dadurch bleiben wertvolle Potenziale ungenutzt. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bietet eine EMS-Software die Chance, professionelles Energiemanagement aufzubauen – selbst ohne eigene Abteilung für Energiemanagement. Ein wesentlicher Vorteil: Die Systeme sind skalierbar – vom Einstieg mit wenigen Messpunkten bis hin zu unternehmensweiten Anwendungen.

Vom Messpunkt zur Software: Die richtige Lösung finden

Der Markt für Energiemanagement-Software ist jedoch vielfältig – die Systeme unterscheiden sich deutlich in Komplexität und Funktionsumfang. Die Spanne reicht von einfachen Dashboard-Lösungen bis hin zu voll integrierten Plattformen. Die Wahl der passenden Software ist daher entscheidend. Gerade KMU stehen vor der Herausforderung, aus der Fülle an Optionen die passende Lösung zu wählen.

Neben dem EMS-Finder stellt KEDi weitere praxisorientierte Hilfen bereit, darunter einen Leitfaden zum Aufbau eines softwaregestützten Energiedatenmanagements sowie verschiedene Praxisbeispiele aus der Industrie.

Orientierung im Softwaremarkt: Der EMS-Finder vom KEDi

Um Unternehmen die Auswahl zu erleichtern, hat das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung (KEDi) der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) ein Tool entwickelt: den EMS-Finder. Das kostenlose Online-Tool soll durch gezielte Abfrage von relevanten Kriterien für die spezifische Situation des Unternehmens eine passende Software herausfiltern. Der EMS-Finder führt über wenige Fragen – etwa zur vorhandenen IT-Infrastruktur, funktionalen Anforderungen an die Software, Schnittstellen oder Datenprotokollen – zu einer ersten Eingrenzung geeigneter Systeme. Dabei liegt der Fokus auf BAFA-förderfähigen Softwares. Damit wird nicht nur die technische, sondern auch die finanzielle Hürde zum Einstieg gesenkt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind etwa 100 Software-Anbieter im EMS-Finder vertreten. Viele Anbieter adressieren dabei sowohl das industrielle Umfeld als auch die Anwendungen im Gebäudebereich – vorrangig Nichtwohngebäude. Die Themen Sektorkopplung sowie Speicherintegration treiben die Innovationen bei den Softwarelösungen. Das Spektrum reicht vom reinen Monitoring bis zu prognosebasierten Optimierungen und der Nutzung von KI-Algorithmen. Daneben kommt der Plattformunabhängigkeit bzw. Interoperabilität und der Gewährleistung von Mindeststandards bei der Datensicherheit zunehmende Bedeutung zu.Neben der Unterstützung von Unternehmen bei der Auswahl einer geeigneten Softwarelösung möchte das KEDi den Markt für diese Produkte analysieren und die Standardisierung durch qualitative und objektive Bewertungen vorantreiben.

EMS im Überblick: Die Energiemanagement-Software bündelt Daten aus Produktion, Gebäudeleittechnik, MSR/Sensorik und externen Quellen (etwa Wetter), verarbeitet und visualisiert sie für energieorientierte Planung, Steuerung und Reporting. (Bild:  KEDi)
EMS im Überblick: Die Energiemanagement-Software bündelt Daten aus Produktion, Gebäudeleittechnik, MSR/Sensorik und externen Quellen (etwa Wetter), verarbeitet und visualisiert sie für energieorientierte Planung, Steuerung und Reporting.
(Bild: KEDi)

Hürden abbauen, Einstieg erleichtern

Die Einführung eines EMS schreckt Unternehmen manchmal ab. Häufige Bedenken sind hohe Investitionskosten, fehlendes IT-Know-how oder mangelnde personelle Kapazitäten. Die Erfahrung zeigt jedoch: Ein schrittweises Vorgehen senkt die Einstiegshürden deutlich. Folgendes Vorgehen hat sich bewährt:
- Bedarf klären: Welche Ziele sollen erreicht werden (Energieeinsparung, Compliance, Prozessoptimierung)?
- Bestandsaufnahme durchführen: Welche Messstellen, Sensoren und Datenquellen sind bereits vorhanden? Werden Daten bereits automatisiert erfasst?
- Engere Auswahl mit dem EMS-Finder treffen: Mit dem EMS-Finder eine Vorauswahl geeigneter Softwarelösungen identifizieren.
- Schnittstellen und Interoperabilität prüfen; zunächst in kleinen Einheiten testen.
- Mitarbeiter einbinden: Schulungen und klare Verantwortlichkeiten schaffen Akzeptanz.

Förderung nutzen, Wirtschaftlichkeit steigern

Eine EMS-Software amortisiert sich oft bereits mittelfristig durch Energieeinsparungen. Zusätzlich können Unternehmen Fördergelder beantragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt mit Zuschüssen - auch für Hardware wie MSR-Technik - die Anschaffung der Software und Schulungen.

Erik Förster, Teamleiter Industrie, und Ferdinand Staudt, Experte Industrie, arbeiten bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena).

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