Materialise, Anbieter von 3D-Druck-Software- und Dienstleistungen, hat am 21. April 2021 sein neues Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck in Bremen bezogen. Schwerpunkt bei der Forschung am neuen Standort ist die Steigerung der Nachhaltigkeit des 3D-Drucks.
(Quelle: Materialise)
Das Unternehmen mit Hauptsitz in Belgien investierte rund 7,5 Millionen Euro in das Bauvorhaben. Der in eineinhalb Jahren planmäßig erstellte Neubau erstreckt sich über 3500 qm Fläche. Er bietet Platz für über 120 Mitarbeiter und mehr als 30 industrielle Metall-3D-Drucker sowie zugehörige Anlagen und Geräte, die die gesamte Prozesskette der additiven Metallfertigung abdecken. Ein Schwerpunkt bei der Forschung am neuen Standort wird sein, den 3D-Druck nachhaltiger zu machen. Die Eröffnungsfeierlichkeiten sind pandemiebedingt im September geplant.
Forschung, Softwareentwicklung und Fertigung unter einem Dach
Materialise betreibt in Bremen bereits seit 2011 einen Standort zur Entwicklung von Software für den Metall-3D-Druck sowie für deren Vertrieb. Im April 2016 kam in unmittelbarer Nähe ein Fertigungsbereich für den industriellen Metall-3D-Druck hinzu, wodurch das weltweit einzige Metall-Kompetenzzentrum für 3D-Druck des Unternehmens entstand. Der Neubau vereinigt und vergrößert nun diese beiden Bremer Standorte. Durch das Konzept einer integrierten Produktion und Entwicklung werden im neuen Metall-Kompetenzzentrum die Bereiche Forschung, Softwareentwicklung und Fertigung unter einem Dach zusammenarbeiten und wechselseitig noch stärker voneinander profitieren.
"Der Neubau unseres Metall-Kompetenzzentrums für 3D-Druck war in den letzten Jahren aufgrund laufend steigender Nachfrage immer wichtiger geworden", so Marcus Joppe, Geschäftsführer der Materialise GmbH in Deutschland. "Durch die Corona-Pandemie hatte sich der Druck sogar noch verstärkt. Denn angesichts instabiler internationaler Lieferketten hat sich die additive Fertigung auch im Metallbereich als eine Technologie bewiesen, die Unternehmen wegen ihrer Flexibilität und deren Möglichkeiten zur dezentralen On-Demand-Produktion widerstandfähiger macht gegen äußere Krisen. Das hat zu einer Neubewertung und einem Strategiewechsel bei vielen Unternehmen geführt und wird die Nachfrage nach entsprechender additiver Fertigung und 3D-Druck-Software nochmals steigen lassen."
Software und Fertigung stärker integriert
Dr. Ingo Uckelmann, technischer Leiter Metall-3D-Druck bei Materialise, ergänzt: "Mit dem Metall-Kompetenzzentrum bedienen wir industrielle Kunden in aller Welt. Gleichzeitig führen wir hier Forschungsprojekte durch und entwickeln unsere Softwarelösungen weiter. Durch die verstärkte Integration beider Bereiche können wir nun bei der Software besser von unserer Erfahrung aus den Fertigungsprozessen profitieren. Umgekehrt tragen unsere besonderen Software-Kenntnisse dazu bei, den 3D-Druck kosteneffizient umzusetzen und hochwertige Lösungen in verschiedenen Metallen zu realisieren."
"Ein besonderer Schwerpunkt in unserer Forschungsarbeit in Bremen wird im Einklang mit den Unternehmenszielen von Materialise das Thema Nachhaltigkeit sein", schließt Markus Joppe. "Denn Metall-3D-Druck ist zwar eine Schlüsseltechnologie, um nachhaltigere Lösungen zu schaffen, etwa durch Leichtbau oder Funktionsverbesserungen. Aber die additive Metallfertigung selbst muss nachhaltiger werden, indem zum Beispiel die Druckprozesse weiter optimiert und energieeffizienter gestaltet werden. Auch eine konsequentere Rückgewinnung und Wiederverwendung von Metallpulverresten zählt zu den Ansatzpunkten."
Über den 3D-Druck
Außer in der Medizintechnik, wo der 3D-Druck unter anderem wegen der erreichbaren Individualisierbarkeit zum Einsatz kommt, sowie in der Luft- und Raumfahrt, wo vor allem ihre Qualitäten in puncto Leichtbau gefragt sind, findet die Technologie heute zunehmend auch im Automobilbau, im Maschinenbau und vielen weiteren Branchen Verwendung. Die Anwendungen reichen von der Prototypenfertigung bis hin zur Herstellung von Kleinserienbauteilen, die etwa als Ersatzteile die Logistik vereinfachen oder in Produktionswerkzeugen zum Teil vollkommen neue Herstellungs- und Produktlösungen ermöglichen.
3D-Druck eröffnet bei der Gestaltung von Produkten und Bauteilen komplett neue Möglichkeiten. In vielen Fällen entstehen Lösungen, die auf andere Weise nicht realisierbar sind. Zum Beispiel lassen sich – anders als bei einer Herstellung im Guss- oder Zerspanungsverfahren – hochkomplexe Strukturen schaffen, die etwa bei Prothesen das Verwachsen mit dem Körper erleichtern oder in Turbinen die Strömungseigenschaften verbessern. Andere Lösungen vereinfachen die Montage, benötigen weniger Platz oder sind länger haltbar. Der 3D-Druck begünstigt durch seine Flexibilität die Digitalisierung von Produktionsprozessen. Er ermöglicht eine dezentrale und vernetzte On-Demand-Fertigung. Industrielle Kunden und Designer können sich mit 3D-Druck entscheidende Wettbewerbsvorteile am Markt verschaffen.
Besondere Herausforderungen bei der additiven Metallfertigung bestehen zum einen darin, geeignete und sinnvolle Anwendungen zu identifizieren, zum anderen darin, die entsprechenden Entwicklungs- und Produktionsprozesse fortlaufend effizienter zu machen. Effizienzsteigerungen sind nicht nur aus Gründen des Wettbewerbs nötig, sondern auch, um immer neue Anwendungen bis hin zur individualisierten Serienfertigung lohnenswert zu machen.
Stand: 16.12.2025
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Über Materialise
Materialise lässt fast drei Jahrzehnte 3D-Druck-Erfahrung in eine Reihe von Softwarelösungen und 3D-Druck-Dienstleistungen einfließen, die zusammen das Rückgrat der 3D-Druckindustrie bilden. Mit seinen offenen und flexiblen Lösungen unterstützt Materialise Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen – darunter Gesundheitswesen, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Kunst und Design sowie Konsumgüterindustrie. Mit den Lösungen werden innovative 3D-Druck-Anwendungen Realität, die die Welt zu einem besseren, gesünderen und nachhaltigeren Ort machen sollen. Materialise kombiniert die branchenweit größte Gruppe an Softwareentwicklern mit einer der größten 3D-Druck-Kapazitäten der Welt.