KI und Machine Learning KI und Machine Learning: Für das passende Match in Beschaffungsplattformen

Ein Gastbeitrag von Willi Ruopp 4 min Lesedauer

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Die Beschaffung von Präzisionsbauteilen ist ein kleinteiliger und komplexer Prozess: Jedes Bauteil hat seine spezifischen Anforderungen. Hinzu kommen Vorgaben hinsichtlich Lieferzeit und Preisgestaltung. Die Koordination all dieser Parameter wird nun von Beschaffungsplattformen wie CNC24 digitalisiert und stark vereinfacht – KI und Machine Learning sind dabei wichtige Treiber des Fortschritts.

Musterbauteile aus dem Portfolio von CNC24.(Bild:  CNC24)
Musterbauteile aus dem Portfolio von CNC24.
(Bild: CNC24)

Obwohl viel über Industrie 4.0 diskutiert wird, ist der Arbeitsalltag eines Einkäufers im deutschen Maschinenbau von Telefon und E-Mail geprägt. Ein gutes Fertiger-Netzwerk ist aber entscheidend für den Erfolg der Einkaufsabteilung. In Zeiten von Fachkräftemangel und einer bevorstehenden Rentenwelle steht es allerdings auf wackeligen Beinen. Auch stellt die zunehmende Internationalisierung Unternehmen vor immer neue Herausforderungen: Wie baut man Beziehungen in China oder Indien auf? Wie überwindet man Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede? Wie geht man mit Zeitverschiebung, unbekannten Feiertagen und der internationalen Logistik inklusive Zollbestimmungen oder dem Lieferkettengesetz um? All das steht unter dem Stern des Qualitätsmanagements. Denn das Ansehen, das der deutsche Maschinenbau in der Welt genießt, erfordert einen kontinuierlichen und hohen Qualitätsstandard.

Digitalisierung im Einkaufsprozess – ein Zukunftsmodell von KI und Machine Learning

Es liegt nahe, dass bei der Beschaffung von Fertigungsbauteilen die Automatisierung und Digitalisierung stark an Bedeutung gewinnen. Auch der Online-Marktplatz CNC24 hat dieses Potenzial erkannt und innovative Technologien entwickelt, die den Beschaffungsprozess effizienter und transparenter gestalten. Das Berliner Unternehmen will mit seiner Beschaffungsplattform die Einkaufsabteilungen in Unternehmen entlasten und unterstützen sowie in eine digitale Zukunft begleiten. Dafür übernimmt CNC24 die Suche des passenden Fertigers und wickelt den gesamten ­Bestellprozess inklusive des Qualitätsmanagements im hauseigenen Messzentrum ab.

Eine Datenbank erfasst alle Informationen

Um zwei Parteien erfolgreich zusammenzubringen, sind umfangreiche Informationen über den Fertiger und über den Kunden, beziehungsweise über das Bauteil, von Vorteil. Die Fertigungspartner von CNC24 werden mit einem detaillierten Onboarding-Prozess, Web-Audits sowie persönlichen Besuchen vor Ort geprüft und ausgewählt. In der Datenbank sind Informationen zur maschinellen Ausstattung, den Kapazitäten und der Expertise für bestimmte Anforderungen hinterlegt. Im Laufe der Zusammenarbeit wird diese Datenbank kontinuierlich gepflegt und um Informationen zur Liefertreue, Qualität, Zuverlässigkeit und vielem mehr ergänzt.

Auf der anderen Seite stehen die Kunden, also Einkäufer aus allen Industriebereichen mit Bedarf an Fertigungsteilen – vom Sondermaschinen- und Anlagenbau über IoT bis hin zur Medizin-, Prüf- und Messtechnik. Auch hier erfasst CNC24 zunächst alle Basisinformationen, geht aber mit dem eigens entwickelten Programm CNC24 PartCloud einen Schritt weiter. PartCloud digitalisiert und optimiert den gesamten Beschaffungsprozess, indem es alle Daten­punkte rund um ein Bauteil digital und automatisiert erfasst und nachhält. Dazu gehören die Bauteilmaße, Materialien, ­Toleranzen, die Anzahl an Gewinden und Gewindearten, Informationen zur Oberflächenbeschaffenheit, Revisionsnummer und dem Prüfmaß.

So funktionieren KI und Machine Learning im Bestellprozess

Wie sieht also ein konkreter Bestellprozess in der Praxis aus? Zunächst laden Kunden 3D-Modelle und Fertigungszeichnungen ihrer Bauteile hoch. Die Plattform liest dann alle produktionsrelevanten Informationen aus den Fertigungszeichnungen automatisch aus. Dafür wird eine Kombination aus künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) eingesetzt, die in der Lage ist, verschiedene Dateiformate, Zeichnungsnormen und Sprachen zu verarbeiten. Da es in der deutschen Industrie trotz zahlreicher Normen große Abweichungen bei den Informationen und Hinweisen gibt, sieht sich CNC24 PartCloud hier mit einer sehr heterogenen Basis konfrontiert: Jedes Unternehmen, manchmal sogar jeder Konstrukteur, hat seinen individuellen Stil entwickelt. 

Beispielansicht des Dashboards im Kundenportal von CNC24.(Bild:  CNC24)
Beispielansicht des Dashboards im Kundenportal von CNC24.
(Bild: CNC24)

Die jahrzehntelange Praxis des Direktkontakts von Einkäufern und Fertigern hat darüber hinaus bewirkt, dass viele Informationen nur mündlich ausgetauscht wurden oder zum Know-how einer langjährigen Partnerschaft gehören. Da selten alles Relevante in der Zeichnung enthalten ist, reichert CNC24 die Daten um weitere Informationen an, die der Marktplatz von seinen Kunden erhält oder die man beim Prüfen der Zeichnungen und Anfragen feststellt. Hinzu kommt die historische Komponente: CNC24 PartCloud speichert alle Informationen aus Aufträgen zu den Bauteilen wie Bauteilrevisionen, Lieferantenpreise und Qualitätsprobleme. Somit werden Fehler nicht wiederholt. Im Gegenteil: Der Online-Marktplatz kann auch bei Lieferantenwechseln sicherstellen, dass Bauteile fehlerfrei gefertigt werden.

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Darüber hinaus kann die Plattform Bauteile mit ähnlichen Geometrien und Anforderungen vergleichen. Dies hilft CNC24 sowohl dabei, den geeigneten Fertigungspartner für jedes Bauteil zu identifizieren, als auch einen schnellen Preis-Benchmark für die Kunden zu erstellen. Der Online-Marktplatz kann seinen Kunden deshalb stets wettbewerbsfähige Preise anbieten und gleichzeitig die Qualität und Zuverlässigkeit der Fertigungspartner sicherstellen.

Sind alle Daten einer Zeichnung für einen neuen Auftrag ausgelesen, ergänzt und validiert, wird die Zeichnung automatisch anonymisiert und bei Bedarf übersetzt.

Das Matching: So finden Kunde und Lieferant zueinander

Nun sind alle relevanten Informationen in der CNC24 PartCloud hinterlegt. Hinzu kommen auftragsspezifische Anforderungen wie ein dringender Liefertermin oder ein Zielpreis – auch Wünsche in Bezug auf das Zielland lassen sich angeben. Der ausgelesene Auftrag wird nun mit Hilfe des KI-gestützten Algorithmus an potenziell passende Fertiger ausgeschrieben. Die eingehenden Angebote werden automatisiert ausgewertet und die KI identifiziert die für den Kunden besten Angebote. ­Innerhalb von 48 Stunden nach der erfolgten Anfrage erhält der Kunde von CNC24 ein belastbares Angebot, das allen gewünschten Kriterien entspricht. Nimmt der Kunde das Angebot an, beginnt der Fertigungsprozess. Bevor die Bauteile schließlich an die Kunden ausgeliefert werden, erfolgt eine zusätzliche Qualitätskontrolle im hauseigenen Messzentrum in Berlin. Der Online-Fertiger übernimmt somit auch die Qualitätssicherung und gewährleistet die Auslieferung von hochwertigen Bauteilen. Die Reklamationsquote bei CNC24 liegt unter 0,11 Prozent.

Der Autor Willi Ruopp ist CEO und Co-Founder von CNC24.