KI entwickelt sich zu einem zentralen Bestandteil jeder Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet ist. Welche Anwendungsfälle es bereits gibt, wie sich KI richtig implementieren lässt und welche Auswirkungen KI auf die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie hat, erläutern im Folgenden 19 KI-Experten.
(Bild: Starlight/AdobeStock (KI-generiert))
Im Jahr 2025 wird künstliche Intelligenz nicht mehr nur eine Option unter vielen sein. KI entwickelt sich vielmehr zum zentralen Bestandteil jeder Unternehmensstrategie, die auf langfristigen Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet ist. Wer jetzt nicht in KI-Technologien investiert, riskiert, abgehängt zu werden.
Fragen an die Experten
1. KI-Anwendungen rücken auch in der Industrie immer mehr in den Fokus. In welchen Bereichen der Fertigung wird KI aktuell eingesetzt und welche konkreten KI-Anwendungsfälle gibt es bereits?
2. Was sind derzeit die größten Herausforderungen bei der Implementierung von KI in der Fertigungsindustrie?
3. Welche Auswirkungen wird KI auf die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie haben?
Dr. Martin Liebig, Altair
Dr. Martin Liebig ist Senior Director Data Solutions bei Altair Engineering.
(Bild: Altair Engineering)
1. Derzeit konzentrieren sich die eingesetzten KI-Anwendungen überwiegend auf prädiktive Analysen in den Bereichen Predictive Maintenance und Qualitätsoptimierung. Insbesondere letztere gewinnt zunehmend an Bedeutung. Das Hauptziel besteht darin, mithilfe von KI den Ausschuss zu reduzieren, Energiekosten zu senken und die Gesamtanlageneffektivität (OEE) zu steigern. Hier gibt es bereits einige Anwendungsbeispiele bei Altair-Kunden aus verschiedensten Industrien wie der allgemeine Maschinenbau, die Fertigungs- oder die Verpackungsindustrie, die ihre Herausforderungen unter anderem mit Altairs KI-Lösungen meistern konnten. Präskriptive sowie agentische Ansätze sind aktuell noch eher die Ausnahme.
2. Dies hängt maßgeblich von der digitalen Reife des Unternehmens ab. Zu Beginn liegt der Fokus vor allem auf der Identifikation des richtigen Problems sowie der Sicherstellung einer hohen Datenqualität und -verfügbarkeit. In Unternehmen, die bereits weiter fortgeschritten sind, verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend auf die Integration von KI-Lösungen in bestehende Geschäftsprozesse. Dies umfasst sowohl die Interaktion zwischen Mensch und Maschine als auch die Anbindung an Systeme wie MES und PLM.
3. Mit dem zunehmenden Einsatz von KI in der Produktion wächst auch der Bedarf an einem vertieften statistischen Verständnis seitens der Produktionsleitung und der Prozessingenieure. Es wird immer wichtiger, dass alle Beteiligten verstehen, wie die Technologie effektiv genutzt werden kann und in welchem Umfang sie weiter eingesetzt werden sollte. Zudem wird es unerlässlich, dass sich die IT-Abteilungen stärker mit der Produktion verzahnen, um die Synergieeffekte aus Produktions- und IT-Wissen zu echten Mehrwerten zu führen.
Es wird immer wichtiger, dass alle Beteiligten verstehen, wie die Technologie effektiv genutzt werden kann und in welchem Umfang sie weiter eingesetzt werden sollte.
Dr. Martin Liebig
Fragen an die Experten
1. KI-Anwendungen rücken auch in der Industrie immer mehr in den Fokus. In welchen Bereichen der Fertigung wird KI aktuell eingesetzt und welche konkreten KI-Anwendungsfälle gibt es bereits?
2. Was sind derzeit die größten Herausforderungen bei der Implementierung von KI in der Fertigungsindustrie?
3. Welche Auswirkungen wird KI auf die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie haben?
Thomas Lorenz, Appian
Thomas Lorenz ist Director Solutions Consulting for Central Europe bei Appian.
(Bild: Appian)
1. KI-Lösungen eignen sich vor allem zur Prozessoptimierung. In der Qualitätskontrolle ermöglicht KI eine schnelle und präzise Erkennung von Abweichungen von Qualitätsstandards, indem sie Daten aus Berichten extrahiert und anhand von Geschäftsregeln überprüft. Ein weiterer Bereich ist die automatisierte Verarbeitung komplexer Dokumente wie technischer Dokumentationen oder Lieferscheine. Im Bereich Predictive Maintenance analysieren KI-Systeme Sensordaten von Produktionsanlagen in Echtzeit, um potenzielle Ausfälle frühzeitig zu erkennen und Wartungsarbeiten optimal zu planen. In der Lieferketten-Optimierung wird KI beispielsweise zur Überprüfung von Zertifikaten und zum automatischen Abgleich mit Referenzdaten eingesetzt.
2. Eine zentrale Herausforderung ist die Integration von KI in bestehende IT-Systeme. Hierfür sind geeignete Dateninfrastrukturen notwendig, die eine effiziente Analyse und Nutzung der vorhandenen Daten ermöglichen. Die Komplexität der Datenanalyse und die Sicherstellung einer hohen Datenqualität stellen weitere Herausforderungen dar. Zudem erfordert der Einsatz von KI oft umfangreiche Schulungen für Mitarbeiter, um sie mit den neuen Systemen vertraut zu machen und deren Potenzial voll ausschöpfen zu können.
3. KI wird vor allem als Helfer fungieren. Mit automatisierten Analysen wie bei Predictive Maintenance oder automatisierten Reports werden gerade einfache Aufgaben, die aber viel Zeit beanspruchen, von der KI übernommen. Fachkräfte werden so nicht ersetzt, sondern befähigt, sich verstärkt auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Die KI arbeitet dabei mehr im Hintergrund und versorgt die Fachkräfte mit ausführlichen und nachvollziehbaren Basisdaten- und -informationen.
Mit automatisierten Analysen wie bei Predictive Maintenance oder automatisierten Reports werden gerade einfache Aufgaben, die aber viel Zeit beanspruchen, von der KI übernommen.
Thomas Lorenz
Fragen an die Experten
1. KI-Anwendungen rücken auch in der Industrie immer mehr in den Fokus. In welchen Bereichen der Fertigung wird KI aktuell eingesetzt und welche konkreten KI-Anwendungsfälle gibt es bereits?
2. Was sind derzeit die größten Herausforderungen bei der Implementierung von KI in der Fertigungsindustrie?
3. Welche Auswirkungen wird KI auf die Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie haben?
Ralf Bachthaler, Asseco Solutions
Ralf Bachthaler ist Mitglied des Vorstands bei Asseco Solutions.
(Bild: Asseco Solutions)
1. Hier besteht mittlerweile eine große Bandbreite an sinnvollen Szenarien. Analytische KI etwa eignet sich bestens für klar umrissene Aufgaben wie die Optimierung der Lagerhaltung oder die Berechnung von Auftragswahrscheinlichkeiten für eine noch realitätsgetreuere Kapazitätsplanung. Generative KI verfügt nun über die Möglichkeit, diese Einzelszenarien auf effektive Weise zu verbinden. So lassen sich ganze Prozessketten in der Fertigung automatisiert vorantreiben – vom Auftragseingang über die Prüfung der Materialverfügbarkeiten und gegebenenfalls Nachbestellung bis hin zur Einplanung. Das erhöht die Effizienz der vorbereitenden Prozesse enorm.
Stand: 16.12.2025
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2. Oft besteht Nachholbedarf bezüglich der Datenqualität. Ohne einheitlich und sauber gepflegte Daten kann auch der beste Algorithmus keine nutzbaren Ergebnisse generieren. Zudem treten viele Verantwortliche mit Datenschutzbedenken an uns heran. Hier hat die Branche jedoch gute Fortschritte erzielt: Zum einen stellen Enterprise-Lizenzen sicher, dass verarbeitete Daten nicht in das Training des Sprachmodells zurückfließen. Zum anderen bestehen sehr wirksame Anonymisierungsverfahren, die Daten schützen, ohne dass diese an Aussagekraft einbüßen.
3. Die derzeitige Wirtschaftslage ist nach wie vor angespannt. Was Unternehmen brauchen, um sich daraus zu befreien, sind deutliche Produktivitätsschübe. Doch wie sollen diese in Zeiten von Fachkräftemangel und schrumpfenden Belegschaften erreicht werden? KI kann Mitarbeitende von zeitraubender Routine entlasten, sodass sich die raren Mitarbeiter wieder um echte Wertschöpfung kümmern können – genau das ist in der aktuellen Situation absolut erfolgsentscheidend. Dass KI Menschen in absehbarer Zeit komplett ersetzt, das sehe ich nach aktuellem Stand der Technik nicht.
Dass KI Menschen in absehbarer Zeit komplett ersetzt, das sehe ich nach aktuellem Stand der Technik nicht.