Die Technologietage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) am 11. und 12. Februar in Mannheim zählt 2.300 Teilnehmer. Das Motto der diesjährigen DSAG-Technologietage: „Digitalisierung hat viele Seiten: Auf den richtigen Dreh kommt es an“. Themen sind in diesem Jahr das richtige Handwerkszeug für Digitalisierungsprojekte und die Anforderungen an SAP.
(Quelle: DSAG e.V.)
Für die Digitalisierung braucht es eine gute Strategie und viel Erfahrung. Bei einem Zauberwürfel sind es im Idealfall nur 20 Züge, um aus den 43 Trillionen möglichen Kombinationen ans Ziel zu gelangen. Doch in der Realität der IT braucht es mehr. Eine Seite des Würfels gehört schon mal der IT-Organisation und ihrer Aufstellung, eine weitere den richtigen Partnern und Lösungen. Kernanforderungen, diedie DSAG-Technologietage an SAP stellt, sind dabei Harmonisierung, Integration, Qualität, Planungs- und Investitionssicherheit.
Harmonisierung des SAP-Produktportfolios
SAP ist in den vergangenen Jahren stark durch Zukäufe gewachsen. Daraus resultieren gewisse Brüche zwischen den jeweiligen Lösungen. Statt einer OneSAP-Experience wird der Anwender mit unterschiedlichen Bedienoberflächen konfrontiert, die letztlich die Komplexität erhöhen und zu Fehleranfälligkeit führen. „Hier erwarten wir von SAP, dass die User-Experience produktübergreifend harmonisiert wird“, fordert DSAG-Technologievorstand Steffen Pietsch.
Zudem ist es wichtig, dass die Erweiterungs- und Entwicklungskonzepte vereinheitlicht werden. Der Einsatz unterschiedlicher Technologie-Stacks und zugehöriger Konzepte, zum Beispiel für das Lifecycle-Management, trägt nicht dazu bei, dass sich SAP-Lösungen übergreifend erweitern lassen. „Der Side-by-Side-Ansatz, das heißt die Erweiterung von SAP-Anwendungen mit Hilfe von Entwicklungswerkzeugen wie der SAP Cloud Platform, ist eine valide Option“, so Steffen Pietsch in seiner Keynote der DSAG-Technologietage. „Dies erfordert jedoch, dass die SAP-On-Premise und SAP-Cloud-Lösungen die dafür notwendigen Integrationsfähigkeiten mitbringen. Das ist heute leider noch nicht durchgängig der Fall. Hier muss SAP weiter investieren“, ergänzt der Technologievorstand.
Die Keynote auf den DSAG-Technologietagen in Mannheim hielt Steffen Pietsch, Technologievorstand der DSAG e.V.
(Quelle: DSAG e.V.)
DSAG-Technologietage: Sicherheit ist nicht optional
Ein besonders wichtiger Betriebsaspekt ist die Sicherheit. Die Wahrscheinlichkeit einer Cyber-Attacke ist heutzutage hoch und die Auswirkungen können fatal sein. Daher erwarten die Kunden von SAP die bestmögliche Unterstützung, um die Sicherheit der IT-Landschaften zu gewährleisten. Die Forderung der DSAG, SAP-Software bereits im Auslieferungszustand sicher zu konfigurieren, wurde bei SAP S/4HANA 1909 mittlerweile umgesetzt.
„Das ist ein wichtiger Schritt. Jetzt muss dieses Konzept ausgebaut und auch auf andere SAP-Produkte ausgerollt werden“, erklärt Steffen Pietsch. Kein Fortschritt lässt sich leider noch bei der Forderung nach einem übergreifenden Security-Dashboard erkennen. „Wir erwarten, dass SAP endlich ein übergreifendes Design entwickelt und die sicherheitsrelevanten Aspekte in einem Dashboard sowohl für On-Premise-Produkte als auch für Cloud-Lösungen zusammenfasst. Sicherheit ist nicht optional“, so Pietsch.
DSAG-Technologietage: Integrationsfähigkeit der SAP-Lösungen
In einer stark vernetzten Welt ist die Integrationsfähigkeit von Software ein zentraler Schlüsselfaktor. Dabei geht es um zwei Seiten – die technische und semantische Dimension. Digitalisierung findet nicht nur innerhalb von SAP-Lösungen statt. Vielmehr stellt SAP einen wichtigen Baustein in einer ganzheitlichen Digitalisierungsstrategie dar. Damit auch Drittanwendungen und Eigenentwicklungen einfach auf Daten aus SAP-Systemen zugreifen können, ist es wichtig, dass sowohl Cloud-Lösungen als auch die On-Premise-Produkte über geeignete Programmierschnittstellen (API, Application Programming Interface) verfügen. Dafür bedarf es einer durchgängigen API-Strategie.
Zu einer entsprechenden Strategie hat sich SAP mittlerweile bekannt und damit einen wichtigen ersten Schritt getan. Aber an dieser Seite des Würfels muss noch weiter gedreht werden. Denn: „Die Qualität der Dokumentation und der Funktions-umfang müssen weiter ausgebaut werden. Zentrale Business-Objekte müssen voll-umfänglich über APIs steuer- und nutzbar sein, damit SAP-Software sich nahtlos in die heterogenen Systemlandschaften der Kunden einfügt“, so Steffen Pietsch. Dazu befinden sich DSAG und SAP bereits in intensiven Gesprächen.
Die DSAG-Technologietage 2020 im Congress Center Rosengarten in Mannheim zählten rund 2.300 Teilnehmer.
(Quelle: DSAG e.V.)
DSAG-Technologietage: Kompatible Datenmodelle
Zudem ist es wichtig, dass zwei oder mehrere SAP-Lösungen auch semantisch, das heißt durch kompatible Datenmodelle einfach integrierbar sind. In dieses Thema kam mittlerweile Bewegung, in Form einer Stammdateninitiative von DSAG und SAP. Dabei liegt die Konzentration aktuell auf dem Business Partner, einem Datenmodell, das u. a. zur Abbildung von Kunden- und Lieferantendaten dient. „Dieses Objekt wird innerhalb von S/4HANA noch nicht konsistent verwendet und in verschiedenen SAP-Lösungen unterschiedlich definiert. Das führt zu massiven Aufwänden und birgt Projektrisiken“, so Steffen Pietsch.
Stand: 16.12.2025
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SAP hat mittlerweile eine Reihe von Programmen gestartet, um das Problem zu lösen. Dazu gehört beispielsweise die Entwicklung eines harmonisierten, übergreifenden Datenmodells (Domain Model Alignment) für den Austausch zwischen SAP-Produkten. „Diese Maßnahmen begrüßen wir ausdrücklich, benötigen aber für unsere Mitglieder noch mehr Transparenz. Als Kunde möchte ich wissen, wie ich meine Projektplanungen mit der Weiterentwicklung der SAP-Software in Ein-klang bringe. Dafür benötigen wir mehr Informationen auf inhaltlicher Ebene, wie auch zur zeitlichen Planung“, berichtet Steffen Pietsch.
Planungs- und Investitionssicherheit gefordert
SAP wandelt sich von einem reinen Software-Anbieter zu einem hybriden Unternehmen mit On-Premise- und Cloud-Software im Portfolio. Um den Weg in die Cloud mitzugehen, erwarten die Kunden im Vergleich zu ihren On-Premise-Lösungen Fortschritte und keine Rückschritte. Und sie erwarten eine stabile und verfügbare Software. Das trifft auf viele SAP-Cloud-Lösungen zu. Aber es gibt auch Ausnahmen. In Bezug auf die SAP Cloud Platform hat der Softwarehersteller zahlreiche Maßnahmen ergriffen, Betriebsprozesse verändert und technische Korrekturen vorgenommen. Dadurch hat sich die Situation für die Kunden deutlich verbessert.
Handlungsbedarf sieht Steffen Pietsch jedoch noch bei der Verfügbarkeit der Software-as-a-Service-Lösung für das Personalwesen SuccessFactors. „Das ist ein seit mittlerweile Jahren anhaltendes Problem. Die Stabilität muss deutlich verbessert werden. Bei einer Cloud-Lösung darf die Verfügbarkeit kein Diskussionsthema sein“, gibt der DSAG-Technologievorstand an SAP weiter.
Ein zusätzlicher Aspekt für die Planungs- und Investitionssicherheit sind klare, verständliche und verlässliche Roadmaps. Ein positives Beispiel dafür ist die Verlängerung der Mainstream-Wartung für die Business Suite 7 bis 2027 mit einer kostenpflichtigen erweiterten Wartung bis 2030. Gleiches gilt für die Wartungszusage für S/4HANA bis 2040, über die die DSAG bereits berichtet hat. Zwei klare Signale in Richtung Investitionssicherheit, auf die die DSAG lange hingearbeitet hat.