Die Optimierung der Datennutzung ebnet den Weg zur „Adaptive Organization“, welche sich kurzzeitig an jede Situation anpassen kann – doch die Produktion strauchelt auf diesem Weg.
(Quelle: Fujitsu)
Produktion war schon immer ein höchst kompetitives Gewerbe, verstärkt durch Faktoren wie Globalisierung und eine rasante technologische Weiterentwicklung. Kombiniert mit der aktuellen, global prekären Situation sowie steigender Inflation, bedeutet dies für Unternehmen vor allem eines: Unsicherheit. Dadurch ist die Entwicklung der kommenden Monate kaum vorherzusehen. Dazu kommen fragile Lieferketten, und Arbeitskräftemangel. All dies hat schon vor dem Ukrainekrieg zu einem 18-Monats-Tief beim Vertrauensindex der produzierenden Industrie geführt. (Anmerkung: Obwohl das weltweite Fertigungsgewerbe laut dem JPMorgan Global PMI – erstellt von IHS Markit – im Januar 2022 den 19. Monat in Folge expandierte, verlangsamte sich die Expansionsrate angesichts steigender Covid-19-Infektionen auf ein 18-Monats-Tief.) Ist Adaptive Organization die Lösung?
Positives Selbstbild
Dem aktuellen Hype zum Trotz waren Daten schon immer ein Schlüsselfaktor. In kritischen Situationen wie der aktuellen wird der Umgang mit ihnen jedoch wichtiger denn je. Es gilt, ihre Adaptionsfähigkeit so weit wie möglich zu gewährleisten. Das zeigt unter anderem der Report „The great data acceleration – Today’s data opportunities, tomorrow’s business success“ von Fujitsu.
Die Studie basiert auf einer Umfrage von mehr als 500 C-Suite-Managern in neun Regionen und aus fünf Branchen. (Anmerkung: Für die Studie wurden im Auftrag von Fujitsu von Longitude, einem Unternehmen der Financial Times, 571 C-Suite-Führungskräfte, darunter 194 IT-Führungskräfte und 377 Führungskräfte aus dem Unternehmensbereich, befragt. Die neun Regionen, die in die Untersuchung einbezogen wurden, waren: Australien, Benelux, Kanada, Finnland, Deutschland, Philippinen, Singapur, Vereinigtes Königreich und Irland sowie die USA. Fünf Branchen segmentierten die Untersuchung weiter: Banken, Finanzdienstleistungen und Versicherungen; Zentralregierung und Verteidigung; Fertigung; Mobilität (Transport und Automobil); und Einzelhandel.)
Eine der signifikanten Erkenntnisse aus der Studie: Das Vertrauen in die weitere Entwicklung steigt in dem Maß, in dem die jeweiligen Unternehmen explizite Strategien zum Umgang mit ihren Daten implementiert haben, die ihre Handlungsspielräume und Möglichkeiten erweitern. Dabei fällt auf, dass gerade die Führungspersönlichkeiten aus der Fertigungsindustrie glauben, hier besser aufgestellt zu sein als andere Bereiche der Wirtschaft.
Wenn es um den konkreten Einsatz der Informationen zur Lösung von Problemen und für unmittelbare Maßnahmen geht, sind mit 65 Prozent der Befragten knapp zwei Drittel der Ansicht, sie wären jetzt deutlich effektiver als vor Ausbruch der Pandemie. Zum Vergleich: Im öffentlichen Bereich sagen das nur 29 Prozent von sich, in der Finanzbranche sind es 41 Prozent. Die Fertigungsindustrie hält zudem mit 69 Prozent der Selbsteinschätzungen auch die Pole Position beim erfolgreichen Einsatz ihres Datenmaterials für eine bessere Entscheidungsfindung.
Nicht zuletzt steht bei den IT-Verantwortlichen der Branche der Zugang aller Mitarbeiter zum Datenmaterial höher im Kurs als anderswo. Dass die Entwicklung hier in die richtige Richtung geht, bestätigen insgesamt 14 Prozent mehr Verantwortliche als noch vor der Pandemie – im öffentlichen Sektor gibt es gar keine Veränderung, im Finanzbereich haben nur zwei Prozent eine entsprechende Einschätzung.
Ein weiter Weg bis zur Adaptive Organization
Trotz der insgesamt optimistischen beziehungsweise positiven Einschätzung der Umfrageteilnehmer gibt es nach Meinung der Branchenexperten bei Fujitsu bei vielen Unternehmen noch reichlich Luft nach oben auf dem Weg zu einer echten Adaptive Organization – einer, die über die Kapazitäten verfügt, sich wirklich schnell an neue Situationen anpassen zu können.
Die Industrie baut bereits als Reaktion auf Covid-19 die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit ihrer Unternehmen aus. Mehr als zwei Drittel der Hersteller diversifizieren ihre Lieferkette und Produktionsanlagen aufgrund der Pandemie. Sie haben in der Praxis erlebt, wie unerwartete Turbulenzen zu Verzögerungen führen können, und sind dabei, reaktionsfähigere Betriebsabläufe zu etablieren, um ähnliche Risiken in Zukunft zu mindern. Die Ereignisse im Jahr 2022 haben erneut hervorgehoben, wie wichtig Adaptivität für Unternehmen ist.
Stand: 16.12.2025
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Wo der Fertigungssektor hinkt
So hebt der Report von Fujitsu hervor, dass trotz der besseren Positionierung der Fertigungssektor in acht von elf Bewertungskriterien eine klare Schwäche gegenüber anderen Branchen zeigt: Es gibt eklatante Defizite bei der Fähigkeit, granularen Output so zu analysieren, dass dadurch künftige Ergebnisse optimiert werden können. Hier schätzen nur 50 Prozent ihre Fähigkeiten höher ein – in den anderen Sektoren sind es im Durchschnitt 61 Prozent. Weitere Bereiche, in denen die Performance der Fertigungsindustrie unterhalb des Gesamtschnitts aller Branchen liegt, sind die Verwendung von Datenmaterial für die An- beziehungsweise Einbindung von Kollegen, der Beobachtung der Entwicklung gesetzlicher Rahmenbedingungen, der Compliance und Sicherheit sowie der Modulierung und Personalisierung der Customer Experience.
Adaptive Organization statt Probleme in der Lieferkette
In Anbetracht des problematischen Zustands vieler globaler Lieferketten besteht eine der vordringlichsten Aufgaben der Branche darin, maximale Flexibilität und Agilität aufrecht zu erhalten. Die Mehrzahl der internationalen Kunden von Fujitsu aus dem Bereich der Fertigungsindustrie nutzen cloudbasierte sowie hybride Cloud-Plattformen, um die Agilität und Reaktionsfähigkeit zu erhöhen. Wie der Report zeigt, gibt es jedoch Schlüsselbereiche, in denen die Situation noch lange nicht befriedigend ist – insbesondere bei der Nutzung von Daten für eine Optimierung und Personalisierung der Customer Experience einschließlich der Schaffung eines digitalen End-to-End Threads.
Das nächste entscheidende Level für die Unternehmen des globalen Produktionssektors, um ihre Kosten zu reduzieren, höhere Margen zu erzielen und insgesamt nachhaltiger zu agieren, wird die Kundenzentrierung sein; denn Unternehmen der verarbeitenden Industrie bevorzugen die Zusammenarbeit mit Kunden, Forschungs- und Beratungsunternehmen (Analysten) und Beratungspartnern.
Der Autor Lars Moscherosch ist Sales Director Manufacturing & Automotive Major Accounts Germany bei Fujitsu.