Enterprise-KI Infor erweitert branchenspezifische KI

Von Infor 3 min Lesedauer

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Generische KI erfüllt laut Infor-Studie oft nicht die Anforderungen von Unternehmen. Eine erweiterte Plattform soll den Einsatz branchenspezifischer KI-Agenten erleichtern.

Die Infor-Studie zum KI-Einsatz in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zeigt: 71 Prozent der Unternehmen finden, dass generische KI nicht zu ihrer Branche passt.(Bild:  infor.com/ai)
Die Infor-Studie zum KI-Einsatz in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zeigt: 71 Prozent der Unternehmen finden, dass generische KI nicht zu ihrer Branche passt.
(Bild: infor.com/ai)

Unternehmen investieren zunehmend in KI, doch der Schritt von Pilotprojekten zu messbaren Ergebnissen bleibt für viele schwierig. Das zeigt die zweite Ausgabe des „Infor Enterprise AI Adoption Impact Index“, für den weltweit mehr als 2.000 Entscheider in sieben Märkten befragt wurden. Parallel stellt Infor eine neue Version seiner agentenbasierten Architektur Infor Industry AI und Weiterentwicklungen der Infor Velocity Suite vor.
Laut Studie erfüllen Standard-KI-Lösungen bei 68 Prozent der Unternehmen die spezifischen Anforderungen nicht. Zwei Drittel der Befragten glauben zudem, dass generische KI-Tools sie nicht dabei unterstützen, ihre KI-Ziele zu erreichen. Als häufige Ursache nennen Führungskräfte die fehlende Passung zu branchenspezifischen Abläufen. Besonders deutlich zeigt sich das im produzierenden Gewerbe: Dort berichten 73 Prozent, dass Standard-KI ihren Anforderungen nicht gerecht wird. In der Distribution sind es 76 Prozent, im Einzelhandel 69 Prozent.
Infor will diese Lücke mit Industry AI schließen. Die Plattform kombiniert branchenspezifische KI-Agenten mit Unternehmensdaten und Prozesswissen. Ziel ist, Menschen und Agenten als Team arbeiten zu lassen und KI-Aufgaben nicht als isolierte Einzellösungen umzusetzen. Die aktualisierte Infor Velocity Suite umfasst unter anderem adaptive Nutzererlebnisse, neue Governance-Funktionen und zusätzliche branchenspezifische Agenten.

Heute nutzen alle dieselben KI-Modelle. Entscheidend ist, was diese Modelle über Ihr Unternehmen wissen.

Vier Säulen der Plattform

Infor Industry AI basiert auf vier Elementen. Für präzise Ergebnisse greifen die Agenten auf Infor Industry CloudSuites, Prozesskataloge und branchenspezifische Sprachmodelle zurück. Der Infor GenAI Knowledge Hub, der laut Infor ab sofort allen Nutzern zur Verfügung steht, unterstützt Unternehmen beim Entwickeln eigener Agenten. Kunden könnten damit beispielsweise die Bearbeitung von Sendungen um bis zu 60 Prozent beschleunigen.
Die offene, modulare Architektur lässt sich mit Anwendungen und Orchestrierungs- sowie Analysetools anderer Anbieter verbinden. Über Infor IQ, eine semantische Ebene für einheitliches Geschäftsverständnis, sollen Agenten Informationen gemeinsam nutzen. Ein Katalog mit mehr als 350 Anwendungsfällen ist laut Unternehmen verfügbar.

Adaptive Nutzeroberflächen bündeln entscheidungsrelevante Informationen – etwa Stücklisten, Angebotspreise und Liefertermine – in rollenbasierten Ansichten. Anwender können den Infor GenAI Assistant oder bereits verwendete KI-Assistenten nutzen. Laut Infor lassen sich so Zeitaufwände in Workflows für Beschaffung, Lieferkette, Fertigung und Vertrieb um bis zu 90 Prozent reduzieren.
Auch Governance, Risikomanagement und Compliance sind in die Plattform integriert. Dazu zählen Genehmigungsprozesse, Berechtigungen für Agenten und Audit-Trails. Jede Agentenaktion soll nachvollziehbar protokolliert und anhand erklärbarer KI-Logik überprüfbar sein. Im Zugriffsmanagement könnten Kunden dadurch ihre Auditkosten um bis zu 90 Prozent senken, so Infor.

KI-Investitionen steigen – Verantwortung bleibt teils offen

Der Index zeigt zudem regionale Unterschiede: US-Unternehmen beschleunigen laut Infor die KI-Einführung und steigern ihre Effizienz. Deutschland setze stärker auf eine schrittweise Ausweitung von Pilotprojekten. Weltweit planen 59 Prozent der Unternehmen, ihre KI-Investitionen in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen. 54 Prozent der befragten Führungskräfte vertrauen inzwischen darauf, dass autonome Agenten kritische Geschäftsprozesse vollständig übernehmen können, ohne dass Menschen jeden Schritt überwachen.
Gleichzeitig ist die Verantwortung für KI in vielen Unternehmen nicht eindeutig geregelt. 23 Prozent ordnen sie der Unternehmensleitung zu, 22 Prozent dem CIO oder CTO und 15 Prozent einem KI- oder Governance-Komitee. Weitere 15 Prozent sagen, es gebe keine klare Hauptverantwortung. Datensicherheit, Datensouveränität und Compliance nennen 33 Prozent als größte Hürde für ihre KI-Strategie.
„Heute nutzen alle dieselben KI-Modelle. Entscheidend ist, was diese Modelle über Ihr Unternehmen wissen“, sagt Kevin Samuelson, CEO von Infor. Branchenspezifisches Wissen helfe dabei, präzisere und relevantere Ergebnisse zu erzielen. Auch Shashi Bellamkonda von der Info-Tech Research Group sieht den nächsten Schritt der Unternehmens-KI nicht allein im Zugang zu Modellen, sondern darin, KI im jeweiligen Branchen- und Prozesskontext einzusetzen. Infor setzt dafür nach eigenen Angaben auf branchenspezifische Intelligenz, Interoperabilität und integrierte Governance.

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