1. KI-Anwendungen rücken auch in der Industrie immer mehr in den Fokus. In welchen Bereichen der Fertigung wird KI aktuell eingesetzt und welche konkreten KI-Anwendungsfälle gibt es bereits?
2. Was sind derzeit die größten Herausforderungen bei der Implementierung von KI in der Fertigungsindustrie?
3. Welche Auswirkungen wird KI auf die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie haben?
Andreas Dangl, Fabasoft Approve
Andreas Dangl ist Geschäftsführer von Fabasoft Approve.
(Bild: Fabasoft Approve)
1. KI wird von der Qualitätssicherung und Maschinensteuerung über die Prozess- und Logistikdatenanalyse bis hin zur automatisierten Angebotserstellung und beim Kundenkontakt via Chatbots eingesetzt. Im Bereich Qualitätsmanagement unterstützt KI beispielsweise den 8D-Prozess, die automatisierte Generierung von Prüfplänen, die Erstellung der technischen Dokumentation oder das Lieferantenmanagement.
2. Im Wesentlichen ist das die Datenbasis, auf welcher die KI aufsetzt. Der tatsächliche Nutzen, den künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag stiften kann, hängt sehr von der Qualität und Aktualität der im Unternehmen vorhandenen Daten ab. Eine Herausforderung stellen auch die Geschäftsprozesse dar. Diese darf man nicht in einzelnen Bereichen denken, sondern Ende-zu-Ende über alle Abteilungen im Unternehmen hinweg. Sind die bisherigen Abläufe nicht gut durchdacht, werden auch digitale, KI-gestützte Prozesse nicht gelingen.
3. KI wird, genau wie jede ‚neu‘ eingeführte Technologie in der Vergangenheit, Änderungen in den Jobanforderungen mit sich bringen. Wichtig ist, die Mitarbeitenden transparent in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Dazu gehört viel Kommunikation über alle Bereiche im Betrieb hinweg. Es ist essenziell zu vermitteln, dass künstliche Intelligenz ein Werkzeug ist, das Menschen dabei unterstützt, gewisse Abläufe zu erleichtern. KI kann niemals Menschen ersetzen. Sie hat allerdings das Potenzial, den Fachkräftemangel etwas auszugleichen, indem sie den Mitarbeitenden im jeweiligen Arbeitskontext Wissen bereitstellt, über welches ansonsten nur Personen mit langer Berufserfahrung verfügen.
Es ist essenziell zu vermitteln, dass künstliche Intelligenz ein Werkzeug ist, das Menschen dabei unterstützt, gewisse Abläufe zu erleichtern.
Andreas Dangl
Fragen an die Experten
1. KI-Anwendungen rücken auch in der Industrie immer mehr in den Fokus. In welchen Bereichen der Fertigung wird KI aktuell eingesetzt und welche konkreten KI-Anwendungsfälle gibt es bereits?
2. Was sind derzeit die größten Herausforderungen bei der Implementierung von KI in der Fertigungsindustrie?
3. Welche Auswirkungen wird KI auf die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie haben?
Markus Günther, Inform
Markus Günther ist Head of Sales Produktion bei Inform.
(Bild: Inform)
1. KI wird seit vielen Jahren erfolgreich in der Produktionsplanung eingesetzt, um komplexe Fertigungsprozesse effizient zu steuern und Ressourcen optimal zu nutzen. Durch die Integration von Daten aus Bereichen wie Vertrieb, Einkauf, Fertigung und Konstruktion schaffen KI-gestützte Systeme eine transparente, abteilungsübergreifende Entscheidungsgrundlage. Sie ermitteln eine optimale Reihenfolge aller Fertigungsprozesse und planen so die Fertigung als Gesamtsystem – vorausschauend, unter Beachtung aller Randbedingungen. Das sorgt für kürzere Durchlaufzeiten, höhere Termintreue und mehr Flexibilität.
2. Natürlich spielen in erster Linie Daten und deren Qualität eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen haben hier aber oftmals schon eine bessere Ausgangslage als sie denken. Gleichzeitig besteht oft noch Skepsis gegenüber KI, etwa aus Unsicherheit oder mangelndem Verständnis. Mitarbeitende sollten schrittweise an die Technologie herangeführt und gezielt geschult werden. Transparente Kommunikation und praktische Erfahrungen helfen, Ängste abzubauen und den Mehrwert von KI verständlich zu machen.
3. KI wird die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie nachhaltig prägen. Monotone und zeitintensive Routinetätigkeiten werden zunehmend automatisiert – das schafft mehr Effizienz und Raum für kreativere Aufgaben. Besonders in Bereichen wie Datenanalyse, Prozessoptimierung und strategischer Planung entstehen neue Chancen. Fachkräfte bleiben weiterhin unverzichtbar, denn ihr Wissen und ihre Entscheidungen sind unverzichtbar, um KI sinnvoll einzusetzen. Der Mensch wird also nicht ersetzt, sondern rückt stärker in die Rolle des Gestalters und Treibers von Innovationen.
Der Mensch wird also nicht ersetzt, sondern rückt stärker in die Rolle des Gestalters und Treibers von Innovationen.
Markus Günther
Helmut Haas, Inneo Solutions
Helmut Haas ist Geschäftsführer von Inneo Solutions.
(Bild: Inneo Solutions)
1. Wir sehen viele Einsatzmöglichkeiten in der Fertigungsindustrie. Dabei geht es nicht nur um die Überwachung der Produktion oder des Maschinenparks inklusive KI-basierter Auswertung zur Erkennung von Anomalien und proaktiven Problemlösung. Ein aus unserer Sicht mindestens genauso spannendes Anwendungsfeld ist die Aufbereitung und Zugänglichmachung von spezifischem Unternehmenswissen mittels KI-Systemen. Das besondere hierbei ist, dass dies alles innerhalb des Unternehmens erfolgen muss und das Know-how nicht außerhalb des Unternehmens oder zum Training für externe KI-Systeme genutzt werden darf. In diesem Bereich haben wir gerade sehr vielversprechende Pilotprojekte.
2. Es besteht großes Interesse an KI-Anwendungen, jedoch gibt es auch Vorbehalte: Was geschieht mit meinen Daten? Wer bekommt Zugriff darauf? In vielen Fällen fehlen auch die Voraussetzungen für die Implementierung. Das heißt, es müssen erst Vorarbeiten geleistet werden, um beispielsweise an die richtigen Daten zu kommen. Auch der konkrete Nutzen der KI-Anwendungen ist noch nicht überall durchdacht und greifbar. Daher ist unsere Empfehlung, sich bei dem Thema externes Know-how und Erfahrung dazu zu holen. Will man mit KI rasche und positive Ergebnisse erreichen, dann ist das kein Do-it-yourself-Thema, sondern etwas, was man mit professioneller Unterstützung angehen sollte.
Stand: 16.12.2025
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3. Hat man die richtigen Anwendungen gefunden und implementiert, kann das zu einer großen Entlastung bei Routineaufgaben und zu einem deutlichen Effizienzgewinn führen. Allerdings werden auch Aufgaben weitestgehend wegfallen und neue Möglichkeiten entstehen, die bisher mit zu hohem Aufwand verbunden waren. In Summe überwiegen aus unserer Sicht die Chancen, nicht die Risiken.
Ein aus unserer Sicht mindestens genauso spannendes Anwendungsfeld ist die Aufbereitung und Zugänglichmachung von spezifischem Unternehmenswissen mittels KI-Systemen.