Cobots und autonome mobile Roboter unterstützen Projekate der Automatisierung in mittelständischen Unternehmen. Der folgende Beitrag erläutert vier wichtige Anforderungen, die bei den ersten Maßnahmen zur Automatisierung beispielsweise in der Fertigung oder in der Logistik zu beachten sind.
(Quelle: Omron)
Unternehmenslenker müssen aktuell eine Herausforderung nach der anderen stemmen: Zu den stark steigenden Kosten durch die Energiekrise kommen Lieferkettenprobleme, Fachkräftemangel, Nachhaltigkeitsvorgaben und fortschreitende Digitalisierung, die eine schlüssige Herangehensweise erfordern. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen müssen schnell Mittel und Wege finden, diese Hürden zu bewältigen. Automatisierung kann Abhilfe schaffen. Hierzu gehören sowohl Robotik wie Cobots und autonome mobile Roboter (AMR) als auch Sensorik, Vision- und KI-Technologie. Zwar sind sich Unternehmen der Vorteile dieser Technologien durchaus bewusst, Studien zeigen aber auch, dass viele dem praktischen Einsatz nach wie vor skeptisch gegenüberstehen.
Autonome mobile Roboter: Lohnt sich das?
Laut dem „Deutschem Robotik Spiegel 2022“ befürchten rund 48 Prozent der Befragten ohne Anwendungserfahrung, dass der Einsatz von Robotern mit hohen Kosten einhergeht. Eine IDC-Studie hat aber herausgefunden, dass 70 Prozent der befragten Unternehmen den Einsatz intelligenter Automatisierung planen. Wer sich aktuell fragt, ob sich die Anschaffung eines kollaborativen oder mobilen Roboters für den eigenen Betrieb lohnt, dem hilft der neue Return-on-Investment-Rechner von Omron. Dieser bietet einen schnellen Überblick über die Investitionsrendite und zeigt, wann eine Investition in Robotik kostendeckend ist.
Robotik und Automatisierung im Mittelstand
Derzeit gibt es rund 23,1 Millionen kleine und mittlere Unternehmen in der Europäischen Union. Sie sind integraler Teil der Wirtschaft, auch wenn es von Land zu Land Unterschiede gibt. In Deutschland stammen beispielsweise 82 Prozent der Wertschöpfung des Landes von KMU. In der gesamten EU liegt der Durchschnittswert bei etwa 56 Prozent. Extrem wichtig ist zudem die Bedeutung des Mittelstands als Arbeitgeber: Fast 84 Millionen Bürgerinnen und Bürger der EU arbeiten in einem KMU. In Deutschland sind rund 18,5 Millionen Menschen in einem mittelständischen Betrieb beschäftigt. Das Problem: Vielerorts fällt es Unternehmen schwer, Mitarbeiter zu finden. In der EU waren im ersten Quartal 2022 rund 2,9 Prozent der offenen Stellen unbesetzt, fast 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Unternehmen müssen daher neue Wege beschreiten, um geeignete Mitarbeiter zu finden.
Technologien, die manuelle und repetitive Aufgaben übernehmen, können die Sicherheit der Mitarbeiter und die Effizienz erhöhen. Weitere Maßnahmen sind Weiterbildungsinitiativen, Anreize für Neustarter, Mitarbeiterprogramme und mehr. Cobots bieten sich für den Mittelstand aufgrund ihrer Flexibilität und unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten an. Dass dieses Segment enormes Potenzial hat, zeigen Studien wie die von MarketsandMarkets: Demnach soll der Markt für kollaborative Roboter von 1,2 Milliarden US-Dollar 2021 auf 10,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 ansteigen. Bis dahin wird eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 43,4 Prozent prognostiziert.
Doch wer sich erstmals mit dieser Thematik beschäftigt, steht vor einer Vielzahl von Fragestellungen. Folgende vier zentrale Anforderungen sollten zu Beginn eines Automatisierungsvorhaben beachtet werden, um Projekte voranzutreiben, Skepsis abzubauen und neue Akteure ins Boot zu holen.
(Mit Hilfe von drei Cobots konnte Unika, Hersteller von Werkzeugen und Spritzgussteilen, das Qualitätsniveau erhöhen und Produktrückläufer reduzieren. Bild: Omron)
1. Auf Anwendungsszenarien konzentrieren und langsam skalieren
Die erste Frage, die Unternehmen bei der Einführung von Automatisierung und Cobots in den Fokus rücken sollten, ist nicht folgende: Soll in Robotik investiert werden? Stattdessen die Frage, wie sich welche Abläufe effizienter gestalten lassen. Einige Aufgaben, die filigran und individuell sind, lassen sich zwar automatisieren, gehen aber mit immensem Aufwand einher – sowohl zeitlich als auch bezüglich der Ressourcen. Beim Einstieg in die Automatisierung ist es daher ratsam, mit kleineren Projekten zu beginnen und dann allmählich zu skalieren, neue Workflows hinzuzunehmen, die Flotte auszubauen etc. Das Beispiel einer Großbäckerei verdeutlicht dies: Die Verantwortlichen fragen hier nicht, wie ein Roboter eingesetzt werden kann, sondern wie Brote ohne Einsatz von Mitarbeitern vom Fließband in die Behälter gelangen, die für die Auslieferung bestimmt sind.
2. Autonome mobile Roboter und Cobots zur Unterstützung der Mitarbeiter einsetzen
Der Vorteil von Robotern liegt in ihrer Flexibilität. Sie lassen sich verstellen und anpassen, in Flotten nutzen und mehr. Je nach Produkt und Einsatzbereich sind verschiedene Positionen und Erweiterungen denkbar, sodass sie sich an neue oder veränderte Aufgaben adaptieren lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie Mitarbeiter ersetzen könnten. Stattdessen geht es um ein gut orchestriertes Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Insbesondere KMU sollten sich zu Beginn auf einzelne Aufgaben konzentrieren und nicht zu komplex denken.
Stand: 16.12.2025
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Eine Erweiterung des Cobots, beispielsweise mit einem Kamera- und Bildverarbeitungssystem (Vision Technology), ist auch später noch möglich. Vorausgesetzt, der gewählte Anbieter kann verschiedene Bereiche aus einer Hand abdecken und auf ein gutes Partnernetzwerk zurückgreifen. Wie kann also Robotik die Mitarbeiter unterstützen? Und welche manuellen Aufgaben kann ein Roboter übernehmen, sodass sich der Mitarbeiter auf wichtigere Aufgaben konzentrieren kann? Das Be- und Entladen von Maschinen sowie das Palettieren und Depalettieren sind Abläufe, die sich relativ einfach automatisieren lassen. Auch Schweißarbeiten sind ein gutes Beispiel für den Einsatz von Robotern im Mittelstand.
(Topcustom srl, Hersteller maßgefertigter Waschbecken, hat Teile seiner Betriebsabläufe mithilfe eines kollaborativen Roboters von Omron umgestellt. Bild: Omron)
3. Mitarbeiter ins Boot holen und weiterbilden
Roboter führen idealerweise Aufgaben aus, die sich stetig wiederholen und äußerst präzise sind, aber sie tun nur das, was das Programm beziehungsweise der Mitarbeiter ihnen sagt. Der Mensch bleibt der Spezialist, der Roboter übernimmt repetitive und eintönige Aufgaben. Robotik ist kein Ersatz für menschliche Mitarbeiter. Das sollte die Grundlage jedes Automatisierungsvorhaben sein – auch um den Mitarbeitern die Angst zu nehmen. Denn es werden weiterhin Spezialisten, etwa für die Montage, Prozessoptimierung oder Wartung benötigt. Darüber hinaus sollten Mitarbeiter geschult werden, um die neuen Technologien auch optimal nutzen zu können. Während Roboter etwa Palettierung, Sortierung, Materialbeschickung oder Qualitätskontrolle übernehmen, können Mitarbeiter wertschöpfende Aufgaben übernehmen.
4. Auf Erfahrung und Partner-Netzwerke setzen
Um die Aufgaben und Möglichkeiten von Robotern zu erweitern, werden Geräte von Drittanbietern benötigt, etwa ein Bildverarbeitungs- und -prüfsystem. Wenn KMU auf einen Robotik-Partner vertrauen können, der Support aus einer Hand anbietet, kann ihnen das viel Arbeit abnehmen. Sol lässt sich mangelnde interne Expertise durch erfahrene Partner abdecken. In einer Umfrage von Omron gaben fast 90 Prozent der IT-Leiter an, dass sie bei Themen wie Industrie 4.0 und Datenanalyse auf externe Berater angewiesen seien. KMU benötigen daher nicht nur smarte Technologie, sondern auch gut aufgestellte Anbieter und erfahrene Systemintegratoren.
So wollen neun von zehn Unternehmen bis 2030 eine Roboter-gestützte Automatisierung in ihrer jeweiligen Infrastruktur einführen. Autonome mobile Roboter und Cobots lassen sich hierbei problemlos einsetzen und gut transportieren. Das macht sie zu einer guten Wahl für Unternehmen, die ihre Produktionsabläufe flexibler und effizienter gestalten wollen. Anbieter wie Omron können KMU bei der Automatisierung unterstützen und bieten zudem Leasing-Optionen, um anfängliche Investitionskosten niedrig zu halten. Der ROI-Rechner von Omron hilft dabei, Investitionen in Cobots und mobile Roboter zu evaluieren. So können besonders KMU vom Potenzial einer Automatisierung profitieren und müssen sich keine Sorgen über undurchsichtige oder schwer absehbare Kosten machen.
Der Autor Peter Lange ist Business Development Manager Robotik bei der Omron Electronics GmbH.