Beschaffung Lohnfertiger Index: Nachfrage nach Zeichnungsteilen steigt

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Wachsende Auslastung und zunehmende Kapazitätsengpässe prägen derzeit die Situation vieler Lohnfertiger. Das hat der „Lohnfertiger Index“ von Laserhub ergeben. Viele Einkäufer arbeiten im Krisenmodus.

Die verfügbaren Kapazitäten für Laserschneiden, Biegen sowie CNC-Zerspanung sind im Markt deutlich geringer als vor der Krise.(Bild:  Laserhub)
Die verfügbaren Kapazitäten für Laserschneiden, Biegen sowie CNC-Zerspanung sind im Markt deutlich geringer als vor der Krise.
(Bild: Laserhub)

Die Beschaffungsaktivität für Zeichnungsteile nimmt spürbar zu. Gleichzeitig stehen im Markt deutlich weniger Fertigungskapazitäten zur Verfügung. Darauf weist der „Lohnfertiger Index“ von Laserhub hin, der seit Ende 2025 deutlich gestiegen ist. Das Unternehmen hat diesen Index basierend auf eigenen Kundendaten erhoben, und Adrian Raidt, Co-Gründer von Laserhub, wertet diesen heute erstmals aus.

In den vergangenen Jahren prägte der Krisenmodus den Einkauf. Kostensenkung und Bestandsmanagement standen im Mittelpunkt vieler Beschaffungsstrategien. Mit der steigenden Nachfrage verändert sich für industrielle Einkäufer nun die Situation. Die Beschaffung trifft auf eine Fertigungslandschaft, deren Kapazitäten während der Krise spürbar geschrumpft sind.

Warum Kapazitäten heute knapper sind

Die Annahme, Zulieferer könnten ihre Produktion einfach wieder auf frühere Niveaus erhöhen, greift zu kurz. Die verfügbaren Kapazitäten für Laserschneiden, Biegen sowie CNC-Zerspanung sind im Markt deutlich geringer als vor der Krise. Ein Grund dafür ist, dass zahlreiche Insolvenzen und Betriebsschließungen Produktionskapazitäten dauerhaft aus dem Markt genommen haben. Diese stehen der Industrie heute nicht mehr zur Verfügung.

Hinzu kommt ein Investitionsstau. In den vergangenen vier Jahren investierten Betriebe kaum in neue, produktivere Maschinen. Laut Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) lag der „Verbrauch“ an neuen Werkzeugmaschinen in Deutschland im vergangenen Jahr um 16 Prozent unter dem Niveau von 2023. Der Personalbestand ist jedoch der kritischste Punkt. Während der Krise bauten zahlreiche Betriebe Stellen ab oder verloren erfahrene Fachkräfte durch Verrentung. In vielen Fertigungen fehlen heute diese Arbeitskräfte, um zusätzliche Schichten einzuführen und bestehende Anlagen stärker auszulasten. Gerade kleinere Zulieferer können ihre Produktion deshalb häufig nicht kurzfristig ausweiten.

Handlungsempfehlungen für den Einkauf

Die Kombination aus wachsender Nachfrage und geringeren Produktionskapazitäten verändert die Ausgangslage im strategischen Einkauf. Unternehmen müssen damit rechnen, dass bestehende Lieferanten steigende Bedarfe nicht vollständig abdecken können.

Drei Ansätze rücken daher stärker in den Fokus:

• Zunächst gewinnt die Entwicklung unterschiedlicher Wachstumsszenarien an Bedeutung. In einem dynamischen Marktumfeld reicht ein einzelner Plan häufig nicht mehr aus, um steigende Bedarfe zuverlässig abzusichern.

• Ebenso wichtig ist ein realistischer Blick auf die Leistungsfähigkeit der bestehenden Lieferanten. Gespräche über tatsächliche Skalierfähigkeit und Personalsituation helfen, mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen.

• Parallel dazu gewinnt der Aufbau alternativer Beschaffungswege an Bedeutung. Digitale Plattformen können den Zugang zu zusätzlichen Fertigungskapazitäten eröffnen und die Abhängigkeit von einzelnen Betrieben verringern.

Die konjunkturelle Schwächephase nähert sich dem Ende und die Sicherung ausreichender Fertigungskapazitäten entwickelt sich zu einer zentralen Herausforderung. Starre und ausschließlich analoge Lieferketten können mit der aktuellen Dynamik häufig nicht Schritt halten.

Digital vernetzte Fertigungskapazitäten

Digitale Beschaffungsplattformen bündeln Produktionskapazitäten und machen sie leicht für industrielle Einkäufer zugänglich. Aufträge lassen sich dadurch auf eine große Anzahl von Lohnfertigern verteilen. Bedarfe können so flexibler abgedeckt werden. Diese Diversifikation gibt Sicherheit. Fertigungsaufträge für Blechbearbeitung, Rohrlaserteile, Brennzuschnitte und CNC-Drehen/Fräsen werden gebündelt, sodass Wachstumsszenarien ohne lange Vorlaufzeiten umgesetzt werden können. Gleichzeitig entsteht mehr Transparenz über Machbarkeit und Lieferzeiten im Beschaffungsprozess. Mit steigender Nachfrage nach Zeichnungsteilen gewinnt die frühzeitige Sicherung von Fertigungskapazitäten für den industriellen Einkauf zunehmend an Bedeutung.

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