Cloud-Software: Fertigungsnah und flexibel

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 5 min Lesedauer

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Der Trend zu Just-in-Time hat die Fertigung erfasst. Großaufträge werden gestückelt, Kleinaufträge nehmen zu. Für kleinere Betriebe und Lohnfertiger steigt damit der Druck, durch Flexibilisierung und Digitalisierung ihre Maschinen besser auszulasten und administra­­­tive Kosten zu senken. Online-Marktplätze für fertigungsnahe Cloud-Software bieten passende Lösungen und Know-how.

(Quelle:  Hoffmann Group)
(Quelle: Hoffmann Group)

Cloud-Software im Einsatz: Der Druck auf Lohnfertiger und kleinere metallbearbeitende Betriebe, die Fertigung zu digitalisieren, steigt. Denn anstatt wie gewohnt einen Großauftrag für die Produktion eines Bauteils zu erhalten, erfolgen nun mehrere Teilbestellungen über das Jahr verteilt. Das macht die Auftragsbearbeitung und die Produktionsplanung komplexer, weil mehr Aufträge disponiert und dazwischengeschoben werden müssen. Die damit verbundenen Mehrkosten lassen sich aber nur selten an die Auftraggeber weitergeben. Dazu kommen immer mehr Anfragen für kleinere Aufträge, die immer schneller kalkuliert werden müssen, um Angebote rechtzeitig abzugeben und die Chance auf einen Zuschlag zu wahren. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, müssen administrative Aufgaben effizienter organisiert und die Maschinen noch besser ausgelastet werden.

Digitale Unterstützung nach Bedarf

Immer mehr kleine und mittlere Fertigungsunternehmen wollen deshalb verstärkt die Digitalisierung ihres Betriebs vorantreiben – beispielsweise durch den Einsatz von Angebotskalkulatoren und digitalen Fertigungslösungen. Es fehlt in den Unternehmen jedoch häufig das notwendige IT-Know-how und die Zeit, sich eingängig mit den am Markt verfügbaren Softwarelösungen zu beschäftigen, eine Lösung auszuwählen und diese einzuführen. Die gute Nachricht ist, dass dies vielfach gar nicht notwendig ist. Denn mittlerweile gibt es immer mehr Online-Marktplätze mit fertigungsnaher Cloud-Software für kleine und mittlere Unternehmen, die es ermöglichen, nach Bedarf verschiedene Softwarelösungen zu nutzen und bei Nicht-Gefallen ohne lange Vertragsbindung auf ein alternatives Angebot umzusteigen.

Schrittweise zur Wunschkonfiguration

KMU müssen sich hier also nicht auf einen Software-Anbieter festlegen und können mehrere Cloud-Lösungen nach Bedarf kombinieren. Im Gegensatz zu Komplettsystemen lassen sich relevante Funktionalitäten durch den Einsatz von passgenauen Softwarelösungen kombinieren. Dr. Christoph Fuchs, Head of Platform & Software Services bei der Hoffmann Group, erläutert das Konzept des Go Digital Store: „Manchmal werden wir gefragt, warum wir im Go Digital Store zur Lösung einer Aufgabestellung mehrere Apps anbieten. Wir sehen darin einen besonderen Vorteil für die Anwender, denn sie können frei entscheiden, ob sie eher auf künstliche Intelligenz setzen oder mehr Freiraum bei der Dateneingabe nutzen möchten. Manche Kunden probieren über einen längeren Zeitraum parallel mehrere vergleichbare Lösungen aus. Andere finden sofort ihren persönlichen Favoriten. Das ist ganz individuell.“

Künstliche Intelligenz, Datenbanken und Sensoren

Im Go Digital Store bündelt die Hoffmann Group ihre eigenen Apps und digitalen Fertigungslösungen und stellt außerdem fertigungsnahe Software von Drittanbietern bereit. Der Marktplatz bietet für fast alle Schritte im Fertigungsprozess und in der Auftragsbearbeitung kleine wie auch große „digitale Helfer“. Diese arbeiten vielfach mit künstlicher Intelligenz (KI) und greifen für ihre Berechnungen zusätzlich auf verschiedene Datenbanken zu. Mit wiederholter Nutzung wird die künstliche Intelligenz trainiert und immer genauer. Einige setzen zusätzlich auf nicht-invasive Sensoren, um Daten an den Maschinen zu sammeln und Berechnungen zur Verbesserung der Laufzeiten durchzuführen.

Auch Cloud-Lösungen zur Steigerung der Effizienz der Gesamtanlagen und zur ganzheitlichen Prozessoptimierung in Einkauf, Logistik und Fertigung sind im Store erhältlich. Der Marktplatz wurde Anfang 2022 gestartet und befindet sich noch im Aufbau. So werden laut Dr. Christoph Fuchs passende Apps kontinuierlich in den Go Digital Store aufgenommen.

(Der Online-Marktplatz „Hoffmann Group Go Digital Store“ ermöglicht einen schnellen Einstieg in die Digitalisierung der Fertigung, auf Basis einer Vernetzungsplattform. Bild: Hoffmann Group)
(Der Online-Marktplatz „Hoffmann Group Go Digital Store“ ermöglicht einen schnellen Einstieg in die Digitalisierung der Fertigung, auf Basis einer Vernetzungsplattform. Bild: Hoffmann Group)

Dank Cloud-Software: Gut vernetzt mit Ausbaupotenzial

Neben dem Software-Angebot ist auch das künftige Vernetzungs- und Ausbaupotenzial ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium für einen Marktplatz. Besonders attraktiv sind Marktplätze, die nicht als reine Insellösungen konzipiert sind, sondern als eine Plattform, über die der Anwender schrittweise verschiedene Apps und Lösungen zu einem unternehmensspezifischen IT-Ökosystem verknüpfen kann. Der Vorteil: Der Anwender erhält ein übersichtliches Dashboard und muss sich nur einmal anmelden, um alle Funktionalitäten in seinem Best-Practice-Netzwerk zu nutzen. Das erleichtert die Arbeit. Dr. Christoph Fuchs erklärt: „Genau das macht den Charme eines Marktplatzes aus: Die Vielfalt an Anwendungen, die man frei zusammenstellen und wie ein Komplettsystem nutzen kann. Bei uns ist die technologische Basis beispielsweise unsere digitale Serviceplattform, auf die der Anwender über einen einzigen Account zugreifen und wo er ohne weitere Anmeldungen mit allen von ihm gebuchten Apps arbeiten kann.“ Die Hoffmann Group baut ihr digitales Angebot im Go Digital Store kontinuierlich aus. Ziel ist es, in Zukunft den gesamten Prozess in der Fertigung abzudecken, also von der Angebotskalkulation und Auftragsplanung über Arbeitsvorbereitung, Shopfloor und Qualitätssicherung bis hin zur Lieferung an den Auftraggeber.

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Virtuell verbunden statt fest verdrahtet

Ein weiteres Auswahlkriterium für einen Marktplatz ist die Frage, inwiefern das Angebot an bestimmte Maschinenhersteller und Maschinentypen gebunden ist. Auch hier gilt es, genau hinzuschauen, und im Zweifelsfall einen komplett unabhängigen Marktplatz wie den Go Digital Store zu wählen. Dr. Christoph Fuchs erklärt: „Durch unsere Anwendungstechniker im Außendienst wissen wir, dass unsere Kunden häufig einen heterogenen Maschinenpark mit Maschinen verschiedener Hersteller und unterschiedlichen Alters betreiben. Daher achten wir darauf, dass die Lösungen, die wir im Go Digital Store anbieten, nicht an spezifische Maschinen gebunden sind. Bei uns können kleinere Unternehmen Erfahrungen in der Digitalisierung sammeln, schrittweise ihr bevorzugtes IT-Ökosystem konfigurieren und auch immer wieder umstellen – ganz egal, welche Maschinen sie im Einsatz haben.“

Cloud-Software: Aktiv verwaltet nach Qualitätsstandards

Ob die Nutzung eines Marktplatzes den erhofften Erfolg bringt, hängt letztendlich jedoch maßgeblich von der Qualität der Cloud-Software und den Serviceleistungen des Anbieters ab. Diese sollten vom Marktplatzbetreiber regelmäßig nach klaren Richtlinien und Regeln kontrolliert werden. Die Hoffmann Group nimmt in ihren Go Digital Store zum Beispiel nur Angebote auf, die im Vorfeld genau geprüft wurden und die die erforderlichen Qualitätsstandards erfüllen. Zu den Auswahlkriterien zählen strenge Datenschutzauflagen, ein qualifizierter Kundensupport und die technische Stabilität der Anwendungen. Reviews finden einmal jährlich statt, um sicherzustellen, dass die Kunden jederzeit mit einem sicheren und qualitativ hochwertigen Produkt arbeiten.

Marktplätze ermöglichen es KMU, in vielen kleinen Schritten ihre Fertigung zu digitalisieren und die einzelnen Komponenten zu einer individuell konfigurierten und flexibel veränderbaren Gesamtlösung zu vernetzen. Die Unternehmen bauen dadurch kontinuierlich an ihrer Smart Factory und bewegen sich immer weiter in Richtung Industrie 4.0.

Die Autorin Marion Schwenk ist Senior Public Relations Manager bei der Hoffmann Group.

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