Viele Maschinenbauer bieten im Rahmen ihres After-Sales-Service eine konstante Maschinenüberwachung mittels Condition Monitoring und Predictive Maintenance. Doch es gibt eine Plattform, die mehr kann und alle relevanten Prozesse in einem durchgängigen System integriert. Ziel: die vollautomatisierte Wartung.
Wartungsprozesse entwickeln sich weiter: Sie werden vorausschauend geplant und zunehmend automatisiert.
Eine Maschine steht still. Der Albtraum für einen jeden Anlagenbetreiber wird Wirklichkeit. Denn jede Sekunde, in der eine Maschine nicht arbeitet, kostes bares Geld. Umso schlimmer wird es, wenn eine aufwendige Reparatur notwendig ist, für die das entscheidende Ersatzteil fehlt. Hier steigen die Kosten durch den zusätzlichen Zeitverlust, den die Bestellung und Lieferung des Teils bedeutet, schnell in die Höhe. Vermeiden lässt sich dieses Horror-Szenario nur, wenn eine rechtzeitige Wartung stattfindet, bevor es zu Schäden und Ausfällen kommt.
Condition Monitoring und Predictive Maintenance im Blick
Die Plattform Transaction-Network vernetzt alle Beteiligten entlang der Produktionslinie.
(Bild: Transaction-Network)
Heute setzen viele Maschinenbauer im Rahmen ihres After-Sales-Service auf eine konstante Maschinenüberwachung mittels Condition Monitoring und Predictive Maintenance. Bei Ersterem wird der aktuelle Zustand einer Maschine im Blick behalten. Werte wie die Temperatur, die Vibration oder der Druck werden kontinuierlich erfasst und bei Abweichungen Maßnahmen ergriffen. Bei Predictive Maintenance werden ebenfalls Maschinendaten gesammelt und analysiert, um auf Basis der Ergebnisse den künftigen Zustand der Anlage zu prognostizieren. Damit orientiert sich der Zeitplan für Wartungen an den Nutzungs- und Verschleißdaten der jeweiligen Maschine. Diese Vorgehensweise ist heute in vielen Fällen bereits obligatorisch. Doch was wäre, wenn es ein System gäbe, das nicht nur Condition Monitoring und Predictive Maintenance, sondern eine vollautomatische Wartung ohne menschliches Eingreifen ermöglicht?
Kundenplattform für vollautomatisierte Wartung
Die Plattform setzt auf SAP-Integration und offene Standards wie OPC UA.
(Bild: Transaction-Network)
Eine Maschine meldet automatisch, dass sie Öl benötigt. Daraufhin stößt das System den entsprechenden Geschäftsprozess an, das Öl wird ohne menschliches Eingreifen bestellt und sofern die Aufgabe nicht von einem Roboter übernommen werden kann, der Servicetechniker benachrichtigt. Dieser führt dann die Wartung zu einem Zeitpunkt durch, zu dem die Maschine ohnehin stillsteht. Was wie eine Utopie klingt, ist durchaus möglich. Voraussetzung dafür ist ein Ökosystem, das alle Akteure und Maschinen einer Produktionslinie auf einer Plattform miteinander vernetzt. Dazu gehören nicht nur der Anlagenbetreiber sowie der Maschinenbauer, sondern auch alle Komponentenhersteller sowie Servicepartner.
Auf dieser Plattform die als Dreh- und Angelpunkt für alle Daten fungiert, laufen alle Schritte des Wartungsprozesses ab. So erfolgt zunächst die Datenerfassung und Sensorik, die dank der Anbindung aller Maschinen an die Kundenplattform nahtlos verläuft. Mit der Verknüpfung aller Maschinen der Produktionsstraße entsteht dann ein Industrial Internet of Things (IIoT). Für die Analyse werden anschließend Machine Learning und Technologien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz eingesetzt. Es folgen die automatische Diagnose und darauf beruhend die Wartungsentscheidung, bevor die Wartung selbstständig ausgeführt wird. Zuletzt erfolgt eine Rückmeldung an das System.
Vorteile für alle Beteiligten
Die Mehrwerte der vollautomatischen Wartung für den Anlagenbetreiber sind leicht zu erkennen. Er profitiert von deutlichen Effizienzgewinnen und hat keine Ausfälle zu befürchten. Gleichzeitig verlängert sich die Maschinenlebensdauer. Darüber hinaus ist es nicht länger erforderlich, für verschiedene Wartungsprozesse unterschiedliche Systeme und Kontaktmöglichkeiten zu den jeweiligen Maschinenbauern zu nutzen. Alle Service-Prozesse können über ein Kundenportal verwaltet werden. Die Plattform Transaction-Network vom gleichnamigen Hersteller setzt auf SAP-Integration und offene Standards wie OPC UA, sodass Maschinenbauer ihre bestehenden Systeme nahtlos anbinden können – ohne teure Speziallösungen oder Systembrüche. Zudem sind die Servicepartner angebunden und erhalten rechtzeitig alle Informationen, um bei Bedarf eingreifen zu können. Der Komponentenhersteller richtet seine Produktionskapazitäten optimal aus, da er frühzeitig weiß, welche Ersatzteile benötigt wer-den. Hinzu kommt der Zugang zu Betriebsdaten und Kundenfeedback, das er nutzbar machen kann. Nicht zuletzt erhöht sich mit der Präsenz auf der Plattform auch die Präsenz auf dem Markt und Kunden wechseln für Ersatzteile nicht zu Drittanbietern.
Besonders groß sind die Mehrwerte jedoch für den Maschinenbauer, der als Host der Plattform jederzeit und in Echtzeit auf alle Daten zugreifen und Wartungen vorausschauend planen kann. Transaction-Network ist das digitale Rückgrat für den gesamten After-Sales-Service – von Ersatzteilmanagement bis hin zu vollautomatischer Wartung. Maschinenbauer und Anlagenbetreiber profitieren von einer nahtlosen Integration aller Serviceprozesse in einer Plattform und bieten eine durchgängige Customer Journey. Dies wiederum führt zu hoher Kundenzufriedenheit und damit einem echten Wettbewerbsvorteil für den Maschinenbauer.
Was mit Conditon Monitoring und Predictive Maintenance beginnt, kann also zu einer vollautomatischen Wartung werden. Transaction-Network schafft darüber hinaus einen fundamentalen Wechsel in der Art und Weise, in der Wartungsprozesse durchgeführt werden. Denn das Ökosystem eröffnet den Maschinenbauern die Möglichkeit, Wartung as a Service (WaaS) anzubieten und somit ein neues Geschäftsmodell zu etablieren. Dabei handelt es sich bei Wartungen nicht länger um einmalige Dienstleistungen, sondern um einen kontinuierlichen datengetriebenen Service. Dieser lässt sich auf den jeweiligen Betrieb und Anlagenbetreiber abstimmen. Wie bei einem Abonnement- oder On-Demand-Angebot übernimmt der Maschinenbauer als externer Anbieter flexibel die Wartung, sodass beim Anlagenbetreiber keine Ressourcen gebunden werden. Dies sorgt für effizientere Wartungspläne und macht den Service leicht skalierbar. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.
Stand: 16.12.2025
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Gerd Bart ist Gründer und Geschäftsführer der Transaction-Network GmbH & Co. KG.