Industrie 4.0 Vorteile von Cloud Computing: Mehr Nachhaltigkeit in der Fertigung

Von Stefan Issing 4 min Lesedauer

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Nachhaltigkeit ist auch für das produzierende Gewerbe das dominierende Thema der Stunde. Der Einsatz von Cloud-Lösungen spielt dabei nicht nur auf dem Weg zu ressourcenschonenden und effizienteren Prozessen eine entscheidende Rolle, sie bilden auch das Fundament für die Industrie 4.0. Das sind die Vorteile von Cloud Computing.

Cloud Computing fördert eine Migration in die Cloud und das datenbasierte Zusammenspiel zwischen Fertigungsunternehmen und ihren Partnern, Kunden oder Zulieferern.(Bild:  Pixabay)
Cloud Computing fördert eine Migration in die Cloud und das datenbasierte Zusammenspiel zwischen Fertigungsunternehmen und ihren Partnern, Kunden oder Zulieferern.
(Bild: Pixabay)

Die Zeichen stehen auf Wandel. Angesichts der Klimakrise ist auch in der ressourcenhungrigen und energieintensiven Fertigungsindustrie ein „weiter so“ keine Option mehr. Gut, dass in der Branche ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltiges Handeln besteht und Unternehmen mit technologischen Innovationen den Weg zur Dekarbonisierung und automatisierten Fertigungsprozessen einschlagen. In der Praxis bedeutet das, sie richten ihre Arbeitsweisen und Praktiken darauf aus, ökologisch, sozial und wirtschaftlich verträglich zu sein, das heißt, Ressourcen effizient zu nutzen, die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren und soziale Verantwortung zu übernehmen.

Waren diese Bestrebungen lange Zeit freiwillig, setzte die EU-Kommission mit ihrem Urteil zu verpflichtenden ESG-Reportings (Environmental, Social and Governance) die Themen mit hoher Priorität auf die Agenda. Aber besonders das produzierende Gewerbe ist auch aus eigenem Antrieb an einem Handeln interessiert, das auf effiziente Prozesse und nachhaltige Arbeitsweisen ausgelegt ist – nicht zuletzt aus einem wirtschaftlichen Blickwinkel, können Unternehmen doch auf diese Weise Kosten sparen und die Produktion erhöhen.

Greenwashing ohne wirklichen Mehrwert

Bei der praktischen Umsetzung der eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen nimmt die Cloud für Unternehmen eine zentrale Rolle ein – aber sie ist kein Wundermittel, das auf Knopfdruck die gewünschten Ergebnisse liefert. Wer seine IT einfach in eine beliebige Cloud packt, ohne auf die Rahmenbedingungen in Sachen Energieeffizienz und Umweltauswirkungen der jeweiligen Rechenzentren zu achten, betreibt pures Greenwashing ohne wirklichen Mehrwert – die Wahl einer nachhaltigen Lösung ist daher die Prämisse für eine erfolgreiche Transformation. Aber welche konkreten Vorteile bietet die Cloud in Sachen Sustainability?

Vorteile von Cloud Computing: Vom Fließband in die Wolken

Übergeordnetes Ziel der Produktion muss es sein, weniger Ressourcen effizienter nutzen – angefangen bei der IT-Infrastruktur und der beanspruchten Rechenleistung. Cloud-Provider dienen dabei als zentraler Pool, die Fertigungsunternehmen genau die Ressourcen bedarfsgerecht zur Verfügung stellen, die sie auch wirklich benötigen. Das entlastet nicht nur die eigene IT, auch die Anbieter sind durch das Aggregieren der Anforderungen ihrer Kunden in der Lage, eine überdurchschnittlich hohe Auslastung ihrer Systeme zu erreichen und die Leistung bestmöglich zu verteilen. 

Hinzu kommt der steigende Druck auf dem Markt und die Forderungen nach energieeffizienten Angeboten – Cloud-Provider haben daher von sich aus bereits ein natürliches Interesse daran, modernste Technologien einzusetzen und energieeffiziente Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen.


Dabei muss der Manufacturing-Bereich nicht auf standardmäßige Einheitslösungen zurückgreifen. Spezialisierte Anbieter haben ihre Cloud schon lange auf die Anforderungen dieser Branche ausgerichtet und können Dienste liefern, die in der Praxis einen wirklichen Mehrwert bieten – neben der Einhaltung von Industrienormen auch End-to-End-Lösungen, die mit vorgefertigten Workarounds die Produktionsprozesse abdecken und individuell anpassbar sind.

Schritt für Schritt zur nachhaltigen Produktion

Als zentraler Daten-Hub verbindet die Cloud Produktionsunternehmen intern wie extern – und ermöglicht damit beispielsweise ein datenbasiertes Forecasting, exakte Planung und Terminierung, automatisierte Inventarisierung, verbessertes Qualitätsmanagement sowie eine vereinfachte Lagerverwaltung und Betriebsdatenerfassung. Die dafür notwendigen Informationen liefern IoT-Geräte wie Sensoren, Kameras oder Produktionsanlagen direkt zur Aufbereitung und Analyse in die Cloud.
 
Mit dem auf diese Weise erlangten Wissen haben Unternehmen einen sehr viel präziseren Überblick über ineffiziente und energieintensive Prozesse – und können entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Produktion ist eine kontinuierliche Entwicklung, die Schritt für Schritt angegangen werden muss.

Mit der Cloud zum Teamplayer

Die Vorteile von Cloud Computing beschränken sich nicht alleine auf die internen Abläufe. Vielmehr fördert eine Migration in die Cloud das datenbasierte Zusammenspiel zwischen Fertigungsunternehmen und ihren Partnern, Kunden oder Zulieferern. Kranken viele der klassischen, nicht vollständig digitalisierten Ansätze zur Verwaltung von Lieferketten etwa an einem fehlenden Datenaustausch, unübersichtlicher Kommunikation und der Entstehung von Silos, liefern Cloud-Lösungen die notwendigen Netzwerke, auf die alle Akteure zugreifen können. 

Für Stefan Issing nimmt die Cloud bei der praktischen Umsetzung der eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen für Unternehmen eine zentrale Rolle ein – aber sie ist kein Wundermittel, das auf Knopfdruck die gewünschten Ergebnisse liefert. (Bild:  IFS)
Für Stefan Issing nimmt die Cloud bei der praktischen Umsetzung der eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen für Unternehmen eine zentrale Rolle ein – aber sie ist kein Wundermittel, das auf Knopfdruck die gewünschten Ergebnisse liefert.
(Bild: IFS)

Nicht zuletzt schafft ein Cloud-basiertes Lieferkettenmanagement Transparenz – nicht nur als Voraussetzung für ein zukünftiges ESG-Reporting, sondern auch im Hinblick auf die Rückverfolgbarkeit: Woher stammen die Rohstoffe, wer verarbeitet sie, wie wurden sie transportiert? Nur mit einer lückenlosen Datenerhebung sind diese Fragen zu beantworten und bilden die Basis für die Identifizierung von Verbesserungspotenziale im Sinne des nachhaltigen Handelns.

Aus den hier gesammelten Daten können Produktionsunternehmen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen die notwendigen Informationen zum realen Bedarf an Materialien ziehen, exaktere Prognosen erstellen, umweltschädliche Prozesse aufdecken und Risiken frühzeitig erkennen.

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Cloud als machtvolles Werkzeug für nachhaltige Fertigung

Die schrittweise Integration von digitalen Technologien in Fertigungsprozesse wird die gesamte Produktionslandschaft von Grund auf verändern. Die vernetzten, automatisierten Systeme öffnen die Tür zur nächsten Evolutionsstufe im Manufacturing-Bereich – der Industrie 4.0. Als entscheidender Treiber dieser Entwicklung gilt das Cloud Computing, mit dem die riesigen Datenmengen auch von verteilten Produktionsumgebungen einen zentralen Speicherort finden.

Die Cloud ist aber auch eine essentielle Komponente der Nachhaltigkeitsinitiativen, die eine Industrie 4.0 mit sich bringt: von schlankeren, ressourcenschonenden Produktionssystemen über die vollständige Digitalisierung von emissionsärmeren Fertigungsabläufen bis hin zu Digitalen Zwillingen, die ein virtuelles Abbild von Prozessen liefern – technologisch stehen wir aktuell am Anfang zu einem völlig neuen Level an Möglichkeiten. Richtig eingesetzt und an die eigenen Anforderungen angepasst, wird die Cloud zu einem machtvollen Werkzeug für die Bemühungen um eine nachhaltig agierenden Fertigungs­industrie.

Der Autor Stefan Issing ist Presales Director DACH bei IFS.