Automatisierung: Achssystem und Scara-Roboter im Vergleich
Verantwortlicher Redakteur:in:
Rainer Trummer
3 min Lesedauer
"Ein Roboter kann alles besser.“ - ist das wirklich immer so? Afag wollte es wissen und hat einen 4-Achs-Roboter und ein Achssystem verglichen – mit überraschendem Ergebnis.
(Quelle: Afag)
Der Trend zur Automatisierung mit Robotern ist ungebrochen. Allgemein gilt die Annahme als gesetzt, dass ein Industrieroboter immer günstiger, schneller und stärker ist, genauer und präziser arbeitet, mehr Freiheitsgrade besitzt und sich auch noch einfacher an die Steuerung anbinden lässt als andere Automatisierungssysteme. Aber stimmt das? Die Automatisierungsspezialisten von Afag wollten Gewissheit: „Wir haben beide Systeme einem Praxistest unterzogen“, erklärt Georg Geissler, Chief Sales Officer bei Afag. „Im direkten Vergleich wollten wir herausfinden, wer die Nase bei einer konkreten Anwendung vorn hat – ein SCARA-Roboter oder ein Achssystem aus unserem Haus.“ Ein Setting mit genau definierten Anforderungen an Auslegung und Anwendung wurde erarbeitet und ein unabhängiges Ingenieurbüro damit beauftragt, die Ergebnisse zu bewerten und die Objektivität des Vergleichs sicherzustellen.
Fest gesteckter Rahmen
„Als Spielfeld wählten wir eine Bestückungszelle, der Werkstückträger wird nach dem Schubladenprinzip ein- und ausgefahren“, erklärt Tatjana Götz Produkt Managerin bei Afag. In der Zelle werden Stifte vereinzelt, bereitgestellt, inspiziert und schließlich in das Werkstück eingesetzt. „Die Probanden mussten die Stifte prozesssicher, genau und fest fügen,“ führt Götz weiter aus. „Und ein festgelegtes Budget durften sie auch nicht überschreiten.“ In Zahlen übersetzt heißt das: eine Taktzeit von 1,5 Sekunden und eine Wiederholgenauigkeit von 0,03 Millimetern sowie eine Fügekraft von 150 Newton über die gesamte Serie. Neben diesen Muss-Anforderungen beobachteten die Prüfer noch weitere Kriterien – unter anderem, ob eine Fügekraftmessung in Echtzeit möglich ist, welche mechanische Reserven im System vorhanden sind und welche Prozesskräfte auf das Maschinengestell wirken.
Harter Test für Achssystem und Roboter
Es messen sich ein Afag Achssystem EPS maxi XYZ und ein 4-Achs-SCARA-Roboter in Standardausführung mit zwei Rotationsachsen. Die EPS maxi XYZ besteht aus Standard-Komponenten aus dem Afag-Sortiment. Eine Portalachse PDL30-630 mit einem Hub von 630 Millimetern bildet die x-Achse. Ein Elektroschlitten ES30-300 mit einem Hub von 300 Millimetern dient als y-Achse und ein Elektroschlitten ES30-50 mit einem Hub von 50 Millimetern als z-Achse. Die Probanden sind mit dem gleichen 2-Backen-Parallelgreifer ausgerüstet und müssen Hübe von 310 (x), 30 (y) und 39 Millimetern (z) leisten. Die Steuerung erfolgt bei beiden über ProfiNET. „Die jeweils einstündige Prüfungs-Serie fand unter identischen Bedingungen beim Roboterhersteller und im Afag-Testraum in Hardt statt“, erzählt Kevin Förnbacher, Servicetechniker bei Afag. „Das jeweilige Fachpersonal fuhr die Testserien und Vertreter des Ingenieurbüros waren sozusagen als ‚Ringrichter‘ anwesend und für die Bewertung zuständig.“
Ergebnis
Wie fiel deren Urteil am Ende des Tests aus? „Beide Systeme erfüllten alle Muss-Anforderungen, doch das Achssystem hatte insgesamt die Nase vorn“, freut sich Tatjana Götz. „Es arbeitet minimal präziser, ist mit einer Taktzeit von 1,35 Sekunden elf Prozent schneller, etwa 30 Prozent günstiger und mit einer Fügekraft von 255 Newton 70 Prozent stärker als der Roboter.“ Auch bei den Nebenkriterien konnte das Achssystem überzeugen: Deutliche Pluspunkte verzeichnet es bei der Steifigkeit und bei der Kräftemessung. Das Afag-System verfügt über die optimale Steifigkeit und zeigte keine Verformungen. Seine Kraftmessdose KE200 erlaubte zudem die Kräftemessung in Echtzeit. Dafür war, anders als beim Roboter, keine Zusatzprogrammierung notwendig. „Nur in einer Kategorie musste sich unser Achssystem deutlich geschlagen geben“, gibt Jürgen Schädle Verkaufsingenieur bei Afag freimütig zu. „Das Altbewährte ist gefühlt nicht sexy genug. Der Roboter macht den moderneren optischen Eindruck.“
Achssystem schlägt Roboter?
Mit diesem Vergleich konnte Afag zeigen, dass ein Roboter nicht immer die erste Wahl für Automatisierungsaufgaben ist. Bei der gestellten Aufgabe war das Afag-Achssystem bei den vom Kunden definierten Muss-Kriterien führend. „Ein Roboter kann eben nicht immer alles besser“, fasst Tatjana Götz das Ergebnis des Direktvergleichs zusammen. „Nur mit einem Vergleich der Muss-Kriterien finden Anwender die beste Lösung für eine konkrete Automatisierungsaufgabe – und das ist nicht automatisch ein Roboter aus dem Standardsortiment.“
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.