Steuerungstechnik  Yaskawa: Retrofit bestehender Steuerungssysteme

Von Konstantinos Monastirlis 5 min Lesedauer

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In vielen Maschinen und Anlagen der automatisierten Produktion arbeiten vielfach ältere, teils analoge Steuerungsgenerationen zuverlässig und völlig problemlos. Doch die Abkündigung einer bewährten Steuerung in bestehenden Maschinen und Anlagen verunsichert viele Anwender. Dabei können diese und auch der größte Teil der bestehenden Steuerungstechnik weiter genutzt werden. Ein Retrofit und eine Umrüstung auf die Steuerung 300S+ von Yaskawa machen es möglich.

Die 300S-CPU-Familie vielfältige Schnittstellen, was sie nach Angaben von Yaskawa zu einem der schnellsten und leistungsfähigsten Steuerungssysteme der Welt macht. (Bild: Yaskawa Europe)
Die 300S-CPU-Familie vielfältige Schnittstellen, was sie nach Angaben von Yaskawa zu einem der schnellsten und leistungsfähigsten Steuerungssysteme der Welt macht.
(Bild: Yaskawa Europe)

Kommt die Steuerungstechnik in bestehenden Maschinen und Anlagen in die Jahre, entspricht sie nicht mehr dem geforderten Stand der Technik und erfüllt vielfach auch nicht mehr die heutigen Sicherheitsstandard. Hinzu kommt: Eine Ersatzteilbeschaffung gestaltet sich schwierig und ist oft durch Produktauslauf nicht mehr möglich. Das kann zu unerwarteten Stillstandzeiten und auch hohen Wartungskosten führen. Das Streben nach Nachhaltigkeit im Unternehmen bedeutet aber auch, vorhandene Technik möglichst lange zu nutzen. Die Voraussetzung dafür schafft ein Retrofit. Das bedeutet: Durch den Austausch alter oder abgekündigter Hardware-Komponenten – etwa der Steuerung – werden Maschinen wieder auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Das bietet ökologische und zugleich wirtschaftliche Vorteile. Die bestehenden Anlagen und Produktionsabläufe werden technisch upgegradet, sodass Zuverlässigkeit, Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit wieder gewährleistet sind.

Sehr schnelles Steuerungssystem 300S+

Möglich wird ein solches Retrofit beispielsweise mit dem Steuerungssystem 300S+ von Yaskawa. Seit seinen Anfängen in den 1990er-Jahren hat es sich zu einem echten Schwergewicht am Markt entwickelt. Inzwischen sind über 1,5 Millionen Komponenten des Hochgeschwindigkeits-Steuerungssystems in zahllosen Maschinen weltweit installiert. Dabei überzeugt die aktuelle Version 300S+ zum einen durch ihre Geschwindigkeit: Sie ist rund zehn Mal schneller als vergleichbare Systeme. Zum anderen bieten die SPS-CPUs eine deutlich höhere Speichergröße bis zu 8 MByte (voll remanent) sowie mehr Zusatznutzen als die Vorgängermodelle und das bei einem geringeren Preis. Vor diesem Hintergrund behauptet sich das 300S+ System mit Speed7-Technologie als verlässliche und robuste Steuerung selbst für anspruchsvollste Anwendungen. Nicht zuletzt sind mit dem System nicht nur außergewöhnliche Verarbeitungsgeschwindigkeiten und -kapazitäten möglich, sondern es gibt einen weiteren Vorteil: Die 300S+-Reihe, ob kompakte CPU oder voll ausgestattetes SPS-Automatisierungssystem, passt sich an unterschiedlichste Anforderungen und Applikationen an. Besondere Flexibilität gewährleisten zum Beispiel passende Frontstecker für die integrierten E/A-Kanäle.

Durch ein Retrofit lassen sich bewährte Steuerung in bestehenden Maschinen und Anlagen zukunftssicher weiternutzen.
Durch ein Retrofit lassen sich bewährte Steuerung in bestehenden Maschinen und Anlagen zukunftssicher weiternutzen.
(Bild: iStock & Yaskawa Europe )

Retrofit leicht gemacht

Bewährte Technik mit hoher Ersatzteilverfügbarkeit auf lange Zeit: Das schafft die Voraussetzung für einen sicheren, reibungslosen Ablauf und für einen störungsfreien Betrieb während der Produktion. Der Austausch und die Inbetriebnahme erfolgen während eines geplanten Stillstands, um die Produktion danach wieder schnell starten zu können. Output und die Performance der Maschine werden erhöht, eine höhere Produktivität und Qualität erreicht und die Lebensdauer erneuert. Zudem wird eine Leistungssteigerung, eine höhere Produktivität und bessere Qualität erzielt. Die Wartungs- und Bedienerfreundlichkeit wird optimiert und die Gesamt-Lebensdauer der Maschine verlängert sich. Durch den Einsatz lüfterloser CPUs sinkt zudem der Energiebedarf der Steuerungstechnik. Genau diese Flexibilität eröffnet interessante Perspektiven, wenn es um die Ablösung bestehender Lösungen geht. Angesichts der aktuellen Veränderungen in der Automatisierungsbranche bietet sich somit eine kompatible Alternative, wenn es um ein Retrofit bestehender Steuerungssysteme geht. Viele Anlagen-Baureihen marktbeherrschender Hersteller sind erfolgreich seit vielen Jahren im Einsatz.

Daher sprechen Funktionalität, Verfügbarkeit, Praxiserfahrung oder Ersatzteilmanagement nicht nur aus Sicht vieler Betreiber und Instandhalter dafür, das System weiter zu nutzen. Während in der automatisierten Produktion die Digitalisierung auf Managementebene weiter schnell voranschreitet, arbeiten in den Maschinen und Anlagen noch vielfach ältere, teilanaloge Steuerungsgenerationen. Funktionalität, Verfügbarkeit, Praxiserfahrung, Ersatzteilmanagement und weitere Vorteile sprechen aus Sicht vieler Betreiber und Instandhalter dafür, diese auch noch weiter zu nutzen.

Hohe Ansprüche an cleveres Speicher-Management und an Datensicherheit 

Für ein Retrofit des bestehenden Steuerungssystems bestehen mehrere generelle Möglichkeiten – selbst dann, wenn der ursprüngliche Hersteller das System auslaufen lässt und das System schon abgekündigt hat. Darüber hinaus erfüllt das System hohe Ansprüche an ein cleveres Speicher-Management, an Datensicherheit und an eine umfassende Kommunikationsfähigkeit über zeitgemäße Protokolle, beispielsweise durch einen integrierten Ethernet-Anschluss und eine hohe Vielfalt unterstützter Busse. Eine Vielzahl von On-Board-Kommunikationsschnittstellen, darunter Ethernet, Profibus-DP und serielle RS485, sowie optionale Erweiterungen gewährleisten eine hervorragende Konnektivität und Integration in bestehende Netzwerke. Generell sind die 300S+ Steuerungen über bewährte Plattformen wie Step7 und das TIA Portal von Siemens oder über die Yaskawa-WinPLC7-Software programmierbar. Dies eröffnet vollständige Freiheit in der Entwicklung und Wartung der Projekte. Mit externen Speichermöglichkeiten über MMC/SD-Karten bis zu 2 GB und einem akkugepufferten RAM, bietet das 300S+-System eine fortschrittliche und zuverlässige Speicherverwaltung, einschließlich automatischer Backup-Funktionen.

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Auch IOs und Zubehörteile von Yaskawa sind voll kompatibel mit dem bisher marktbeherrschenden System. Sämtliche Hardware-Komponenten lassen sich somit 1:1 austauschen und im Mischbetrieb parallel einsetzen. Die CPUs können ebenfalls weitgehend unverändert weitergenutzt werden, sodass die vorhandene Software bestehen bleiben kann. Die entsprechenden Anpassungen in den CPUs unterstützt Yaskawa mit einem speziellen Support, dem Serviceangebot „Task Force 300“, sowie mit Download-Möglichkeiten und weiteren nützlichen Funktionen auf der Yaskawa-Website.

Das Steuerungssystem 300S+ von Yaskawa unterstützt Retrofit-Konzepte, auch mit langfristig verfügbaren Ersatzteilen.
Das Steuerungssystem 300S+ von Yaskawa unterstützt Retrofit-Konzepte, auch mit langfristig verfügbaren Ersatzteilen.
(Bild: Yaskawa Europe)

Ein schrittweise durchgeführtes Retrofit spart deutlich Kosten im Vergleich zu einer Neuanschaffung. Zudem sind meist nur kurze Produktionsstillstände nötig. Gleichzeitig wird aber die Qualität der Systeme erhöht und Funktionalität und Leistung erweitert. Nicht zuletzt profitiert auch der Arbeitsschutz von einer Modernisierung. Anwender, aber auch Maschinenbauer und Instandhalter profitieren mit dem Steuerungssystem 300S+ zum einen von einer höheren Sicherheit im gesamten Arbeitsumfeld und zum anderen von einer langfristigen Investitionssicherheit. Während andere Anbieter ihre Produktlinien auslaufen lassen, sichert Yaskawa die Verfügbarkeit der 300S+ Steuerungssysteme langfristig. Mit der Möglichkeit, den integrierten Arbeitsspeicher individuell zu erweitern, wächst das 300S+ System mit den Anforderungen der Applikationen und bietet so eine zukunftssichere Lösung. Nicht nur für die neuen Komponenten, sondern für das gesamte erweiterte Steuerungssystem gewährt Yaskawa einen Garantiezeitraum von 36 Monaten. Als weiterer Vorteil sind sämtliche Komponenten direkt ab Lager erhältlich und bis mindestens 2030 verfügbar. Zu dieser hohen Lieferperformance trägt bei, dass die integrierten Mikrochips auf eigener Yaskawa-Technologie basieren.