Aufgrund der gestiegenen Anforderungen der Kunden und dem Wettbewerb ergeben sich immer auch höhere Ansprüche an die moderne Produktion. Dadurch werden Unternehmen immer stärker zu Dienstleistern für individuelle Kundenwünsche. Um der gestiegenen Prozesskomplexität gerecht zu werden, sollten Unternehmen für ihre Entscheidungen im Produktlebenszyklus Werkerassistenzsysteme einsetzen.
(Quelle: Cioplenu)
Die Werkerführung ist das gezielte Führen eines Werkers durch einen Prozess. Sogenannte Werkerassistenzsysteme unterstützen Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit, entweder auf physischer oder kognitiver Ebene.
Werkerführung: Optimierung erwünscht
Bei der physischen Assistenz geht es vor allem darum, körperliche Belastungsstörungen von Mitarbeitern, zum Beispiel schweres Heben, zu vermeiden. Auf der kognitiven Ebene wird ein Mitarbeiter vor allem entlastet, indem er alle relevanten Prozessinformationen immer zur Verfügung hat und durch komplexe Prozesse geführt wird. Diese Informationen müssen bedarfsgerecht bereitgestellt werden. Daher ist hierbei häufig auch von Werkerinformationssystemen die Rede. Neben der Informationsfunktion dient die kognitive Werkerführung auch der Betriebsdatenerfassung während des Prozesses, also der Rückführung von Vor-Ort-Informationen in zentrale Systeme.
Was jedoch zeichnet ein optimales Werkerinformationssystem aus?
Bereitstellung aller Informationen und Interaktivität
Ein Werkerassistenzsystem stellt dem Mitarbeiter Informationen bereit, die ihn Schritt für Schritt durch den erforderlichen Prozess führen, inklusive Hinweisen zu häufigen Fehlern und möglichen Gefahren. Sicherheitssymbole und Warnsignale sorgen für optimalen Schutz. Bilder, Videos und Piktogramme machen die Anleitung idiomatisch und leicht verständlich. Eine wichtige Komponente bei der Informationsbereitstellung ist zudem die Interaktivität, mit deren Hilfe Informationen bedarfsgerecht abgerufen werden können.
Eine optimale Informationsbereitstellung beugt Unsicherheiten vor und steigert damit die Mitarbeiterzufriedenheit, was auch die Akzeptanz digitaler Assistenzsysteme erleichtert. So schätzen Mitarbeiter ein modernes Arbeitsumfeld, das sich in seiner technologischen Ausstattung dem Privatleben ähnelt, wo innovative Apps mit intuitiven Funktionalitäten dominieren.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Produktion
Eine kognitive Werkerführung beschränkt sich nicht auf einen bestimmten Vorgang, etwa die Montage, sondern lässt sich übergreifend in der gesamten Produktion implementieren, die auch die Bereiche Instandhaltung, Qualitätsprüfung und andere Prozesse abdeckt. Dadurch entsteht eine einheitliche Informationsplattform und Mitarbeiter müssen nicht für jeden Prozess den Umgang mit einer anderen Software erlernen. Im besten Fall ist „Synergieeffekte nutzen“ nicht nur ein Buzzword, sondern gelebte Realität, weil sich Anwendungsfälle maximal skalieren lassen.
Es gibt viele Technologien, mit denen spezifische Anwendungsfälle realisierbar sind, wie Smart Watches und Glasses oder Barcode-Reader im Handschuh. Maximale Skalierbarkeit lässt sich durch „Easy-to-use“- und „No-code“-Assistenzsoftware, mit welcher Mitarbeiter Prozesse erstellen und durch Feedback kontinuierlich verbessern können, gewährleisten.
Brücke zwischen operativen Mitarbeitern und Management
Werkerassistenzsysteme müssen die Brücke zwischen Vor-Ort-Mitarbeitern und Entscheidungsträgern schlagen. Es beginnt zunächst mit der digitalen Informationsbereitstellung auf dem Shopfloor. Auf dieser Grundlage erfolgt die Prozessdurchführung, mit der sich gleichzeitig jegliche geschäftsrelevante Daten wie Fehlerraten, -ursachen, -muster oder Prozesszeiten generieren lassen. Der Einblick in den Prozessfortschritt muss im Handumdrehen abrufbar und analysierbar sein. Auf Basis aggregierter und verständlicher Prozessdaten lassen sich somit bessere Entscheidungen, ob langfristige Prozessanpassungen oder akute Lösungen, durch das operative Management treffen. Mithilfe von smarten Workflows können diese auch automatisiert werden.
(Die Prozessautomatisierung in der Fertigung erfolgt unter Verwendung von smarten Workflows. Bild: Cioplenu)
Skalierbarkeit und Zukunftsorientierung der Werkerführung
Das gewählte System muss in der Lage sein mitzuwachsen: Im Extremfall sollte die gesamte Produktion schnell und einfach ausgestattet werden können. Daraus ergeben sich vielfältige Anforderungen, etwa eine intuitive Benutzeroberfläche, um Schulungsaufwände gering zu halten. Essenziell ist dabei auch die Kompatibilität mit bestehenden ERP-Systemen oder Prozessen, was nur sichergestellt werden kann, wenn entsprechende Lösungen technologisch brandaktuell und „State of the art“ sind.
Stand: 16.12.2025
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Schließlich ist es allein aufgrund der Entwicklung in den letzten Jahren und der bestehenden, vereinfachten Integrationsfähigkeit verschiedener Systeme und Lösungen in der IT höchste Zeit, sich auch im Produktionsumfeld mit smarten, systemübergreifenden Workflows zu beschäftigen. Ziel sollte es hierbei sein, basierend auf definierten Trigger-Events und Rahmenbedingungen, einen automatisieren Prozess zu starten. Dieser sollte beispielsweise alle relevanten Stakeholder informieren und dynamische Reaktionen wie die Verständigung eines Experten auslösen.
Bessere Entscheidungen durch Smart Workflows
Was smarte Workflows von rein automatisierten, vergleichsweise trivialen Workflows unterscheidet, ist die Abbildung der organisatorischen Komplexität und somit auch die Verknüpfung mehrerer IT-Systeme und das mit voller Integrationsfähigkeit und unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen.
Übertragen wir diesen Gedanken auf ein Beispiel aus der Qualitätssicherung: Ein Mitarbeiter wird bei der Sichtprüfung in einem digitalen Werkerassistenzsystem automatisiert aufgefordert, ein Fehlerbild aufzunehmen, sollte die Toleranz überschritten sein. Anhand des definierten Workflows wird dieses Fehlerbild automatisch in ein System übergeben, welches standortübergreifend mithilfe künstlicher Intelligenz die Ursachen bestimmt und Vorschläge zu Qualitätsmaßnahmen entwickelt.
Der Qualitätsleiter sieht in Echtzeit in seinem Dashboard, ob ein Fehler aufgetreten ist und wird bei der automatisierten E-Mail an den Six-Sigma-Experten in CC gesetzt. Dieser wird zur tiefergehenden Analyse des Problems beauftragt und mit den Prozessparameter-Informationen beliefert. Der Kundenauftrag hingegen, welcher durch die zu fertigende Komponente nun mit dem geplanten Fertigstellungszeitpunkt bedroht ist, wird im ERP als verspätet gemeldet, sodass der Account Manager präventiv mit seinem Kunden an Alternativlösungen arbeiten kann.
(Vier Schlüsselfaktoren gehören zum erfolgreichen Einsatz von Werkerassistenzsystemen. Bild: Cioplenu)
Schnellere Geschwindigkeit durch bessere Werkerführung
Die Steigerung der Geschwindigkeit in Entscheidungsprozessen ist ein zentraler Imperativ der Industrie 4.0. Ziel sollte sein, dass nicht nur die Verfahrgeschwindigkeit der Schweißroboter und Werkzeugmaschinen zunimmt, sondern dass der menschliche Entscheidungsprozess durch digitale Tools gestützt wird. Somit lassen sich nicht nur Effizienz und Transparenz steigern, sondern auch Entscheidungen schneller und besser treffen, weil Informationen sofort verfügbar sind und die Informationsgüte deutlich höher ist, über alle Ebenen hinweg.
Werkerassistenzsysteme dienen somit nicht nur als Werkzeug, um Prozesse sicher, effizient und zuverlässig zu machen. Sie stellen zudem einen zentralen Startpunkt für intelligente, automatisierte Workflows dar, mithilfe derer Unternehmen auf die steigende operative Komplexität reagieren können.
Der Autor Benjamin Brockmann ist Gründer und Produktverantwortlicher bei cioplenu.