Das Produktportfoliomanagement ist zentral für Strategie, Steuerung und Innovation. In der Praxis jedoch vernachlässigen viele Unternehmen diesen Bereich und gefährden so ihre Wettbewerbsfähigkeit in dynamischen Märkten.
Ein ausgewogenes Portfolio unterstützt zentrale Unternehmensziele.
(Bild: Soley/generiert von ChatGPT)
Digitalisierung, (De-)Globalisierung, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung sowie veränderte Kundenbedürfnisse und eine angespannte (geo-)politische Lage: Die Wirtschaft muss sich heute mit verschiedensten Disruptionen auseinandersetzen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Häufig verleitet die Vielzahl an Herausforderungen Unternehmen dazu, ihr Produktportfolio stetig zu erweitern – in der Hoffnung, neue Märkte zu erschließen oder Umsatzpotenziale zu garantieren. Doch anstelle von Sicherheit entstehen Komplexität und Intransparenz. Operativ stehen viele Unternehmen vor der Überlastung.
Wer sein Produktportfolio kontinuierlich ohne strategischen Fokus erweitert, riskiert seine Handlungsfähigkeit – vor allem langfristig. Entscheidungsprozesse verlangsamen sich und ziehen sinkende Margen und steigende Komplexitätskosten in Produktion, Einkauf, Logistik, IT und Vertrieb nach sich. Innovationspotenziale werden dadurch blockiert. Vielfalt wird zur Belastung, nicht zum erhofften Wachstumstreiber.
Produktportfolio kritisch überprüfen und Warnsignale erkennen
Der erste Schritt in Richtung Besserung: Organisationen müssen ihr Produktportfolio kritisch überprüfen. Schließlich unterstützt ein ausgewogenes Portfolio zentrale Unternehmensziele – es trägt zu profitablem Wachstum bei, verbessert Liquidität und Ressourcennutzung und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Die zentrale Frage: Wie steht es wirklich um das Produktportfolio? Ist es Erfolgsgarant oder wirtschaftliches Risiko?
Typische Anzeichen für Letzteres sind hohe Variantenvielfalt bei gleichzeitig sinkender Marge, langwierige Abstimmungen in Entwicklung und Vertrieb, steigender Aufwand in Produktion und Logistik oder mangelnde Transparenz in Bezug auf beispielsweise Lieferantenabhängigkeiten. Aus Kundensicht führt ein überladenes Portfolio zudem zu einem undifferenzierten Angebot. Vorteile und wichtige Alleinstellungsmerkmale verwässern. Vertrieb sowie Marketing verlieren an Schlagkraft.
Product Mining als Basis
Doch was einfach aufzudecken klingt, liegt in der Praxis meist in komplexen Produktportfolio-Geflechten verborgen – lediglich die Symptome sind sichtbar. Mit manuellen Sortimentsbereinigungen oder Excel-gestützten Portfolioanalysen gelangen Verantwortliche nicht ans Ziel, datengestützte Entscheidungen schnell und effizient zu treffen. Echte Unterstützung bietet hingegen der Product-Mining-Ansatz, der komplexe Produktdaten in konkreten Business Impact transformiert.
Er überführt die Methoden des Data Minings – also die computergestützte Analyse großer Datenmengen, um Muster und Beziehungen festzustellen – in die Produktportfolio-Welt. Der eigentliche Mehrwert liegt im ganzheitlichen Ansatz. Denn Product Mining blickt auf alle Abhängigkeiten und Interdependenzen im Produktportfolio über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Am Ende kann sich die Industrie mit Product Mining auf eine operative Entlastung bei gleichzeitig steigender strategischer Handlungsfähigkeit freuen.
Best Practice fürs Produktportfoliomanagement
Eine Product-Mining-Lösung wie vom Marktführer Soley bringt also verschiedene Benefits mit sich. Voraussetzung für einen nachhaltigen Impact ist lediglich, dass die Durchführung nicht als Einmalmaßnahme gefasst wird. Viel eher müssen die softwaregestützten strukturierten Analyse- und Entscheidungsprozesse regelmäßig auf der unternehmerischen Agenda stehen. Bewährt hat sich dabei ein fünfstufiges Vorgehen, das von der Sichtbarmachung bis zur aktiven Risikosteuerung reicht.
Transparenz schaffen: Wie lässt sich an Effizienz gewinnen? Diese Frage stellen sich viele Produktionsunternehmen als Erstes. Damit sind sie jedoch zu vorschnell und lenken ihren Blick gleich auf die Prozesse. Ist jedoch noch unklar, an welchen Stellen überhaupt Handlungsbedarf besteht, lässt sich keine zufriedenstellende Antwort finden. Logischerweise müssen sich Verantwortliche zunächst fragen, wo im Produktportfolio sie anpacken sollten.Umsetzen lässt sich dies mit einem Enterprise Digital Twin, der Teil ganzheitlich gedachter Product-Mining-Lösung ist. Er sammelt Daten aus Produktportfolio, Vertrieb, Logistik und den Finanzen – dafür bedient er sich verschiedener Systeme wie ERP-, CRM- oder Controlling-Tools – und führt alles zusammen. Im Ergebnis erhalten Teams tiefgreifende, ganzheitliche Einblicke. Vorher definierte portfoliospezifische KPIs lassen sich mit verlässlichen Zahlen verknüpfen, um Rückschlüsse zu ziehen.
Bereinigung starten:Durch die gewonnene Transparenz lassen sich schnell Produkte identifizieren, die unnötige Kosten oder intern zu viel Komplexität verursachen. Diesen sogenannten Ballast gilt es abzubauen. Dazu gehört das Phasing-out obsoleter oder margenschwacher Produkte ebenso wie das Erkennen entfallener Exklusivität oder redundanter Varianten. Eine Datenanalyse entlang von Lebenszyklen, Abverkaufszahlen und Servicerelevanz gibt Aufschluss, welche Produkte entbehrlich sind – ohne bestehende Kundenbeziehungen oder die Marge zu gefährden. Gleichzeitig lassen sich dadurch Lager- und Logistikkosten einsparen und freier Lagerplatz schaffen.
Synergien nutzen:Nach der Bereinigung rücken die wertstiftenden Bestandteile des Produktportfolios in den Mittelpunkt. Dabei lohnt es sich, durch gezielte Portfoliostrukturierung und Harmonisierung mit Sourcing-Strategien neue Synergien zu schaffen. Beispielsweise können Baukastensysteme vereinheitlicht, Gleichteileverwendung erhöht oder Produktgruppen zusammengefasst werden.
Interne Ressourceneinsparung ist hier nicht der einzige Gewinn. Gerade die Marktposition lässt sich stärken, da sich das Angebot klarer kommunizieren und meist ebenfalls besser skalieren lässt.
Markterfolge aufdecken:Warenkorbanalysen, die häufige Kombinationen und Absatzmuster aufdecken, sowie zielgerichtete Preis- und Rabattstrategien zeigen auf, wo Optimierungspotenzial besteht. Produktbündel, Mengenstaffelungen oder gezielte Rabattanpassungen können dafür sorgen, dass (Top-)Produkte noch besser performen – und potenzielle Kunden einen klareren Zugang zum Angebot erhalten.
So lässt sich die Frage „Wie sich das Portfolio optimal anbieten lässt?“ datenbasiert und verlässlich beantworten.
Resilienz ausbauen:Angesichts der volatilen Märkte reicht es nicht aus, sich lediglich auf historische Daten zu beziehen. In die Zukunft gerichtet stellt sich die Frage, wie sich Unternehmen vorausschauend sicher aufstellen können.
Mit Revenue-at-Risk-Analysen und simulationsgestützten Impact-Analysen lassen sich Gefahren beispielsweise frühzeitig erkennen: Etwa, wenn ein relevanter Produktumsatz von einzelnen Zulieferern, Absatzmärkten oder kritischen Exklusivkomponenten abhängig ist. Wer diese Abhängigkeiten kennt, kann vorbeugen, statt nur gegenzusteuern, und sein Produktportfolio widerstandsfähig gestalten – beispielsweise durch alternative Beschaffungswege oder gezielte Portfolio-Diversifizierung.
Zukunftsfähig dank Daten
Klarheit statt Komplexität – dieses Versprechen kann Product Mining halten. Denn während Teams auf operativer Ebene Prozesse, Ressourcen und Komplexitätskosten optimieren, entstehen auf strategischer Ebene fundierte Entscheidungsgrundlagen für das gesamte Unternehmen. So gelingt der Übergang vom reaktiven Bestandserhalt zur aktiven, zukunftsgerichteten Portfoliogestaltung.
Ephraim Triemer unterstützt die Soley GmbH seit 2022 als Shareholder und CPO. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung produktzentrischer Lösungen basierend auf einem digitalen Zwilling, die Unternehmen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen, ihre Handlungsfähigkeit zu verbessern und operative Maßnahmen gezielt umzusetzen.
Stand: 16.12.2025
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