Vom Datensilo zur Steuerzentrale KI-gestütztes Product Mining

Von Ephraim Triemer 3 min Lesedauer

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Die meisten Produktportfolios gleichen Black Boxes. Was Produkte leisten oder eben nicht, bleibt größtenteils unentdeckt. Wer es hingegen schafft, die gesamte Wertschöpfungskette zu beleuchten, legt den Grundstein für verlässliche Entscheidungen, reduziert Komplexität und gewinnt Handlungsspielraum. Product Mining hilft dabei.

Für die Industrie ist das Produktportfolio das Herzstück. Mit KI-gestütztem Product Mining lässt es sich noch effizienter steuern.(Bild:  KI-generiert mithilfe ChatGPT, 2026)
Für die Industrie ist das Produktportfolio das Herzstück. Mit KI-gestütztem Product Mining lässt es sich noch effizienter steuern.
(Bild: KI-generiert mithilfe ChatGPT, 2026)

Wohl niemand wird dem Leitsatz widersprechen: Resilienz beginnt mit Klarheit. Gerade in einer Zeit, in der Risiken gleichzeitig aus Markt, Regulierung und geopolitischen Entwicklungen entstehen können, müssen sich Organisationen deutlich resilienter aufstellen. Lieferantenausfälle dürfen nicht zum Produktionsstillstand führen. Mangelnde Flexibilität darf notwendige Handlungen nicht untergraben. Und eine unklare Daten- und Systemlage darf nicht dazu führen, dass Teams das Produktportfolio „blind“ steuern. Doch in der Praxis scheitern viele Organisationen an der Umsetzung. Denn Komplexität hat längst überhandgenommen

Mit Product Mining Faktenbasis schaffen

Vor allem im Produktportfolio herrscht Wildwuchs. Was wenig verwundert. Schließlich erschweren fragmentierte Daten aus ERP, PLM, Excel, fehlende, belastbare Profitabilitätsdaten und lange abteilungsübergreifende Abstimmungsrunden ein effizientes Produktportfoliomanagement. Der erste Schritt in die richtige Richtung: mehr Systematik. Mit dem datenbasierten Ansatz „Product Mining“ legen Unternehmen hierfür den Grundstein. Das Ziel: Altlasten, unnötige Varianten und versteckte Risiken in der Wertschöpfungskette werden ganzheitlich aufgedeckt.Dafür erzeugen Product-Mining-Lösungen wie von Soley einen digitalen Zwilling. Diese Enterprise Digital Twins bilden jedoch nicht nur das komplette Produktportfolio ab, sondern berücksichtigen auch die gesamte Wertschöpfungskette. Alle Daten aus ERP-, PLM- und weiteren Systemen werden also zu einem konsolidierten, digitalen Modell des unternehmerischen Produktwertstroms verknüpft – was maximale Transparenz schafft. Eine Basis, auf der sich aufbauen lässt.

Nächstes Level: AI-powered Portfoliomanagement

Doch Transparenz ist nicht gleich Entscheidung. Im Gegenteil: Sobald die Zusammenhänge zwischen Produkten, Komponenten, Lieferanten, Beständen und Kosten klar vorliegen, wird oft erst deutlich, wie viele Abhängigkeiten Portfolio und Lieferkette wirklich zugrunde liegen. Dann den Überblick zu behalten, ist essenziell, um im nächsten Schritt zielführende Entscheidungen treffen zu können. Genau hier setzt AI-powered Product Mining an.Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Kunden bis zum Lieferanten – analysiert das Tool KI-gestützt das Produktportfolio und die Supply Chain. Antworten auf zentrale Fragen, wie „Welche Produkte und Varianten stiften im Portfolio Wert?“ und „Welche sorgen vor allem für Komplexität, Kosten und Risiken?“ lassen sich schnell beantworten. Doch bei der Analyse sollte Product Mining nicht aufhören.

Mit der Steuerzentrale zu Entscheidungen

Denn nach den ersten Erkenntnissen stellt sich die drängendste Frage: Was sollen wir konkret tun? KI tritt hier in die Rolle des Sparringspartners. Statt monatelang Varianten, Stücklisten und Lieferketteneffekte manuell zu bewerten, zeigt KI auf, welche Maßnahmen die größte Wirkung haben und an welchen Stellen Risiken entstehen könnten. Das Ergebnis: weniger Diskussionen über Daten, mehr Fokus auf Entscheidungen.Tritt eine derartige Steuerzentrale an die Stelle von Datensilos, lassen sich Einsparpotenziale bei Komplexitätskosten identifizieren wie auch gezielt priorisieren und umsetzen. Und mehr noch: KI kann frühzeitig Hinweise geben, wo sich Risiken im Portfolio und in der Supply Chain aufbauen und Handlungsempfehlungen aussprechen – bevor sie operativ spürbar werden. Gerade in einer Zeit, in der Lieferkettensicherheit zur strategischen Aufgabe geworden ist, zählt deshalb vor allem eines: agieren statt reagieren. Auswege aus risikobehafteten Szenarien wie Lieferantenausfälle oder weiteren kritischen Abhängigkeiten und Engpässe müssen früh sichtbar werden, um Fragilität aktiv zu vermeiden.

Hebel für Profitabilität und Resilienz

Fazit: Ein strategisch gesteuertes Produktportfolio und eine transparente Lieferkette gelten längst als Hebel für Profitabilität und Resilienz. Dafür liefert Product Mining die notwendige Faktenbasis. KI beschleunigt zudem den Weg zur Umsetzung. Dabei geht es nicht um ein weiteres Reporting-Tool, sondern um eine zentrale Entscheidungslogik: eine Single Source of Truth, die Abhängigkeiten sichtbar macht, Auswirkungen simuliert und Maßnahmen priorisiert. So lassen sich EBIT, Net Working Capital und Innovationskraft direkt am Portfolio beeinflussen – statt Komplexität nur zu verwalten.

Das Bild zeigt den Autor Ephraim Triemer, CPO & Shareholder, bei der Soley GmbH.Ephraim Triemer
Ephraim Triemer unterstützt die Soley GmbH seit 2022 als Shareholder und CPO. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung produktzentrischer Lösungen basierend auf einem digitalen Zwilling, die Unternehmen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen, ihre Handlungsfähigkeit zu verbessern und operative Maßnahmen gezielt umzusetzen.

Bildquelle: Soley GmbH

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